SachsenSperrzonen nach ASP-Fund im Kreis Görlitz wieder aktiv

Nach einem neuen ASP-Fall im Kreis Görlitz gelten wieder Sperrzonen. Die Behörden setzen auf intensive Fallwildsuche und Bejagung, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Dresden (dpa/sn) - Nach dem neuerlichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Sachsen gibt es im Landkreis Görlitz wieder Sperrzonen. Im Spätherbst waren sie nach fünf Jahren ASP allesamt aufgehoben worden. Am 31. März war bei einem verendet aufgefundenen Tier in den Königshainer Bergen jedoch das ASP-Virus wieder nachgewiesen worden. Deshalb werden die Schutzmaßnahmen erneut aufgenommen.
Sperrzonen festgelegt
Eine Sperrzone II (Gefährdetes Gebiet) wurde mit einem Radius von etwa zehn Kilometern um den Fundort festgelegt, teilte das Sozialministerium mit. Das Gebiet umfasse Flächen beziehungsweise Teilflächen der Gemeinden Hohendubrau, Horka, Kodersdorf, Königshain, Markersdorf, Neißeaue, Quitzdorf am See, Schöpstal, Löbau, Niesky, Reichenbach, Vierkirchen und Waldhufen. Eine Pufferzone (Sperrzone I) schließt sich im Westen an den bestehenden Schutzkorridor entlang der Grenze zu Polen an und umschließt die Sperrzone II.
"Mit der Errichtung der Sperrzonen folgen wir den Auflagen der EU-Kommission. In dem Gebiet wird nun mit intensiver Fallwildsuche und gezielter Bejagung von Schwarzwild versucht, das Krankheitsgeschehen zu begrenzen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern", erklärte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Sie appellierte an alle Landwirte mit Schweinemast- und Schweinezuchtbetrieben in diesem Gebiet, Schutzmaßnahmen streng einzuhalten, damit das Virus auch weiterhin keine Hausschweine befällt.
ASP für Menschen ungefährlich
Die ASP ist eine Virusinfektion, die nur Wild- und Hausschweine betrifft. Für Menschen sowie für andere Tierarten ist sie ungefährlich. Sie verläuft fast immer tödlich und ist unheilbar. Überlebende Tiere entwickeln keine Immunität gegen das Virus und können sich somit erneut anstecken. Bisher gibt es keine Möglichkeit, die Schweine durch eine Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt durch den Menschen über kontaminierte Gegenstände und Futter übertragen werden.
Im September 2020 wurde in Brandenburg ein erster Fall von ASP bei einem Wildschwein in Deutschland bestätigt. Ende Oktober 2020 gab es den ersten Fall in Sachsen. Seither wurden ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen auch in Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen festgestellt. In Sachsen wurden bislang insgesamt 2.399 ASP-Fälle nachgewiesen. Hausschweine waren nicht betroffen.