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Sachsen"Beispiellos erhalten" - 3.000 Jahre alte Siedlung entdeckt

30.03.2026, 13:25 Uhr
Das-Grabungsteam-hat-auf-einer-Flaeche-von-rund-einem-Hektar-mehrere-beispiellos-erhaltene-Gebaeudegrundrisse-und-strukturen-entdeckt

Archäologen stoßen bei Wellaune auf eine bronzezeitliche Siedlung mit außergewöhnlich gut erhaltenen Hausgrundrissen. Warum der Fund in Sachsen als einzigartig gilt.

Wellaune (dpa/sn) - Archäologen haben in Wellaune in Nordsachsen umfangreiche Strukturen einer mehr als 3.000 Jahre alten Siedlung aus der Bronzezeit gefunden. Im Zuge der Grabungen, die bereits seit Oktober vergangenen Jahres andauern, wurden bislang rund 1.900 Objekte gefunden. "Dass es dann so viele werden, war doch eine ziemliche Überraschung", sagte Saskia Kretschmer, zuständige Referatsleiterin beim Landesamt für Archäologie.

Das zehnköpfige Team entdeckte auf einer Fläche von rund einem Hektar mehrere "beispiellos erhaltene" Gebäudegrundrisse und -strukturen, bei denen es sich den Erkenntnissen nach um sogenannte Wandgräbchenhäuser in Pfosten- und Blockbauweise handelte. Eine derart gut erhaltene Siedlung sei in Sachsen bislang einzigartig, sagte Kathrin Balfanz, wissenschaftliche Grabungsleiterin.

Archäologin: Fläche war "eine der Toplagen ihrer Zeit"

Die Grabungsstätte in unmittelbarer Nachbarschaft zur Bundesstraße 2 lag vor 3.000 Jahren direkt am damaligen Verlauf der Mulde, erläuterte die Grabungsleiterin. Die Lage sei offenkundig gut geeignet für Siedler gewesen. Es habe sich um eine der Toplagen der damaligen Zeit gehandelt, so die Archäologin.

Zahlreiche Überschneidungen verschiedener Hausgrundrisse und Gruben würden belegen, dass auf der Fläche immer wieder gesiedelt worden sei. So belegten weitere Funde etwa von Keramiken, dass 1.400 Jahre später auch in der Kaiserzeit im 1. und 2. Jahrhundert Siedlungen in dem Bereich existierten.

Bereits im Oktober hatte das Grabungsteam ein Urnengräberfeld aus der Bronzezeit in einem benachbarten Bereich der aktuellen Grabungen präsentiert. Ob es unmittelbar mit der nun gefundenen Siedlung im Zusammenhang steht, soll nun die weitere Forschung zeigen.

Für eine Überraschung sorgte eine damals gefundene vermutlich mit Steinen gefüllte Tonkugel, bei der es sich den Archäologen zufolge um eine Rassel handelt, die möglicherweise für Bestattungsrituale verwendet worden ist.

Wellaune soll Ortsumgehung bekommen

Die Ausgrabungen wurden im Rahmen von Vorarbeiten zu einer bei Wellaune geplanten Ortsumgehung gemacht. Wellaune ist ein Ortsteil von Bad Düben in Nordsachsen, in dem Ort treffen drei Bundesstraßen aufeinander. Die Anwohner haben daher lange für eine Umgehungsstraße gekämpft. Zu Verzögerungen beim Baubeginn komme es nicht, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Archäologie. Parallel zu den andauernden Grabungen könne der geplante Straßenbau beginnen.

Quelle: dpa

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