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ThüringenBundeswehrübung: Wo zivile Unterstützung besser sein könnte

24.04.2026, 16:37 Uhr
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(Foto: Gregor Mühlhaus/dpa-Zentralbild/)

Mit einer länderübergreifenden Übung proben Soldaten und Zivilisten, wie sie zusammenarbeiten müssen, um Marschkolonnen zu versorgen. Eine erste Bilanz zeigt Verbesserungspotenzial in Details auf.

Breitenworbis (dpa/th) - Die Unterstützung von Soldaten durch zivile Organisationen funktioniert, doch es gibt in Details noch Verbesserungspotenzial. Das ist das vorläufige Ergebnis einer größeren Bundeswehrübung. Beispielsweise habe sich nach dem Eintreffen von zwei Marschkolonnen auf einem Gelände der Autobahnmeisterei Breitenworbis (Eichsfeld) gezeigt, dass die Ausschilderung dort noch besser sein könnte, sagte der Sprecher des Landeskommandos Thüringen, Oberstleutnant Claus Richter, der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte vor allem für solche Fälle, in denen ausländische Soldaten Teil solcher Marschkolonnen seien.

900 Soldaten üben Verlegung

Die Bundeswehr trainiert seit Mittwoch mit einer "Hesse-Thuringia-Exercise" (kurz: Hethex) genannten Übung die Verlegung von Soldaten und Großgerät über deutsche Straßen. An der Übung nehmen etwa 900 deutsche und US-amerikanische Soldaten teil, die bei ihren Märschen über mehrere Autobahnen etwa durch Polizei, Feuerwehr, Landratsämter und Autobahnmeistereien unterstützt werden – zum Beispiel, indem zivile Liegenschaften zum Tanken genutzt werden oder die Soldaten dort Essen und Trinken erhalten. Nach Bundeswehrangaben ist "Hethex 2026" die erste länderübergreifende Übung dieser Art in Deutschland. Sie wird gemeinsam von den Bundeswehr-Landeskommandos in Hessen und Thüringen verantwortet.

In den nächsten Tagen wollen sich die Bundeswehr, aber beispielsweise auch das Landratsamt des Landkreises Eichsfeld, genau anschauen, wo es bürokratische Hemmnisse für eine Zusammenarbeit gibt. Insgesamt sei das bisherige Fazit der Übung aber positiv, sagte Richter.

Unterstützung durch Zivilisten nötig

In den vergangenen Jahren hatte die Bundeswehr ihre Marschkolonnen in aller Regel nicht nur selbst organisiert, sondern sich auch um deren Durchführung mittels eigener Soldaten gekümmert. Mit der Übung soll nun geprüft werden, wie zivile Infrastruktur und zivile Einsatzkräfte bei der Versorgung von Marschkolonnen helfen könnten, wenn in einem Krisenfall größere Teile der Bundeswehr bereits an der Nato-Ostflanke im Einsatz wären und deshalb nicht mehr für die Versorgung solcher Kolonnen zur Verfügung stünden.

Der stellvertretende Verwaltungsstabsleiter des Landratsamtes Eichsfeld, David Werkmeister, sagte, auch die kommunale Behörde habe aus der Übung bereits erste Detailerkenntnisse gewonnen. Beispielsweise habe man gemerkt, dass in dem vom Verwaltungsstab genutzten Raum weitere Wandtafeln nützlich wären, um von diesem Gremium besprochene Ideen besser festhalten zu können. Außerdem sollten die Social-Media-Kanäle der Verwaltung für die Arbeit des Verwaltungsstabes genutzt werden.

Die Übung dauert noch bis Sonntag.

Quelle: dpa

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