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Thüringen Muslime starten unter Corona-Bedingungen in den Ramadan

Datteln werden beim Fastenbrechen im Fastenmonat Ramadan gereicht. Foto: Paul Zinken/dpa/Archivbild

(Foto: Paul Zinken/dpa/Archivbild)

Der Fastenmonat Ramadan ist eine wichtige Zeit für Muslime und eigentlich auch sehr durch Gemeinschaft geprägt. Wie sonst üblich gemeinsam zu beten und das Fasten zu brechen, ist dieses Jahr aber kaum möglich.

Erfurt/Jena (dpa/th) - Muslime in Thüringen müssen Ramadan in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Krise ohne große Feiern zum Fastenbrechen begehen. Das ist aber zumindest nach Darstellung des Vorsitzenden des Islamischen Kulturvereins Jena kein großes Drama. "Wir fasten ja trotzdem wie immer und das Fasten ist das Wichtige zu Ramadan", sagte Housam Zakkour der Deutschen Presse-Agentur. Das Fastenbrechen sei dagegen freiwillig. Auch Abendgebete zu Ramadan ließen sich zuhause durchführen.

"Viele können in den Familien wie sonst auch zusammen das Fasten brechen", sagte Zakkour. Dass der Verein nun größere gemeinsame Feiern nicht anbieten könne, treffe in erster Linie Alleinstehende, Studierende etwa. "Besonders einschneidend ist, dass das wichtige Freitagsgebet aktuell nicht möglich ist. Aber wir haben das akzeptiert und so ist auch die Situation zu Ramadan nicht schlimmer für uns", so Zakkour. Etwa 70 Gläubige kommen seinen Angaben nach in der Regel zu den Freitagsgebeten in die Räume des Vereins zum gemeinsamen Beten.

In Thüringen können Gottesdienste jeglicher Art ab Donnerstag wieder stattfinden - allerdings nur unter Einhaltung von Auflagen: So dürfen unter freiem Himmel etwa höchstens 50 Menschen zusammen kommen.

Thüringens Integrationsbeauftragte Mirjam Kruppa betonte, dass für Muslime im Ramadan die gleichen Beschränkungen gelten, wie für andere Glaubensgemeinschaften auch. Es seien sicherlich Einschränkungen, sagte sie gerade auch mit Blick auf das große "Eid al-Fitr"-Fest zum Abschluss des Fastenmonats. AfD-Partei- und Fraktionschef Björn Höcke warf der Landesregierung vor, die für den 3. Mai angekündigte Corona-Ausnahmeregel für Gottesdienste wegen des Ramadans vorverlegt zu haben.

Auch seitens der Ahmadiyya-Gemeinde in Thüringen hieß es, dass man trotz der Einschränkungen, die einen massiven Einschnitt bedeuten würden, hinter den Auflagen der Bundes- und Landesregierungen stehe. Für die etwa 100 Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde in Thüringen beginnt Ramadan am Samstag, wie ihr Sprecher Suleman Malik mitteilte. Die Gemeinde baut aktuell die erste Moschee Thüringens in Erfurt. "Trotz Corona wird unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften, weiter an der Moschee gearbeitet", sagte Malik. Es sei aber noch offen, ob die geplante Eröffnung dieses Jahr klappe. "Auch wegen der Ungewissheit, die Corona mit sich bringt."

Der wichtige Fastenmonat für Muslime beginnt diese Woche. Berechnungen zum Zeitraum für Ramadan richten sich nach dem Erscheinen der Neumondsichel und können variieren. Während Ramadan verzichten Muslime zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang vier Wochen lang etwa auf Essen und Trinken. Geht die Sonne unter, wird das Fasten gebrochen - üblicherweise durchaus in einer großen Runde. Genaue Zahlen, wie viele Muslime in Thüringen leben, gibt es nicht. Im Büro Kruppas geht man von mehreren Tausend aus.

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