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ThüringenVerregneter Start in die Thüringer Erdbeersaison

07.05.2026, 12:55 Uhr
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Thüringen hat einen der größten Anbaubetriebe für Erdbeeren in Ostdeutschland. In Gebesee nördlich von Erfurt begann jetzt die Saison - trotz Dauerregens. Wie die süßen Früchte geschützt sind.

Gebesee (dpa/th) - Bei strömendem Regen hat in Gebesee die Thüringer Erdbeersaison offiziell begonnen. Im Erdbeerhof Gebesee werden die roten Früchte auf einer Fläche von etwa 100 Hektar angebaut, sagte Geschäftsführerin Andrea Leefers. "Wir sind der größte Anbaubetrieb in Thüringen und der zweitgrößte in Ostdeutschland." Der Dauerregen der vergangenen Tage habe keinen größeren Schaden angerichtet. "Regen brauchen wir."

Die Erdbeeren, die jetzt gepflückt werden, seien in Folientunneln geschützt gewachsen. Die Pflanzen, die auf Dämmen gezogen werden, blühten größtenteils noch, so Leefers. Sie setze darauf, dass – wie von Meteorologen prognostiziert – ein Ende der Regenperiode in Sicht ist.

Anbaufläche von Erdbeeren gestiegen

Nach Angaben des Thüringer Agrarministeriums ist die Anbaufläche der Früchte nach einem viele Jahre rückläufigen Trend im Jahr 2025 um elf Prozent gestiegen. 19 Freilandbetriebe, darunter drei ökologische, kultivieren Erdbeeren im Freistaat. 13 der Betriebe bewirtschafteten jedoch nur auf kleinen Flächen zwischen einem und zehn Hektar.

"Regionale Erdbeeren sind mehr als ein saisonales Genussmittel – sie stehen für kurze Lieferketten und eine starke Thüringer Landwirtschaft", erklärte Agrarministerin Colette Boos-John, die zusammen mit Ministerpräsident Mario Voigt (beide CDU) beim Erntestart mit Erdbeerkönigin Juliane I. dabei war. Die Bedingungen für den Erdbeeranbau seien in Deutschland jedoch "alles andere als einfach, insbesondere die Herausforderungen durch steigende Lohnkosten und europäischen Wettbewerb".

Anbau in Folientunneln nimmt zu

Nach Meinung von Boos-John steht der Erdbeerhof Gebesee beispielhaft dafür, "wie Innovationsbereitschaft, moderne Anbauverfahren und Investitionen helfen, die Zukunft zu sichern. Wir unterstützen diesen Weg mit gezielten Förderprogrammen."

Im vergangenen Jahr wurden in Thüringen 79 Dezitonnen Erdbeeren pro Hektar geerntet - das entsprach dem langjährigen Mittel. Insgesamt kamen 748 Tonnen der süßen Früchte in Körbe und Schalen oder wurden in der Industrie verarbeitet, so das Statistische Landesamt. Laut Ministerium gewinnt der geschützte Anbau in Folientunneln und Gewächshäusern auch in Thüringen an Bedeutung. Bei der Ernte werden viele Saisonkräfte aus dem Ausland eingesetzt.

Quelle: dpa

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