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ThüringenBirgit Keller: Kompromisskandidatin für das Präsidentenamt

26.11.2019, 12:20 Uhr
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(Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa)

Erfurt (dpa/th) - Sie war Unternehmerin, Landrätin und Ministerin - jetzt ist sie Präsidentin des Thüringer Landtags: Birgit Keller. Sie ist die erste Linke, die an der Spitze des Thüringer Parlaments steht. Das verdankt sie dem Erfolg ihrer Partei bei der Landtagswahl am 27. Oktober, als die Linke erstmals in einem Bundesland stärkste Partei wurde. Keller kündigte nach ihrer Wahl am Dienstag an, ihr Amt unparteiisch zu führen. "Ich sehe mich als Präsidentin des gesamten Landtags."

Sie forderte die sechs Fraktionen zu Respekt und übergreifender Zusammenarbeit auf, damit tragfähige Entscheidungen vom Parlament gefällt werden könnten.

Die Nordthüringerin Keller löst im Präsidentenamt die Ostthüringerin Birgit Diezel ab, die auch Vize-Vorsitzende der CDU ist. Fast 30 Jahre hatte die CDU in Thüringen die Landtagspräsidenten gestellt.

Die 60 Jahre alte Keller war seit 2014 Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft in der rot-rot-grünen Landesregierung. Sie führte das Amt ohne größere Pannen, aber auch eher unauffällig. Keller war so etwas wie eine Kompromisskandidatin - mit ihrer eher konservativen Landwirtschaftspolitik war sie offenbar auch für andere Fraktionen akzeptabel. Die Fraktionschefin der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, hatte Keller nach ihrer Nominierung als für viele Fraktionen wählbar und als "Brückenbauerin" bezeichnet.

Vor ihrem Ministeramt war die neue Parlamentspräsidentin seit 2012 Landrätin im Kreis Nordhausen. Davor gehörte sie für drei Jahre als Abgeordnete dem Thüringer Landtag an. Insgesamt etwa zwölf Jahre ihres Berufslebens verbrachte sie als selbstständige Unternehmerin.

Keller ist gelernte Elektromonteurin und hat in der DDR Gesellschaftswissenschaften studiert. Kurz vor dem Mauerfall war sie von 1988 bis 1989 Mitarbeiterin der SED-Kreisleitung Nordhausen. Sie habe sich nie der Verantwortung entzogen, das SED-Unrecht in der DDR zu benennen, sagte Keller in ihrer Antrittsrede.

Thüringens neue Landtagspräsidentin stammt aus Eisleben in Sachsen-Anhalt. Sie hat zwei erwachsene Kinder.

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