SachsenHandy weg: Was für Sachsens Schüler ab Montag gilt

Zum neuen Schuljahr gelten für viele Schüler strengere Handyregeln. Gleichzeitig soll digitales Lernen wichtiger werden. Wie Sachsens Kultusminister Clemens beides zusammenbringen will.
Dresden (dpa/sn) - Handy im Rucksack statt in der Hand: Für viele Schülerinnen und Schüler in Sachsen gelten mit dem Start ins neue Schuljahr am Montag strengere Regeln für die private Nutzung von Smartphones. An Oberschulen und Gymnasien müssen die Geräte bis einschließlich Klasse 8 im Schulalltag grundsätzlich weggepackt bleiben, sagte Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) im Podcast "Thema in Sachsen" von "Sächsischer Zeitung" und "Leipziger Volkszeitung".
"Kein Verbot, sondern eine Befreiung"
Das Handy darf weiterhin mit zur Schule genommen und auf dem Schulweg benutzt werden. In der Schule soll es dagegen im Rucksack oder Spind bleiben. Für schulische Zwecke kann eine Lehrkraft die Nutzung erlauben. Ausnahmen gibt es auch, wenn das Smartphone etwa aus medizinischen Gründen für eine Diabetes-App benötigt wird.
"Das Verbot ist eigentlich kein Verbot, sondern eine Befreiung", sagte Clemens. Er argumentierte, dass es selbst Erwachsenen schwerfalle, ihre Bildschirmzeit zu begrenzen. Gemeinsame Regeln könnten deshalb auch Eltern und Kindern dabei helfen, sich der ständigen Nutzung digitaler Angebote zu entziehen.
Von der Einschränkung verspricht sich Clemens zudem mehr Konzentration und einen stärkeren direkten Austausch. Dort, wo Handys aus dem Schulalltag verbannt seien, verbesserten sich nach seiner Darstellung die Leistungen und es gebe wieder mehr persönlichen Austausch auf dem Schulhof.
Handy weg - digitales Lernen bleibt
Weniger private Handynutzung soll allerdings nicht weniger digitale Bildung bedeuten. Zum neuen Schuljahr hat Sachsen nach Angaben von Clemens einen Medienpass vorbereitet. Kinder und Jugendliche sollen damit unter anderem den Umgang mit sozialen Medien, Online-Spielen und Falschinformationen lernen.
Auch Künstliche Intelligenz soll im Unterricht eine Rolle spielen. Schülerinnen und Schüler müssten etwa lernen, Antworten von ChatGPT zu hinterfragen und mit dem eigenen Wissen abzugleichen, sagte Clemens. Für die Klassen 7 und 8 sind zudem 15 Stunden digitales Selbstlernen unter Aufsicht vorgesehen.
Die Bildungsgewerkschaft GEW sieht die neuen Handyregeln differenziert. Viele Lehrkräfte begrüßten grundsätzlich eine stärkere Begrenzung von Smartphones im Schulalltag, sagte Landeschef Burkhard Naumann dem Podcast. Entscheidend sei aber die praktische Umsetzung. "Was nicht passieren darf, ist, dass dann die Lehrkräfte quasi zur Polizei werden."