SachsenLausitz: Braunkohleabbau sorgt für massives Wasserdefizit

Eine einzelne Zahl sagt manchmal wenig. Doch umgerechnet wird ihre Dimension deutlich. Der Braunkohlebergbau hat der Lausitz eine gigantische Wassermenge entzogen.
Dresden (dpa/sn) - Der Braunkohleabbau hat allein im sächsischen Teil der Lausitz zu einem riesigen Wasserdefizit geführt. Mit der Menge hätte die sächsische Bevölkerung etwa 40 Jahre lang mit Trinkwasser versorgt werden können, rechneten die Linken im Landtag in Auswertung einer Kleinen Anfrage vor. Der Abgeordnete Stefan Hartmann hatte gefragt, wie hoch der kumulative Wasserbedarf zum Zeitpunkt des anvisierten Kohleausstiegs im Jahr 2038 sein wird.
Ministerium rechnet Bedarfe vor
Nach Angaben des Umweltministeriums sind aktuell noch jeweils 300 Millionen Kubikmeter in den Bergbaufolgeseen der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und in den Grundwasserleitern aufzufüllen. Hinzu komme ein Wasserbedarf von etwa 1,9 Milliarden Kubikmeter zur Flutung der Bergbaufolgeseen und 3,2 Milliarden Kubikmeter zur Auffüllung des sogenannten Porenraums im Grundwasserabsenkungstrichter - in Summe also 5,7 Milliarden Kubikmeter.
"So viel wurde und wird weiterhin abgepumpt für einen energetisch ineffizienten und klimaschädlichen Energieträger", kritisierte Hartmann. Zur Frage, wie dieses Defizit behoben werden soll, würden mehrere Studien und Modellrechnungen laufen. Der Mangel an Wasser sei allerdings schon jetzt spürbar und werde es auf Jahrzehnte bleiben.
Linke: Wasserrückhalt muss Priorität haben
"Aus unserer Sicht muss allerdings dafür gesorgt werden, dass die Tagebaurestlöcher Nochten und Reichwalde so klein wie nötig gehalten werden, um die Verdunstungsflächen so gering wie möglich zu halten. Denn diese sorgen für eine weitere negative Wasserbilanz", betonte Hartmann. Des Weiteren muss dem Wasserrückhalt in der Fläche Priorität eingeräumt werden durch Entsiegelung vor allem von Industriebrachen. "Dazu gehören auch Wiederaufforstung und Schutz der Wälder, Wiedervernässung von Mooren und natürliche Auenlandschaften."
Das Umweltministerium hatte in seiner Antwort mitgeteilt, dass im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlandes nach Abschluss der Bergbaufolgesanierung insgesamt ungefähr 9.000 Hektar offene Wasserfläche vorhanden sein werden.