ThüringenBuchenwald-Gedenken ohne Reden von Überlebenden

Seit Mitte der 1990er Jahre haben immer Überlebende anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers gesprochen. Dieses Jahr ist das anders - aus einem Grund.
Weimar (dpa/th) - Das Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald findet am Sonntag erstmals seit mindestens 30 Jahren ohne eine Rede von Überlebenden statt. Als Hintergrund nannte der Sprecher der Gedenkstätten-Stiftung, Rikola-Gunnar Lüttgenau, die Einschränkungen im Flugverkehr wegen des Iran-Kriegs. Einige Überlebende hätten daher ihren geplanten Besuch absagen müssen.
Zum Gedenken an den 81. Jahrestag der Befreiung werden dieses Wochenende ihm zufolge dennoch zwei ehemalige Insassen erwartet: der heute 98 Jahre alte Alojzy Maciak aus Polen und der 99-jährige Andrej Moiseenko aus Belarus. Von beiden seien aber keine Redebeiträge geplant.
Seit Mitte der 1990er-Jahre das Internationale Komitee Buchenwald Dora und Kommandos (IKBD) die Veranstaltung organisiere, habe es immer Reden von Überlebenden gegeben, sagte Lüttgenau weiter. Wie es bei früheren Gedenkfeiern ausgesehen habe, wisse er nicht.
Zum offiziellen Gedenkakt am Sonntag ist als Hauptredner Hape Kerkeling angekündigt, dessen Großvater in Buchenwald inhaftiert war. Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) wird erwartet.