ThüringenVerkehrsprobleme und Schulschließungen wegen Schnee und Eis

Thüringen liegt zum Wochenstart unter einer dünnen Schneedecke. Auto-, Bus- und Bahnfahrer standen vor Herausforderungen, die Polizei registrierte zahlreiche Verkehrsunfälle.
Erfurt (dpa/th) - Schneefälle und glatte Straßen haben in Thüringen für einen rutschigen Wochenstart mit vielen Unfällen, Staus, ausgefallenen Zügen und geschlossen Schulen geführt. Von Mitternacht bis zum Mittag zählte die Polizei rund 166 witterungsbedingte Unfälle allein auf Autobahnen und Landstraßen, mehrere Menschen wurden teils schwer verletzt. Gegen Mittag begann sich die Lage wieder zu entspannen, hieß es aus der Landeseinsatzzentrale.
Bei allen 42 auf Autobahnen erfassten Unfällen sei unangepasste Geschwindigkeit auf winterglatter Fahrbahn die Unfallursache gewesen, teilte die Autobahnpolizei mit. Den Gesamtsachschaden schätzt sie auf knapp eine halbe Million Euro.
Teilweise blockierten querstehende Lastwagen den Verkehr. Wegen Glätte oder nach Unfällen waren manche Straßen und Straßenabschnitte zeitweise gesperrt, etwa die Bundesstraße 84 im Raum Eisenach, wie aus dem ADAC-Staumelder hervorging.
Gefrierender Regen und Neuschnee hatten zahlreiche Straßen in spiegelglatte Flächen verwandelt. Vor allem am Hermsdorfer Kreuz kämpften Autofahrer zeitweise mit größeren Behinderungen. Probleme gab es auch auf der Autobahn 71 zwischen Stadtilm und Arnstadt und auf der A4 an der Landesgrenze zu Hessen.
Einschränkungen bei der Bahn
Die winterlichen Bedingungen sorgten auch im Fernverkehr der Deutschen Bahn für Probleme. Es kam laut Bahn zu Ausfällen und Verspätungen bei der ICE-Verbindung von Frankfurt über Eisenach, Erfurt und Leipzig nach Dresden. Die Züge von München über Erfurt, Leipzig, Bitterfeld und Wittenberg nach Berlin fuhren ebenfalls verspätet.
Die Erfurter Bahn gab auf ihrer Internetseite bekannt, dass aufgrund der aktuellen Witterung auf mehreren Regionalbahnlinien Züge ausfallen können. Betroffen sind demnach die Linie RB32 zwischen Saalfeld (Saale) und Blankenstein, die RB26 zwischen Weimar und Kranichfeld sowie die Linie RB76 zwischen Zeitz und Weißenfels und die Linie RB22 zwischen Saalfeld (Saale) und Gera Hauptbahnhof. Ein Ersatzverkehr mit Bussen habe nicht eingerichtet werden können.
Die Südthüringen Bahn verwies auf ihrer Website darauf, dass es auf der Linie RB41 zwischen Meiningen und Eisenach vermutlich bis in den Nachmittag hinein zu Verspätungen kommen kann.
Einige Schulen geschlossen
Wegen des Wetters blieben in Thüringen zum Wochenstart mindestens 16 Schulen geschlossen, wie das Bildungsministerium mitteilte. Die Zahl könne im Laufe des Tages noch steigen, hieß es. Teils wurde der Ausfall des Schulbusverkehrs als Grund genannt. "Wo Bedarf an Notbetreuung besteht, ist diese abgesichert", erklärte ein Ministeriumssprecher.
Auch im Busverkehr kam es zu Ausfällen, etwa im Saale-Holzland-Kreis, wie die zuständigen Stadtwerke Jena mitteilten. In Erfurt fuhren die Straßenbahnen wegen Schneeglätte unregelmäßig.
Wintersportaussichten verbessert
Das Wetter hatte aber auch seine positiven Seiten, vor allem für Wintersportler. In den Höhenlagen des Thüringer Waldes verbessern sich die Aussichten für Skilangläufer. Im mehr als 800 Meter hoch gelegenen Neuhaus am Rennweg etwa wuchs die Schneedecke zwischen Sonntagabend und dem Morgen auf 27 Zentimeter, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes mitteilte. In diesem Zeitraum seien zehn Zentimeter Neuschnee gefallen. Da in den nächsten Stunden mit weiteren Schneefällen zu rechnen sei, dürfte die Neuschneeauflage noch etwas wachsen – und angesichts anhaltenden Dauerfrosts vorerst auch liegen bleiben.
Auch in den nächsten Tagen müssen sich die Menschen in Thüringen auf glatte Straßen einstellen. Laut DWD ist am Dienstag mit gefrierender Nässe zu rechnen. Am Mittwoch wird laut DWD ein erneutes Tiefdruckgebiet erwartet. Vor allem in Thüringen sowie im Harz und dem Vogtland wird mit kräftigem Schneefall gerechnet.