SachsenNeues Gutachten soll Klarheit beim Bahn-Ausbau bringen

Knapp 500 Millionen Euro stehen für den Ausbau des Nordabschnitts der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz zur Verfügung. Doch schon jetzt ist klar: Das wird nicht reichen. Wie geht es nun weiter?
Chemnitz/Leipzig (dpa/sn) - Im Ringen um den Ausbau der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz soll ein neues Gutachten mehr Klarheit zum Nordabschnitt bringen. Dazu wird aktuell eine Machbarkeitsuntersuchung durchgeführt, wie das Infrastrukturministerium der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Dazu habe die Deutsche Bahn ein externes Büro beauftragt, hieß es. Zu den konkreten Inhalten des Auftrags wurden öffentlich keine Angaben gemacht.
Die Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz ist nicht nur für viele Pendler wichtig, sondern auch als Anbindung der Industrieregion Südwestsachsen an das Fernverkehrsnetz der Bahn. Zudem wird sie vom Güterverkehr genutzt. Doch als Reparation nach dem Zweiten Weltkrieg war einer der beiden Gleisstränge demontiert worden. Zudem gibt es keine Oberleitung.
Seit Jahren wird deswegen um einen zweigleisigen Ausbau samt Elektrifizierung gerungen. Dies soll einen 30-Minuten-Takt im Zugverkehr zwischen beiden Großstädten ermöglichen, ebenso wie Fernzüge bis nach Chemnitz.
Doch der Ausbau lässt noch Jahre auf sich warten. Nach jüngsten Aussagen des Infrastrukturministeriums sollen die Arbeiten für den Südabschnitt Geithain-Chemnitz 2032 beginnen und bis 2035 dauern. Dessen Finanzierung wird aus Geldern von Bund und Land bestritten.
Kosten für Nordabschnitt höher als bisheriges Budget
Dagegen ist der Zeitplan für den Nordabschnitt bis Leipzig völlig unklar, da die genauen Planungen ausstehen. Finanziert werden soll der Abschnitt Geithain-Leipzig aus Mitteln für den Strukturwandel in Kohleregionen. Daraus sind für dieses Projekt knapp 500 Millionen Euro eingeplant.
Doch schon jetzt ist offensichtlich, dass das Geld für ein zweites Gleis und die Elektrifizierung auf dem kompletten Abschnitt nicht reichen wird. Schon 2024 habe die Deutsche Bahn in einer Fortschreibung der bisherigen Schätzung die Kosten auf rund 750 Millionen Euro beziffert, hatte das Infrastrukturministerium im Februar auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Katja Meier (Grüne) geantwortet.
Die neuen Erkenntnisse der Machbarkeitsuntersuchung zum Nordabschnitt sollen dem Vernehmen nach im Mai vorliegen und dann zunächst intern ausgewertet werden. Öffentlich vorgestellt werden sollen sie bei einem Bahngipfel im Juni in Chemnitz.