SachsenSachsen und Sardinien: Bewerbung um Einstein-Teleskop

Die Entfernung zwischen der Oberlausitz und Sardinien beträgt gut 1.200 Kilometer Luftlinie. Für ein Projekt zur Erkundung des Weltalls verbinden sich beide Regionen.
Nuoro (dpa/sn) - Sachsen und die italienische Region Sardinien wollen in der kommenden Woche ihre gemeinsame Bewerbung um das europäische Forschungsvorhaben Einstein-Teleskop besiegeln. Das ist auf einer Festveranstaltung am 17. Juli im Ethnografischen Museum in Nuoro (Sardinien) vorgesehen, teilte die Technische Universität Dresden als Partner der Bewerbung mit. Eine Absichtserklärung wurde bereits Anfang dieses Jahres in Rom signiert.
Grundlage der Zusammenarbeit ist die sogenannte Doppel-L-Konfiguration, bei der das Einstein Telescope (ET) künftig aus zwei komplementären L-förmigen Interferometern an den Standorten Lausitz und Sardinien bestehen soll, hieß es. Die Kooperationsvereinbarung wird auf deutscher Seite von der TU Dresden und dem Karlsruher Institut für Technologie getragen.
Einstein-Teleskop soll Gravitationswellen aus dem All messen
Das ET soll Gravitationswellen im All messen und auswerten. Das Vorhaben gilt als entscheidender Schritt bei der Erforschung des Universums. Mit ihm sollen Forscher etwa die Kollision von schwarzen Löchern erkennen und Erkenntnisse zum Beginn des Universums erhalten.
Für den Bau der Forschungsinfrastruktur gibt es derzeit drei international anerkannte Kandidatenregionen: die Lausitz, Sardinien sowie Region Euregio Maas-Rhein im Dreiländereck von Deutschland (Nordrhein-Westfalen), den Niederlanden und Belgien. Die Standortentscheidung soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 fallen.