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SachsenStellenabbau bei Wacker: Unruhe im Werk Nünchritz wächst

20.02.2026, 11:02 Uhr
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Im Werk Nünchritz von Wacker wächst die Unsicherheit: Beschäftigte warten auf Klarheit zum geplanten Stellenabbau. Betriebsräte fordern verbindliche Zusagen gegen betriebsbedingte Kündigungen.

Nünchritz (dpa/sn) - In der Diskussion um den geplanten Stellenabbau beim Münchner Chemiekonzern Wacker AG ist die Situation der Beschäftigten im sächsischen Werk in Nünchritz (Kreis Meißen) weiter unklar. Die Beschäftigten sind beunruhigt und warten auf genauere Informationen, sagte der Betriebsratsvorsitzende Göran Gust der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. "Jede Woche länger an Warten auf Informationen sorgt für weitere Gerüchte und weitere Verunsicherung." Demnach drängten alle Betriebsräte im Konzern auf Zusagen, dass betriebsbedingte Kündigungen vom Tisch sind. Derzeit berate der Konzernwirtschaftsausschuss über die angedachten Maßnahmen.

Sprecherin: Nünchritz gilt als effizienter, moderner Standort

Eine Sprecherin des Unternehmens verwies auf Anfrage auf laufende Gespräche mit Arbeitnehmervertretern. Wann es genauere Informationen geben könne, hänge vom Fortschritt der Gespräche ab. Die Wacker AG hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, jährlich 300 Millionen Euro einsparen und dafür unter anderem 1.500 Stellen abbauen zu wollen - den Großteil davon an deutschen Standorten. Erste Maßnahmen sollen demnach im ersten Quartal dieses Jahres umgesetzt werden. Ende Januar hatte das im MDax gelistete Unternehmen einen Verlust von rund 800 Millionen Euro nach vorläufigen Zahlen bekanntgegeben.

In Nünchritz beschäftigt die Wacker AG nach eigenen Angaben mehr als 1.500 Menschen und ist damit größter Chemiearbeitgeber Sachsens. Hinzu kommt ein Biotechnologie-Standort in Sachsen-Anhalt in Halle mit 250 Beschäftigten. Das Nünchritzer Werk gelte als effizienter, moderner Standort und zudem als wichtiger Ausbildungsort mit jährlich über 80 Auszubildenden, so die Unternehmenssprecherin. Es spiele eine zentrale Rolle in der Herstellung von Siliconen und hochreinem Polysilicium. Das Unternehmen beliefert unter anderem die Automobil-, Halbleiter- und Bauindustrie.

Quelle: dpa

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