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Weltgrößter Vogelpark wird 50 Walsrode lässt Kolibris fliegen

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Geer Scheres, Geschäftsführer des "Weltvogelparks, mit einem Rosakakadu.

dpa

Winzige Kolibris, elegante Flamingos, dazu ein gewaltiges Blütenmeer - der Vogelpark in Walsrode gilt als größter der Welt. 2012 wird er 50 Jahre alt. Neue Attraktion für die Besucher ist das Kolibri-Haus.

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Eine Rostbauchamazilie beim Füttern des Nachwuchses, fotografiert in einer Kolibri-Voliere im Weltvogelpark Walsrode.

(Foto: dpa)

Eben steht der kleine Vogel noch in der Luft, dann saust er durch seine Voliere. Auch routinierte Fotografen haben Schwierigkeiten, den farbenprächtigen Winzling zu erwischen. Der Kolibri lebt im Vogelpark Walsrode - die Parkanlage in der Lüneburger Heide zeigt auf 240.000 Quadratmetern rund 675 verschiedene Vogelarten und gehört damit zu den artenreichsten Zoos der Welt. Am 17. März 2012 öffnet der Park seine Tore für die Jubiläumssaison, denn in diesem Jahr wird er 50 Jahre alt. Neue Attraktion für die Besucher ist in dieser Saison das Kolibri-Haus.

"Das ist was Tolles und in Europa ganz Seltenes", sagt Ornithologe Peter H. Barthel, Herausgeber der Fachzeitschrift "Limicola", über das Kolibri-Haus. Den Park in Walsrode schätzt er seit langem: "Das ist fraglos eine sehr bedeutende Einrichtung, die als größter Vogelpark der Welt gilt."

International engagiert

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Ein Rothalskasuar in einem Freigehege.

(Foto: dpa)

Geschäftsführer Geer Scheres betont das internationale Engagement des Parks. "Traditionell leistet der Weltvogelpark einen Beitrag zu Nachzuchtprojekten weltweit und ist seit 50 Jahren die deutsche Referenz im Bereich Vogelschutz." Zur Zeit werden Projekte in 30 Ländern unterstützt.

Der britische Artenschutzexperte Nigel J. Collar lobt das nachhaltige Engagement in Walsrode ausdrücklich. "Dem Weltvogelpark ist es mehrmals gelungen, weltweit einzigartige Nachzuchten bedrohter Arten zu realisieren." Rund 35.000 Nachzuchten haben sich in Walsrode durch die Eierschale ans Licht der Welt gearbeitet.

Verzicht auf radfahrende Papageien

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Riesentukan mit Traube im Schnabel.

(Foto: dpa)

Geschäftsführer Geres hofft bei seinen Besuchern auf langfristiges Interesse. "Anders als andere Shows arbeiten wir nur mit dem natürlichen Verhalten der Tiere und verzichten etwa auf fahrradfahrende Papageien - da geht es auch um die Würde der Tiere."

Der heutige Weltvogelpark begann zunächst als privates Hobby eines Walsroder Kaufmanns, der Fasanen und Wassergeflügel züchtete. Von 1962 an entwickelte sich der Park dann zum Anziehungspunkt für Vogelliebhaber aus aller Welt.

In der unteren Ebene des neuen Kolibri-Hauses können die Besucher die schwebenden Akrobaten live aus nächster Nähe bewundern, oben werden die farbenprächtigen Vögel nachgezüchtet.

Gefährliche Kausuar-Krallen

Nebenan in der Freiflughalle tummeln sich Pelikane in den Wellen, Rote Sichler gleiten durch die Luft. Zwei Ecken weiter wartet hinter Zaun und Wassergraben der mannshohe Rothalskasuar, dessen gefährliche Kralle schon manches Menschenleben in Papua-Neuguinea beendet haben soll. Daneben leben Greifvögel wie die mächtige Harpyie und der pfeilschnelle Wanderfalke.

In der Jubiläumssaison sind neue exotische Vogelarten dazugekommen. Dazu gehören etwa Felsenhähne aus dem Hochland des Amazonasgebiets und Kapuzinervögel aus dem südamerikanischen Regenwald. "Mit diesen Neuzugängen machen wir unseren Besuchern ein sehr schönes Geburtstagsgeschenk", hofft Scheres. Er ist optimistisch: Die Besucherzahl sei 2011 auf 300.000 gestiegen, sagt er - das seien 80.000 mehr als im Jahr zuvor.

Quelle: n-tv.de, Peer Körner, dpa

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