SachsenSachsen legt bei Start-up-Gründungen deutlich zu

Die Euphorie um Künstliche Intelligenz ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Das treibt die Zahl der Start-up-Gründungen in bisher ungekannte Höhen. Sachsen ist vorn mit dabei.
Berlin/Dresden (dpa/sn) - Sachsen hat bei Start-up-Gründungen im vergangenen Jahr ordentlich zugelegt. Nach einer Analyse des Startup-Verbandes stieg die Zahl der Neugründungen 2025 binnen Jahresfrist von 77 auf 120. Mit einem Zuwachs von 56 Prozent liegt der Freistaat damit bundesweit sogar an der Spitze. Das Land mit den meisten neuen Start-ups ist Bayern (785) gefolgt von Nordrhein-Westfalen (658).
Gründerboom trotz Wirtschaftskrise
Trotz Krise stieg die Zahl der Start-up-Gründungen bundesweit auf einen Rekord. Im vergangenen Jahr entstanden 3.568 neue Wachstumsfirmen, 29 Prozent mehr als 2024. Die Zahlen liegen noch höher als im Boom-Jahr 2021, als die Corona-Pandemie für einen Digitalisierungsschub sorgte und etwa Lieferdienste und Finanz-Apps beflügelte. Grund für die Rekordzahlen ist die Euphorie um Künstliche Intelligenz, die Gründungen erleichtert und neue Geschäftsfelder eröffnet.
Weiter Schwächen bei der Finanzierung
"Über 3.500 Gründungen, ein Drittel mehr als 2024 – das zeigt den Mut und die Dynamik des deutschen Unternehmertums", sagt Kati Ernst, stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbands. Allerdings gebe es weiter Schwächen bei der Finanzierung, wenn es darum gehe Start-ups groß zu machen. Der Aufwärtstrend bei Gründungen wurde in fast allen Bundesländern verzeichnet. In Berlin entstanden mit 619 erneut die meisten Start-ups (plus 24 Prozent), deutlich vor München (290).
Künstliche Intelligenz als Bestandteil des Geschäftsmodells
27 Prozent aller gegründeten Start-ups nutzten KI als wichtigen Bestandteil ihres Geschäftsmodells, hieß es in der Studie, die in Zusammenarbeit mit der Analysefirma startupdetector entstand. Am meisten neue Firmen wurden im Software-Bereich gegründet (853). Künstliche Intelligenz präge viele Bereiche, sagte Arnas Bräutigam, Co-Gründer von startupdetector. "Wir sehen KI immer häufiger dort, wo konkrete Probleme gelöst werden – von Software über Medizin bis hin zu industriellen Anwendungen wird sie das Fundament neuer Geschäftsmodelle."