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ThüringenMissbrauchsprozess: Lehrer bestreitet Vergewaltigungen

23.01.2026, 10:41 Uhr
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Den Missbrauch von Schülerinnen hat der Mann zwar gestanden, doch er weist zurück, vergewaltigt zu haben. Bei einer wichtigen Vernehmung zu diesen Vorwürfen wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Erfurt (dpa/th) - Im Missbrauchsprozess gegen einen weiteren Lehrer eines Erfurter Gymnasiums hat der Mann jegliche Vergewaltigungsvorwürfe zurückgewiesen. Sein Mandant bestreite ausdrücklich, dass er gegen den erkennbaren Willen der Nebenklägerin gehandelt oder dabei Gewalt angewendet habe, ließ der Angeklagte über seinen Anwalt erklären.

Er habe die besagte damalige Schülerin in seiner Funktion als Chorleiter an der Schule kennengelernt, nach deren 18. Geburtstag habe sich eine intime Beziehung entwickelt, hieß es weiter in der durch den Verteidiger am Landgericht Erfurt verlesenen Erklärung.

Aussage der Nebenklägerin unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Direkt nach dieser Erklärung sollte die betroffene junge Frau als Zeugin aussagen. Die Öffentlichkeit wurde jedoch auf Antrag ihrer Anwältin von der Vernehmung ausgeschlossen. Die öffentlichen Erörterungen der Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich könnten schutzwürdige Interessen der Nebenklägerin verletzen, betonte der Vorsitzende Richter Holger Pröbstel.

Der Andrang bei der Verhandlung war erneut groß. Auch Schülerinnen der Schule verfolgten den Prozess. Bei einem früheren Verhandlungstermin hatte der 58-jährige Angeklagte bereits dutzende Missbrauchsvorwürfe eingeräumt und gestanden, sich an Schülerinnen vergangen zu haben.

Drei Nebenklägerinnen

Konkret wirft die Staatsanwaltschaft dem Musik- und Religionslehrer vor, drei Schülerinnen missbraucht zu haben. Angeklagt sind Taten im Zeitraum von März 2013 bis April 2025. Alle drei Opfer treten in dem Prozess als Nebenklägerinnen auf. Sie sollen bei Beginn der Taten 15 beziehungsweise 16 Jahre alt gewesen sein.

Das Erfurter Landgericht hatte erst Ende Oktober 2025 einen anderen Lehrer des Gymnasiums wegen des jahrelangen sexuellen Missbrauchs einer Schülerin zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Quelle: dpa

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