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SachsenKretschmer trifft Tschechiens Regierungschef Babis

21.08.2020, 12:49 Uhr
Michael-Kretschmer-CDU-l-Ministerpraesident-von-Sachsen-und-Andrej-Babis-Ministerpraesident-von-Tschechien-sprechen-bei-einer-Pressekonferenz
(Foto: Radek Petráek/CTK/dpa/archiv)

Tschechien und Sachsen sind Nachbarn - und waren in der Coronavirus-Krise doch monatelang getrennt. Nun kehrt auch auf politischer Ebene ein Stück Normalität zurück. Bei einem Treffen im Dreiländereck gibt es viel zu besprechen.

Liberec (dpa/sn) - Erstmals seit dem Beginn der Corona-Pandemie hat sich der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer mit dem tschechischen Regierungschef Andrej Babis getroffen. Die Grenzschließung von Mitte März bis Anfang Juni auf tschechischer Seite sei vermutlich nicht anders möglich gewesen, habe aber "viele Verwerfungen erzeugt", sagte der CDU-Politiker am Freitag.

"Das darf sich so nicht wiederholen, da sind wir uns einig", betonte Kretschmer nach dem Gespräch mit Babis in der Wissenschaftlichen Bibliothek im nordböhmischen Liberec (Reichenberg). Eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Bayern und Österreich soll nun Vereinfachungen für grenzüberschreitende Pendler erarbeiten, wie etwa mehrsprachige Krankenscheine.

Babis ließ sich nach eigenen Worten von Kretschmer über das deutsche Modell der Kurzarbeit informieren. Seine Regierung will ein ähnliches Kriseninstrument dauerhaft einführen. Zur Sprache kamen auch die tschechischen Pläne für einen möglichen Abbau von Lithium bei Zinnwald (Cinovec) im Erzgebirge. Das Leichtmetall ist ein Hauptbestandteil moderner Batteriezellen. Kretschmer bot hier Kooperation unter anderem mit dem Sächsischen Oberbergamt und der TU Bergakademie Freiberg an.

Weitere Themen waren die Planungen für die Schnellbahnstrecke Dresden-Prag und die Kooperation in Forschung und Wissenschaft. Im Beisein der beiden Politiker wurde ein Memorandum über die Zusammenarbeit zwischen der Fraunhofer-Gesellschaft mit ihren Standorten in Chemnitz und Zwickau und der Technischen Universität Liberec unterzeichnet. "Ich erwarte mir sehr viele Impulse für die Grenzregion durch diese Partnerschaft", betonte Kretschmer.

Die beiden Ministerpräsidenten besichtigten Forschungslabore an der Hochschule, die 1953 gegründet wurde und heute rund 6400 Studenten hat. Zum Abschluss fuhren die beiden mit der Seilbahn auf den Jested (Jeschken), den Hausberg von Liberec mit seinem ikonischen Fernsehturm. Im restaurierten Restaurant gab es ein Mittagessen. Vom Jeschken (1012 Meter über dem Meeresspiegel) bietet sich ein Ausblick bis weit nach Sachsen hinein. Kretschmer war zuletzt im November zum 30. Jahrestag der Samtrevolution in Tschechien gewesen.

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