ThüringenWeniger Arbeitslose in Thüringen - aber keine Trendwende

Im Mai war es für junge Arbeitslose etwas leichter, eine neue Anstellung zu finden. Die Zahl der Arbeitslosen sank in Thüringen - doch die Aussichten sind verhalten.
Erfurt (dpa/th) - Die Arbeitslosigkeit in Thüringen ist im Mai trotz schwacher Konjunktur zurückgegangen. 69.551 Menschen waren arbeitslos, wie die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur mitteilte. Das waren 1.866 Frauen und Männer weniger als im April - ein Rückgang von 2,6 Prozent. Die Regionaldirektion sprach von einem saisonalen Effekt, der üblichen Frühjahrsbelebung. Auch im Vergleich zu Mai 2025 gab es einen leichten Rückgang von einem Prozent.
Die Arbeitslosenquote betrug 6,4 Prozent und lag 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert von April sowie auf dem Niveau des Vorjahresmonats.
"Der Arbeitsmarkt in Thüringen trotzt der wirtschaftlichen Lage", erklärte der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Markus Behrens. Erfreulich sei, dass es bei jungen Menschen unter 25 Jahren den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit gegeben habe.
Die Arbeitsmarkt-Perspektive für die kommenden Monate bleibe jedoch verhalten ebenso wie die vom Sachverständigenrat prognostizierten Konjunkturerwartungen. Der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr verdeutliche die geringe Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes, so Behrens.
Ältere und Langzeitarbeitslose haben es schwer
Der größte Teil der Arbeitslosen waren nach den Daten der Regionaldirektion Menschen im Alter ab 50 und Langzeitarbeitslose - jeweils mit einem Anteil von rund 36 Prozent.
Im Mai fanden 4.952 Arbeitslose eine Beschäftigung. Das waren 604 Menschen weniger als im April, aber 148 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt meldeten sich 4.928 Menschen im Mai aus einer Beschäftigung arbeitslos - etwa so viele, wie eine Arbeit fanden.
Große regionale Unterschiede
Die geringste Arbeitslosigkeit wiesen erneut der Eichsfeldkreis mit 4,2 Prozent und der Kreis Hildburghausen mit 4,3 Prozent aus. Beide Kreise gelten als Pendlerregionen nach Hessen und Niedersachsen sowie Bayern. Aber auch das Weimarer Land mit einer Quote von 4,8 Prozent.
Schwierig bleibt der Arbeitsmarkt in Gera mit einer Arbeitslosenquote von 10,3 Prozent und im Altenburger Land mit 9,1 Prozent. Auch Suhl, sowie die Kreise Nordhausen und Kyffhäuser weisen Quoten zwischen 7,5 und 8,2 Prozent aus.
Zurückgegangen sind im Mai die Ankündigungen von Unternehmen, Kurzarbeit zu starten. Es habe 46 solcher Anzeigen für 560 Beschäftigte gegeben, so die Regionaldirektion. Im April waren es noch 86 Anzeigen für 1.096 Beschäftigte. Kurzarbeit droht damit in einigen Metallfirmen, aber auch bei der Bauvorbereitung und in der Möbelproduktion.