ThüringenThüringer SPD-Ministerin kritisiert Krankschreibe-Regelung

Morgens krank und gleich zum Arzt? Die Thüringer Gesundheitsministerin sieht eine geplante Neuregelung dazu kritisch - auch mit Blick auf die Belastung der Praxen.
Erfurt (dpa/th) - Thüringens Gesundheits- und Arbeitsministerin Katharina Schenk hat Pläne der schwarz-roten Koalition im Bund kritisiert, eine Krankschreibung ab dem ersten Tag einzuführen. "Es ist aus meiner Sicht nicht zielführend sich Morgens mit Übelkeit in die Praxis zu schleppen, statt einfach einen Tag Bettruhe zu halten", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.
Zuvor hatte sich der Koalitionsausschuss von Union und SPD im Bund um Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf ein 34 Punkte umfassenden Reformpaket zu Steuern, Arbeit und Entbürokratisierung verständigt. In einem Papier dazu hieß es: "Wir führen eine verpflichtende Vorlage der AU-Bescheinigung ab dem ersten Tag der Erkrankung sowie im Rahmen der Umsetzung des Primärarztgesetzes eine "Termingarantie Fachärzte" ein". Ausnahmen sollen auf Betriebsebene möglich sein, betonte Merz. Auch die in der Corona-Pandemie oft gelobte telefonische Krankschreibung soll wieder abgeschafft werden.
Schenk sagte, die Pläne leisteten jedenfalls keinen Beitrag zur Entlastung von Arztpraxen. "Ich finde das keine zufriedenstellende Kompromisslinie in einem Papier, das sonst auch viele gute Schritte formuliert." Angesichts der Nutzungszahlen der telefonischen Krankschreibung scheine es eher um Symbolik als um die Lösung eines realen Missbrauchsproblems zu gehen. "Für mich ist klar: Die Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt täglich ihr Bestes - über die und deren Rahmenbedingungen sollte man viel intensiver sprechen", sagte die Ministerin und stellvertretende SPD-Landesvorsitzende in Thüringen.