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Thüringen Unternehmen sehen Standortnachteil durch hohe Kosten

Ein Bauarbeiter mit einem Gasbrenner beim Bau eines Mehrfamilienhauses.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbol)

Erfurt (dpa/th) - Ein Teil der Unternehmen in Thüringen erwägt nach einer Umfrage Betriebsverlagerungen oder Investitionen außerhalb des Freistaats wegen des hohen Kostendrucks. Die unabsehbare Kostendynamik bei Energie und Material beunruhigt die Unternehmen stark, erklärte der Geschäftsführer des Verbandes der Wirtschaft Thüringens (VWT), Stephan Fauth, am Dienstag in Erfurt.

Das habe eine Umfrage des Instituts der Wirtschaft Thüringens unter den im Dachverband VWT zusammengeschlossenen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden im November ergeben. Diese verträten 254 Firmen mit rund 47.000 Beschäftigten. Direkt beteiligt an der Umfrage hätten sich zudem 55 Firmen.

Fauth verlangte schnelle und treffsichere Hilfen für die Wirtschaft in der Energiekrise. Dazu will Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Erfurt informieren.

Laut Verband befürchtet etwa ein Zehntel der Befragten ein Ende des Geschäftsbetriebes binnen eines Jahres. 19 Prozent gaben an, ihre Produktion gedrosselt oder unterbrochen zu haben. 12 Prozent der Befragten würde denke darüber nach, Thüringen den Rücken zu kehren und ihr Unternehmen zu verlagern, knapp 10 Prozent erwögen das für Firmenteile. Etwa jeder Fünfte, der sich an der Umfrage beteiligt hat, denke darüber nach, Investitionen nur noch im Ausland umzusetzen. Eine Mehrheit, 45 Prozent, wolle aber weiter in Thüringen investieren.

Die aktuelle Lage wurde laut Umfrage noch eher positiv bewertet. Aktuell betrage die durchschnittliche Auslastung 7,5 Monate und liege damit auf hohem Niveau, äußerte Fauth. Einige Betriebe hätten von einem möglichen "Vorholeffekt" bei einzelnen Aufträgen berichtet. Grund sei die Sorge der Auftraggeber über weiter steigende Preise. Trotz der schwierigen Lage sei die Beschäftigungssituation in den Unternehmen stabil, Fachkräfte würden gehalten.

Quelle: dpa

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