SachsenWohnungsbau bricht ein - Sachsen verliert Milliardenumsatz

Der drastische Rückgang beim Wohnungsbau in Sachsen hat laut Studie spürbare Folgen für Wirtschaft und Staatseinnahmen. Gleichzeitig fehlen 20.000 Wohnungen im Freistaat.
Berlin/Dresden (dpa/sn) - Der Einbruch des Wohnungsbaus in Sachsen hat einer Studie zufolge die Konjunktur ausgebremst. 2025 seien im Freistaat rund 3.800 Wohnungen weniger gebaut worden als zwei Jahre zuvor, heißt es im sogenannten Bau-Monitor 2026. Dadurch gingen Nettoumsätze von gut einer Milliarde Euro verloren - das entspricht etwa 0,6 Prozent des sächsischen Bruttoinlandsproduktes von 2025. Dem Staat entgingen laut Studie 194 Millionen Euro Umsatz- und 71 Millionen Euro Grunderwerbsteuer.
Das Pestel-Institut hat den "Bau-Monitor" im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel erstellt. Bundesweit wurden demnach rund 84.600 Wohnungen weniger gebaut. Das entspricht einem Netto-Umsatzverlust von rund 26,9 Milliarden Euro.
40 Prozent weniger Wohnungen gebaut
In Sachsen wurden 2025 laut Angaben des Statistischen Landesamtes 5.510 Wohnungen fertiggestellt. Der Rückgang im Vergleich zu 2023 um 1.447 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern und um 2.387 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entspricht damit über 40 Prozent. Rund 385.000 Quadratmeter Wohnfläche wurden laut Baumonitor weniger gebaut.
Gleichzeitig fehlen in Sachsen trotz des Bevölkerungsrückgangs 20.000 Wohnungen. Denn obwohl in Sachsen immer weniger Menschen leben, steigt die Zahl der Haushalte und somit der Bedarf an Wohnraum: Während die Bevölkerung von 1995 bis 2025 um 11,5 Prozent auf 4,03 Millionen abnahm, stieg die Anzahl der Haushalte im gleichen Zeitraum um knapp 11 Prozent auf 2,16 Millionen.
Wohnkosten steigen an
Wohnen wird zudem immer teuer, in Sachsen ist der Anstieg aber deutlich schwächer als im Bundesschnitt, wie aus der Studie hervorgeht. Die durchschnittliche Nettokaltmiete für eine Wohnung einfachen Standards stieg im Freistaat von März 2015 bis März 2026 um knapp 37 Prozent - nach Sachsen-Anhalt und Thüringen der drittniedrigste Wert in ganz Deutschland. Bundesweit betrug der Anstieg demnach 53,5 Prozent.