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Sachsen Proteste gegen Rassismus in Sachsen zum Tag der Arbeit

Teilnehmende der Demonstration, darunter auch diese als Clown geschminkte Frau. Foto: Hendrik Schmidt

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Gewerkschaften haben zum Tag der Arbeit zum Protest aufgerufen - aber auch zahlreiche Gruppierungen aus dem rechten und linken Spektrum.

Leipzig/Chemnitz (dpa/sn) - Hunderte Menschen haben in Sachsen zum Tag der Arbeit demonstriert. Vielerorts stand dabei der Protest gegen Rassismus im Mittelpunkt. In Chemnitz folgten zahlreiche Menschen einem Aufruf des parteiübergreifenden Bündnisses "Aufstehen gegen Rassismus" zum 1. Mai. Vom Karl-Marx-Kopf aus zogen die Teilnehmer am Mittwochvormittag durch die Innenstadt zum Neumarkt. Dort startete parallel die Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Tag der Arbeit. Nach Schätzung des DGB verfolgten etwa 2400 Menschen dort die Reden. An dem Protestzug hatten sich nach offiziellen Angaben rund 1100 Menschen beteiligt.

Die AfD hatte eine Versammlung mit etwa 500 Teilnehmern angemeldet, es kamen jedoch deutlich weniger. Als Rednerin bei der Veranstaltung auf dem Markt trat unter anderen die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch auf. Die Polizei zeigte in den Bereichen deutliche Präsenz, um die Kundgebungen voneinander abzugrenzen.

Landesweit war sie mit einem Großaufgebot vor Ort, um die Versammlungen von Gewerkschaften sowie Gruppierungen aus dem rechten und linken Spektrum abzusichern. Mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei waren im Einsatz, dazu war Verstärkung aus Sachsen-Anhalt und Bayern angefordert worden.

Im vogtländischen Plauen hielten zahlreiche Polizisten Hunderte Gegendemonstranten und einen Aufmarsch der rechtsextremen Partei Der Dritte Weg auf Abstand. Nach ersten Schätzungen der Polizei beteiligten sich etwa 300 Menschen an der Versammlung der Rechten.

In Dresden wollte die NPD zusammen mit ihrer Jugendorganisation 300 bis 400 Menschen auf die Straße bringen. Es kamen jedoch deutlich weniger. Die Teilnehmer kamen lediglich etwa 100 Meter weit - dann stießen sie auf eine Blockade von Gegendemonstranten. Zu dem Protest hatten unter anderen die Bündnisse "Leipzig nimmt Platz" sowie "Dresden nazifrei". Polizisten grenzte die Lager voneinander ab.

Bei der zentralen DGB-Kundgebung zum 1. Mai in Leipzig rief der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, Politik und Wirtschaft dazu auf, endlich für gleiche Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland zu sorgen. Bis heute sei das nicht gelungen, und es sei überfällig, sagte Hoffmann am Mittwoch auf dem Leipziger Markt. Rund 1500 Menschen verfolgten nach dpa-Schätzung die Rede des DGB-Chefs.

Es dürfe nicht sein, dass im Osten längere Arbeitszeiten gelten als im Westen Deutschlands. Der Kampf um die 35-Stunden-Woche müsse auch im Osten gewonnen werden, sagte Hoffmann. Die Angleichung der Rente in Ost und West bis 2024 komme ebenfalls zu spät. Das gehe auch schneller, man müsse es politisch nur wollen.

Bündnis Aufstehen gegen Rassismus bei Facebook

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