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SachsenNeuer Index: Sachsens Natur verliert Schutzfunktion

16.07.2026, 07:52 Uhr
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Die Natur in Sachsen verliert zunehmend ihre Schutzfunktion gegen Wetterextreme. Nur wenige Gebiete haben noch ein gutes Potenzial, Wasser zu speichern und ihre Umgebung zu kühlen.

Berlin/Dresden (dpa/sn) - Nach einer Analyse des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) und des Berliner Econics Instituts kann Sachsens Natur Hitze, Dürre und Hochwasser immer schlechter abfedern. Das geht aus dem sogenannten Grün-Feucht-Kühl-Index hervor, der die Leistungsfähigkeit der Natur bei Kühlung, Wasserrückhalt und Klimaanpassung bewertet. Dazu werden unter anderem Daten von Satelliten genutzt. In Sachsen stehe die Landschaftsampel auf dunkelrot, hieß es.

Nur wenige Gebiete in Sachsen haben noch gutes Potenzial

"In Sachsen zeigt sich, wie die Veränderungen der Landschaft infolge intensiver Bewirtschaftung, Versiegelung und Zerschneidung die natürliche Infrastruktur beeinträchtigt. Nur wenige Gebiete, wie die Dübener und Dresdener Heide, die Moritzburger Teichlandschaft oder das Erzgebirge zeigen ein gutes oder gar sehr gutes Potenzial", teilte der Naturschutzbund mit. Sie würden über eine stabile und gut vernetzte natürliche Infrastruktur verfügen.

Kaum noch funktionierende Verbundsysteme

"Diese Regionen stechen jedoch inselartig hervor. Auffällig ist, dass es kaum funktionierende Verbundsysteme gibt", hieß es. Die großen Flusslandschaften Sachsens seien kaum zu erkennen, deren Auen in jedem Biotopverbund eine herausragende Rolle spielen. Selbst die europarechtlich geschützten FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) zeigten durchweg eine kritische Schädigung oder höchstens mäßiges Leistungspotenzial auf.

"Natur ist keine Kulisse, sondern unsere natürliche Infrastruktur. Intakte Wälder, Moore, Auen und Grünflächen speichern Wasser, kühlen ihre Umgebung und machen unsere Landschaften widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise", erklärte NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Daten bestätigen jahrelange Beobachtungen der Naturschützer

Nach Angaben der sächsischen NABU-Chefin Maria Vlaic bestätigen die Daten jahrelange Beobachtungen. Jedes Frühjahr betreuten NABU-Aktive in ganz Sachsen Amphibienschutzzäune an Feuchtgebieten. "Dabei zeigt sich: Die Zahl der Amphibien, die zu ihren Laichhabitaten wandern, nimmt kontinuierlich ab. An einigen Standorten werden inzwischen keine Schutzzäune mehr aufgebaut, weil kaum noch Tiere zu ihren Laichgebieten wandern."

Renaturierung hilft

Gleichzeitig zeige der Index, dass Renaturierung wirkt, hieß es abschließend. "Wo natürliche Prozesse zugelassen und geschädigte Ökosysteme wiederhergestellt werden, können Landschaften ihre Funktionen zurückgewinnen, etwa durch regenerative Landwirtschaft mit Zwischenfruchtfolgen, die Wiedervernässung von Mooren, die Renaturierung von Flüssen und Auen oder mehr Grün in den Städten."

Quelle: dpa

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