ThüringenEtwas mehr Thüringer schwingen sich regelmäßig aufs Rad

Der neue Fahrrad-Monitor gibt Einblicke in Nutzungsgewohnheiten und zeigt, welche Verbesserungen gewünscht werden.
Erfurt (dpa/th) - Etwas mehr Menschen in Thüringen fahren regelmäßig Rad. Das geht aus dem Fahrrad-Monitor hervor. Bei der Befragung dafür gaben im vergangenen Jahr 38 Prozent der Teilnehmer in Thüringen an, täglich oder mehrmals das Fahrrad oder ein E-Bike zu nutzen. Das waren zwar weniger als im gesamtdeutschen Durchschnitt (41 Prozent), aber drei Prozentpunkte mehr als bei der vorangegangenen Befragung im Jahr 2023.
Rund 74 Prozent der befragten 14- bis 69-Jährigen in Thüringen nutzen zumindest selten das Rad. Am häufigsten wird es für Einkäufe und kurze Erledigungen genutzt (47 Prozent) oder um Freunde, Familie oder Bekannte zu besuchen (45 Prozent) sowie für Tagesausflüge (33 Prozent).
Wenn der Weg zur Arbeit mit dem Rad zu weit oder gefährlich ist
21 Prozent der Berufstätigen nutzen demnach das Fahrrad regelmäßig für den Arbeitsweg. Diejenigen, die den Arbeitsweg nicht mit dem Rad zurücklegen, begründeten dies besonders häufig damit, dass der Weg zu weit sei (49 Prozent), es zu lange dauere (47 Prozent) oder dass sie so Wind und Wetter ausgesetzt seien (42 Prozent). 26 Prozent gaben zudem an, nicht mit dem Rad zur Arbeit oder zur Bildungsstätte zu fahren, weil der Weg zu gefährlich erscheine.
Forderung nach mehr Radwegen
Eine Mehrheit der Befragten (66 Prozent) nahm ein angespanntes Klima zwischen Radfahrenden und anderen Verkehrsteilnehmern wahr. Etwas mehr als jeder zweite (56 Prozent) Teilnehmer fühlte sich sicher als Radfahrer im Straßenverkehr. Als Faktoren, die zu Unsicherheit führten, gaben die Befragten vor allem rücksichtsloses Verhalten von Autofahrern (58 Prozent aller Radfahrer stimmen zu), fehlende Radinfrastruktur (47 Prozent) und zu viel Verkehr auf den Straßen (45 Prozent) an.
Mehr Radwege zu bauen nannten 69 Prozent der Befragten als eine besonders wichtige Aufgabe für die Politik. 44 Prozent gaben die Trennung der Radfahrenden vom Autoverkehr an. Daneben zählten die Befragten sichere Fahrradabstellanlagen (39 Prozent), mehr Fahrradstraßen (39 Prozent) sowie mehr Schutz- und Radfahrstreifen (37 Prozent) zu den fünf dringlichsten Forderungen an die Politik.
Das macht die Politik
Mit Blick auf die Forderungen erklärte Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW): "Wir werden die Kommunen dabei unterstützen, ihre "Bike & Ride-Anlagen" zu verbessern oder auszubauen." Zudem sollen in den nächsten beiden Jahren mehrere Radwegprojekte an Bundes- und Landesstraßen begonnen oder fortgeführt werden sowie neue Fahrradstraßen entstehen. Sieben Projekte sollen noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden.
Repräsentative Umfrage alle zwei Jahre
Der Fahrrad-Monitor erhebt alle zwei Jahre repräsentativ das subjektive Stimmungsbild der Radfahrenden in Deutschland. Dafür werden im Rahmen einer Online-Studie bundesweit Bürgerinnen und Bürger zwischen 14 und 69 Jahren befragt. In Thüringen wurden dieses Mal im Zeitraum vom 27. Mai bis 15. Juli 2025 insgesamt 502 Menschen befragt. Seit 2009 führt das unabhängige SINUS-Institut die Befragung mit Förderung durch das Bundesverkehrsministerium durch.