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ThüringenSexualisierte Gewalt im Netz: Pläne für Beratungsstelle

14.04.2026, 04:02 Uhr
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(Foto: Elisa Schu/dpa)

Das Beratungsangebot bei Fällen von sexualisierter Gewalt im digitalen Raum wird nachgeschärft. Mit einem Maßnahmenplan will man Betroffene besser unterstützen.

Erfurt (dpa/th) - In Thüringen soll ein Konzept für eine Beratungsstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt im digitalen Raum erarbeitet werden. Das sieht ein Maßnahmenplan vor, den die Sozial-Staatssekretärin Tina Rudolph und Thüringens Gleichstellungsbeauftragte Nadja Sthamer heute vorstellen. Bislang gibt es eine solche Beratungsstelle im Freistaat nicht, sie soll an bestehende Strukturen angegliedert werden, wie es hieß.

Zuvor hatte Frauenministerin Katharina Schenk (SPD) bereits klargemacht, dass sie bei dem Thema Bedarf an Beratungsmöglichkeiten für Betroffene in Thüringen sieht. In Thüringen wird das Thema schon länger im politischen Raum diskutiert. Der Landtag hatte in der vergangenen Legislaturperiode beschlossen, dass eine Definition für "geschlechtsspezifische Gewalt im digitalen Raum" erarbeitet werden solle, "damit ein Maßnahmenplan für die Bereiche Polizei, Justiz, Bildung und Jugend sowie die Beratungsstellen entwickelt werden kann".

Ausleihgeräte für Betroffene

Ein solcher Maßnahmenplan liegt dem neuen Kabinett nun vor. Er sieht vor, dass Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen Endgeräte ausleihen können, wenn die Geräte der Betroffenen etwa mit Spyware oder Schadprogrammen infiziert sind oder von Ermittlern sichergestellt wurden, um sie auszuwerten.

Der Maßnahmenplan setzt außerdem auf Fort- und Ausbildung bei der Kriminalpolizei und den Polizeiinspektionen. Im Bereich der Prävention sieht der Plan unter anderem einen Sicherheitscheck für digitale Endgeräte, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie täterbezogene Studien vor.

Quelle: dpa

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