ThüringenAbgeordnete für Erfassung von Straftaten mit K.-o.-Tropfen

"Das Tappen im Dunkeln muss ein Ende haben": Warum Abgeordnete im Thüringer Landtag mehr Aufklärung, Prävention und präzisere Zahlen zu K.-o.-Tropfen fordern.
Erfurt (dpa/th) - Parteiübergreifend haben sich Abgeordnete im Landtag offen für ein stärkeres Vorgehen gegen K.-o.-Tropfen gezeigt. Ein Antrag dazu von CDU, BSW und SPD sowie ein Antrag der Linken wurden einstimmig in den Sozialausschuss und in den Innenausschuss überwiesen. Die Koalition fordert in ihrem Antrag, Straftaten zu K.-o.-Tropfen statistisch zu erfassen. "Das Tappen im Dunkeln muss ein Ende haben", sagte die CDU-Abgeordnete Jane Croll. Das Landeskriminalamt soll gemeinsam mit der Landesregierung ein System dazu entwickeln.
Croll berichtete in ihrer Rede von Betroffenen. "K.-o.-Tropfen sind tückisch", sagte sie. Nach dem Eintritt der Wirkung gehe es häufig schnell. Was folge, sei für Betroffene meist nicht zu rekonstruieren. Sie hätten oft keine Kontrolle mehr über den eigenen Körper. Sie forderte zudem mehr Prävention und Aufklärung, zum Beispiel an Schulen.
Regionale Schwerpunkte entdecken
Auch die AfD stimmte der Überweisung der Anträge in die Ausschüsse zu. Möglicherweise habe sich der Deliktbereich K.-o.-Tropfen in den vergangenen Jahren besonders entwickelt, sagte der AfD-Innenpolitiker Ringo Mühlmann.
Der BSW-Innenpolitiker und Polizist Sven Küntzel machte darauf aufmerksam, dass eine statistische Erfassung der Straftaten beispielsweise Hinweise auf regionale Schwerpunkte geben könne.
Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) warb in ihrer Rede für einen Getränkeschutz, der zugleich ein Haargummi ist, den man aber auch am Handgelenk tragen kann.