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Thüringen Migrationsbeauftragte: Krise gefährdet Jobs von Flüchtlingen

Thüringer Migrationsbeauftragte Mirjam Kruppa. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Den Job wegen der Corona-Krise zu verlieren ist schon für einen deutschen Staatsbürger schlimm. Für Geflüchtete kann die Situation aber noch ganz andere Folgen haben - wie Thüringens Migrationsbeauftragte sagt.

Erfurt (dpa/th) - Die Corona-Krise wird nach Einschätzung von Thüringens Migrationsbeauftragter Mirjam Kruppa auch für Flüchtlinge weitreichende Folgen haben. Einerseits sei für deren Integration ein Arbeitsplatz entscheidend, sagte Kruppa der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn die wirtschaftliche Situation jetzt angespannt ist, sind das aber andererseits die ersten, die ihre Arbeit verlieren." Kruppa seien nach eigenen Angaben erste Fälle bekannt, in denen Geflüchteten - etwa Reinigungskräften in Hotels - gekündigt worden sei.

Arbeitslosigkeit bedeute Kruppa zufolge für Geflüchtete nicht nur, dass diese ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbst bestreiten könnten. Der Kontakt zu den in der Regel deutschen Kollegen ginge zudem verloren. Bei manchen sei die Frage, ob sie schon möglichst lange und durchgängig Arbeit haben, an die Frage geknüpft, ob sie überhaupt in Deutschland bleiben dürfen.

Dass Menschen auf dem Arbeitsmarkt angekommen seien, sei auch für Entscheidungen der sogenannten Härtefallkommission wichtig, sagte Kruppa. Das Gremium des Freistaats kann nach Angaben des Migrationsministeriums Flüchtlingen und anderen Ausländern, die nach Behördenentscheidung ausreisen müssten, eine Aufenthaltserlaubnis erteilen - soweit dringende humanitäre oder persönliche Gründe dafür sprechen. Die Härtefallkommission ist beim Thüringer Migrationsministerium angesiedelt.

Auch, um eine sogenannte Beschäftigungsduldung zu erhalten, müssten Flüchtlinge für eine lange Zeit ununterbrochen einen Job gehabt haben, so die Migrationsbeauftragte. "Corona schlägt so gesehen direkt auf Geflüchtete durch", sagte Kruppa.

Infolge der Corona-Krise sind in vielen Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt worden, befristete Arbeitsverträge wurden nicht verlängert. Besonders hart hat es unter anderem das Hotel- und Gaststättengewerbe getroffen. Nach Angaben des Geschäftsführers des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Thüringen, Dirk Ellinger, können viele Betriebe derzeit nicht einmal geringe Umsätze erzielen.

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