ThüringenVoigt: Azubis sollen Betreuung wie Studenten erhalten

Viele Menschen kamen zur DGB-Kundgebung am Tag der Arbeit in Erfurt. Thüringens Ministerpräsident sagte Arbeitnehmern die Unterstützung der Regierung zu und kündigte Verbesserungen für Azubis an.
Erfurt (dpa/th) - Thüringens Auszubildende sollen künftig besser betreut werden. Geplant sei der Aufbau einer Ausbildungskammer als gemeinsames Projekt mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, sagte Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) bei einer DGB-Kundgebung zum Tag der Arbeit in Erfurt. Die Kammer, die sich um die Belange von Auszubildenden kümmern solle, sei vergleichbar mit dem Studierendenwerk.
Voigt nannte am Rand der Kundgebung Unterkünfte für Azubis, die fern ihres Wohnortes ihre Lehre absolvieren, oder Nahverkehrstickets als mögliche Aufgaben der Kammer. Das Studierendenwerk an Hochschulen ist für die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Betreuung von Studierenden zuständig.
Voigt: Thüringen soll arbeitnehmerfreundlich sein
Der Regierungschef bekräftigte vor mehreren hundert Kundgebungsteilnehmern, dass die Landesregierung angesichts des harten Strukturwandels um jeden Industriearbeitsplatz kämpfen werde. Die Entscheidung des Zalando-Vorstandes, das Logistikzentrum mit rund 2.700 Arbeitnehmern in Erfurt zu schließen, bezeichnete Voigt als unanständig. Der engagierten Zalando-Belegschaft sei "der Stuhl vor die Tür gestellt worden".
Dass bei der Kundgebung in Erfurt sowohl politische Parteien als auch die DGB-Gewerkschaften vertreten waren, bezeichnete der CDU-Politiker als starkes Signal. Nachholbedarf sieht Voigt bei der Tarifbindung der Betriebe in Thüringen. "Thüringen soll ein arbeitnehmerfreundliches, wirtschaftsstarkes Land sein", so der Regierungschef.
DGB-Veranstaltungen in 16 Städten
An einer Demonstration durch die Erfurter Innenstadt beteiligten sich nach Angaben einer DGB-Sprecherin etwa 1.000 Menschen. Auch Thüringens SPD-Chef und Innenminister Georg Maier und Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD) reihten sich ein.
Am Tag der Arbeit hatte der DGB zu Kundgebungen und Demonstrationen in 16 Thüringer Städten aufgerufen, darunter in Weimar, Nordhausen, Ilmenau, Bad Salzungen, Altenburg, Jena oder Greiz. Sie standen unter dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite". Die DGB-Gewerkschaften haben in Thüringen nach Angaben einer Sprecherin mehr als 110.000 Mitglieder. Das entspricht etwa jedem siebten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Freistaat.