SachsenSo viel Sprit dürfen Sachsen in der Garage lagern

Wer zu Hause Diesel oder Benzin lagern will, muss sich an klare Regeln halten. Was die sächsische Garagenverordnung dazu sagt und warum Hamsterkäufe riskant sind.
Leipzig (dpa/sn) - Die schwarz-rote Koalition will die Preise für Diesel und Benzin drücken und dafür die Energiesteuer für zwei Monate senken. "Danach wird automatisch wieder der alte Steuersatz gelten. Das bedeutet ehrlicherweise, dass jedenfalls dann die Preise auch wieder steigen werden", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Drohen nun Hamsterkäufe? Wie viel Diesel und Benzin dürfen private Haushalte überhaupt einlagern und was ist mit Brandschutz?
Darf ich Benzin und Diesel auf meinem Grundstück lagern?
Ja, aber es gibt Regeln. Ein Blick in die Sächsische Garagenverordnung klärt auf. Dort steht, dass in Mittel- und Großgaragen brennbare Stoffe außerhalb von Kraftfahrzeugen nicht aufbewahrt werden dürfen. "In Kleingaragen dürfen bis zu 200 l Dieselkraftstoff und bis zu 20 l Benzin in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern aufbewahrt werden." Kleingaragen haben in Sachsen eine Nutzfläche von bis zu 100 Quadratmetern, Mittelgaragen zwischen 100 und 1000 Quadratmetern und Großgaragen von mehr als 1000 Quadratmetern.
Warum kann mehr Diesel als Benzin aufbewahrt werden?
Diesel ist schwerer entflammbar als Benzin. Deshalb sind bei diesem Kraftstoff höhere Mengen zur Einlagerung erlaubt. Allerdings muss auch der Diesel in dafür geeigneten Behältern gelagert werden.
In welchen Kanistern darf Kraftstoff gelagert werden?
Generell müssen Diesel und Benzin aus Sicherheitsgründen immer in dafür zugelassenen, luftdichten und bruchsicheren Reservekraftstoff-Kanistern (RKK) gelagert werden. Diese sind an ihrer RKK-Zulassung und dem Flammsymbol erkennbar. Bei falscher Handhabung können giftige Dämpfe austreten oder gar ein explosives Luftgemisch entstehen. Mieter müssen außerdem beachten, dass viele Vermieter die Lagerung aus Brandschutzgründen in der Hausordnung untersagen.
Lohnt sich das Einlagern von Kraftstoff?
Wer größere Mengen Sprit zu Hause einlagert, geht im Grunde eine Wette ein, dass die Diesel- und Benzinpreise nach dem Ende der Steuererleichterung wieder deutlich ansteigen. Marcel Schauffler vom TÜV Thüringen rät von Hamsterkäufen ab. "Das private Einlagern von Benzin oder Diesel ist weder wirtschaftlich sinnvoll noch empfehlenswert", sagte Schauffler. Niemand wisse, ob die Preise nicht bald wieder sinken.
Auch langfristig sei durch eine private Kraftstofflagerung kein wesentliches Sparpotenzial möglich, zumal es auch Gefahren gebe. Generell müssten Diesel und Benzin aus Sicherheitsgründen immer besonders gelagert werden, betont der Experte. Bei falscher Handhabung könnten giftige Dämpfe austreten oder gar ein explosives Luftgemisch entstehen, gibt er zu Bedenken.
Welchen Plan hat die Bundesregierung?
Die Energiesteuer bei Diesel und Benzin soll um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter begrenzt auf zwei Monate gesenkt werden. Laut Bundeskanzler Merz (CDU) solle dadurch sehr schnell die Lage für die Autofahrer und Betriebe verbessert werden. Die Bundesregierung erwarte, dass die Mineralölbranche die Entlastung weitergebe. Die Koalition will es zudem Arbeitgebern im Jahr 2026 ermöglichen, eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie von 1.000 Euro zu zahlen. Zur Gegenfinanzierung der steuerlichen Mindereinnahmen soll die Tabaksteuer schon im Jahr 2026 erhöht werden.