Reise

So reist man gut und sicher Mit dem Auto Irland richtig erfahren

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Rechts ranfahren, das macht man in Irland normalerweise nicht.

(Foto: jwa)

Wer Irland nicht mit dem Rad oder zu Fuß erkunden möchte, braucht ein Auto. So lässt sich das Land am besten erfahren - Autofahrer sollten aber einige Tipps beachten, damit der Urlaub frustfrei und der Wagen heil bleibt.

Irland ist ein Land, das man sich erfahren muss - im wahrsten Sinne des Wortes. Wer die grüne Insel erleben will, braucht ein eigenes Auto oder einen Mietwagen, der für die Zeit des Besuchs Unabhängigkeit und flottes Vorankommen garantiert. Es gibt viele Gründe dafür, mit dem Rad unterwegs zu sein oder die Insel zu erwandern - aber wer sich nicht nur auf einen kleinen Teil des reizvollen Landes beschränken möchte, kommt an einem Auto nicht vorbei.

Mit dem eigenen Auto ...

Die Anreise mit dem eigenen Wagen ist eine naheliegende Option. Vom holländischen Rotterdam und Seebrügge in Belgien fahren Fähren ins englische Hull, vom französischen Calais aus kommen Autofahrer nach Dover oder per Autozug durch den Eurotunnel nach Folkestone. Nimmt man den Landweg über England in Kauf, geht es ab Liverpool, Holyhead oder Pembroke weiter nach Irland. Von den französischen Orten Cherbourg und Roscoff kommt man auch direkt nach Dublin oder in die weiter südlich gelegenen Orte Rosslare und Cork.

Achtung: Die Reisezeiten sind lang (17 bis 20 Stunden für die direkte Überfahrt) und die Preise variieren bei den Anbietern Brittany Ferries, Irish Ferries und Stena Line stark. Ein Beispiel für zwei Personen mit Kleinwagen: Eine Direktverbindung von Cherbourg oder Roscoff kostet Frühbucher grob ab 100 Euro aufwärts, Kurzentschlossene müssen aber bis zu 500 Euro zahlen. Ein Hin- und Rückfahr-Ticket kann insgesamt günstiger sein, hier fallen bei Frühbuchern 220 bis 300 Euro an, spontane Trips können auch mal 500 bis 700 Euro kosten.

... oder lieber mit Mietwagen?

Eine gute Alternative ist ein Mietwagen, den man an jedem Flughafen und in größeren Orten bekommt. Hier empfiehlt sich dringend die Buchung im Vorfeld - je spontaner, desto teurer. Wer clever bucht, bekommt einen Kleinwagen mit guten Konditionen (Vollkasko ohne Selbstbeteiligung!) für 40 bis 50 Euro pro Tag, die Preise variieren aber stark. Gut zu wissen: Sprit kostet in Irland ungefähr so viel wie in Deutschland, tendenziell etwas weniger. An vielen Provinz-Tankstellen gibt es nur zwei Sorten, Bleifrei ("Unleaded") und Diesel.

Achtung, links fahren! 

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Irlands Straßen sind manchmal wunderschön - und oft sehr schmal.

(Foto: jwa)

Größtes Problem für deutsche Autofahrer: In Irland fährt man links. Potenziell kritische Situationen gibt es viele. Beim Abbiegen aus einer Seitenstraße gilt wie auch beim Überqueren einer Straße: Erst rechts, dann links schauen! In Kreisverkehre biegt man links ein, von rechts kommende Autos haben Vorfahrt. Vorsicht gilt auf Straßen ohne Fahrbahnmarkierung, von denen es viele gibt - wenn einem hier nach längerer Zeit ein Auto entgegenkommt, will man aus Reflex schon einmal nach rechts ausweichen. In den touristisch erschlossenen Gegenden mahnen Schilder unter anderem auf Deutsch: "Links fahren!" In einsameren Gegenden muss man schon selbst dran denken.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung sollte man unbedingt einhalten. Während viele Iren auf der Autobahn auch schneller als die erlaubten 120 Km/h fahren, sind auf Landstraßen oft schon 80 oder 100 Km/h eigentlich zu schnell oder gar unmöglich, denn scharfe Kurven und holpriger Straßenbelag machen das Fahren nicht immer zum Vergnügen. Hier kann ein etwas größerer Wagen sinnvoll sein, der nicht jede Unebenheit mit einem Rumpeln quittiert.

Automatik, bitte!

Problematisch an großen Autos ist aber: Viele Straßen sind sehr schmal, oft passen zwei Autos nur knapp aneinander vorbei, beim Ausweichen nach links wischen oft Zweige und Blätter der Hecken am Wegesrand am Wagen entlang. Wenn es ganz eng wird, muss einer links ranfahren - hierzu gibt es immer wieder Haltebuchten auf einer Seite, manchmal muss man das Fahrzeug aber auch beherzt ins Gebüsch setzen.

Übrigens: Die größte Schwierigkeit bei einem irischen Mietwagen ist das Schalten mit der linken Hand - daran gewöhnt man sich nicht so schnell. Ein Wagen mit Automatikgetriebe ist also für Ungeübte ein wahrer Segen.

Maut

Auf den irischen Autobahnen um die größeren Städte gibt es streckenweise eine Maut ("Toll"). Eine Durchfahrt kostet 1,90 Euro, zahlbar in Bar beim Kassierer oder am Automaten (kein Wechselgeld!). Auf der Autobahn M50 um Dublin gibt's einen Sonderfall: Hier knipsen Kameras die Nummernschilder der durchfahrenden Autos. Die Mautgebühren von 3,10 Euro werden elektronisch bezahlt ("eToll"), entweder per Smartphone-App, in einer der zahlreichen mit "Payzone" gekennzeichneten Bezahlstationen im ganzen Land oder auf der Website www.eflow.ie. Achtung: Die Zahlung muss bis 20 Uhr am Folgetag erfolgen, sonst werden Strafgebühren fällig.  

Zuletzt ein Verhaltenstipp: Auf irischen Straßen geht es meist freundlich zu. Kommen sich zwei Autos entgegen und einer muss ausweichen, grüßt und dankt man per Handzeichen, egal ob man selbst ausweicht oder den Vortritt bekommt. Lässt man jemanden überholen (meistens Einheimische), bedankt sich dieser in der Regel, indem er kurz den Warnblinker einschaltet. Fälle von "Road Rage", also Ärger im Straßenverkehr, sind selten. In diesem Fall gilt also: Tun Sie's den Iren gleich. Mit Gelassenheit kommt man am besten ans Ziel.

Quelle: ntv.de

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