Reise
Idylle am Saskatchewan River im Banff-Nationalpark.
Idylle am Saskatchewan River im Banff-Nationalpark.(Foto: imago/robertharding)
Dienstag, 05. Dezember 2017

Saskatchewan, Manitoba und Co: Wo Kanadas Natur noch fast unberührt ist

Kanadas Wildnis ist für spektakuläre Landschaften bekannt. Doch gibt es dort noch so etwas wie echte Geheimtipps? Wer in abgelegene Regionen des Landes fährt, kann die Natur noch einmal intensiver erleben. Besonders drei Gegenden eignen sich dafür.

Geheimtipp - eigentlich ein inflationär missbrauchtes, überstrapaziertes Versprechen. Aber sie sind noch nicht ausgestorben, die seltenen Orte auf dieser Welt, die das Prädikat verdienen. Vor allem in Kanada, diesem riesigen, an unberührter Natur so reichen Land. Zu ihnen zählen die Northwest Territories im hohen Norden sowie die Prärieprovinzen Saskatchewan und Manitoba im Herzen des Landes.

Unterwegs auf dem Dempster Highway.
Unterwegs auf dem Dempster Highway.(Foto: imago/Westend61)

Hoch im Norden Kanadas liegen die Northwest Territories. Imposante Natur, ursprüngliche Wildnis und eine faszinierende Tierwelt - dies alles zeichnet die Region aus, die touristisch bisher nur schwach erschlossen ist und gerade deshalb erstklassige Reisebedingungen für Naturliebhaber und Abenteurer bietet. Getreu dem Motto "Der Weg ist das Ziel" führen Traumstraßen wie der Yellowknife oder der Mackenzie Highway ganz unberührt von der Hektik der Zivilisation durch Kanadas wilden Nordwesten, vorbei an grandiosen Naturschauplätzen und Geheimnissen aus längst vergangenen Tagen.

Beim Roadtrip mit dem Wohnmobil auf dem Dempster Highway, der in Dawson City im Yukon Territory beginnt und durch einige der schönsten und abgelegensten Wildnis-Landschaften Nordamerikas führt, war nach stolzen 736 Kilometern in Inuvik im Norden der Northwest Territories das finale Ziel erreicht. Das 3500 Einwohner zählende Städtchen liegt etwa 100 Kilometer vor dem Nordpolarmeer nahe der nördlichen Waldgrenze am Übergang von der Taiga zur Tundra und ist die größte Stadt Kanadas nördlich des Polarkreises.

Entspannt mit dem Camper durch die Northwest Territories

Atemberaubende Natur im Mackenzie Mountains Nahanni National Park.
Atemberaubende Natur im Mackenzie Mountains Nahanni National Park.(Foto: imago/All Canada Photos)

Weiter nördlich hätte man auf dem Landweg nur im Winter reisen können, denn bisher führte lediglich eine meterdicke Eisstraße über den Mackenzie River und den Arktischen Ozean bis nach Tuktoyaktuk am Ufer der Beaufort Sea. Jedes Jahr im Frühjahr brach diese Lebensader jedoch jäh durch einsetzendes Tauwetter weg, so dass die rund 800 Bewohner der kleinen Gemeinde im Sommer bislang auf den Transportweg per Flugzeug angewiesen waren. Doch seit November 2017 ist alles anders. Nach fast vierjähriger Bauzeit wurde eine neue Allwetterstraße eröffnet, die als Verlängerung des Dempster Highways auf 138 Kilometern von Inuvik nach Tuktoyaktuk an die Nordküste Kanadas führt. Es ist die erste ganzjährig befahrbare Straße zum Arktischen Ozean und damit die erste, die Kanadas Küsten auf dem Landweg miteinander verbindet.

Die neue (noch namenlose) Straße wird das Leben der Menschen in "Tuk" maßgeblich verändern: Neben günstigeren Preisen für Lebensmittel und größerer Reiseflexibilität freut man sich dort fortan natürlich auch auf jede Menge Besucher, die die arktische Region im Norden der Northwest Territories erkunden möchten.

Saskatchewan: Westernreiten unterm Sternenhimmel

Idyllisch und völlig abgeschieden liegt die La Reata Ranch im Südwesten der Prärieprovinz Saskatchewan in den Rolling River Hills, wo sich der Saskatchewan River zum Lake Diefenbaker weitet. Auf 2000 Hektar Land leben hier rund 200 Rinder und Kälber, 20 Pferde und George, der Cowboy aus Mülheim. Vor rund 20 Jahren hat der ehemalige Landschaftsgärtner die Ranch am Ufer des Stausees gekauft und sich hier einen Lebenstraum erfüllt.

Freundliche Cowgirls winken auf der La Reata Ranch. Jeder Gast bekommt einen passenden Vierbeiner aus, egal ob Anfänger oder erfahrener Reiter. Die Ausritte durch die offene Prärielandschaft, über die hügeligen River Hills und die sanft abfallenden Sandstrände des Lake Diefenbaker sind einzigartig: Es gibt nur das Pferd und die grenzenlose Weite der Prärie.

Die täglichen Ausritte dienen der Kontrolle des Viehbestands. Georges Rinder bewegen sich im Sommer frei auf 20 Quadratkilometern. Abends zeichnet sich der Mond am wolkenlosen Himmel ab. Die Pferde wissen genau, wo sie hintreten. So kann man die Stimmung und den funkelnden Sternenhimmel Saskatchewans wirken lassen.

Manitoba: In der arktischen Tundra

Für jeden, der das Abenteuer sucht und sich gerne abseits ausgetretener Pfade bewegt, bietet die Provinz Manitoba in Kanadas Mitte einzigartige Möglichkeiten. In kaum einer anderen Region kann man wilde Tiere besser in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. So zum Beispiel in Churchill, einem einsamen Außenposten am Ufer der Hudson Bay hoch oben im Norden Manitobas.

Ein alter Schulbus wartet in Churchill - es ist der Flughafen-Zubringer. Freundlich grüßt Fahrer Colin mit einem Gewehr in der Hand. "Nur zu unserer Sicherheit", grinste er. Nach Ankunft in der urig-gemütlichen Lazy Bear Lodge geht das Programm auch schon los. Trotz Windstille fallen unzählige Schaumkronen auf dem Wasser der Hudson Bay auf. Von wegen Wellenkämme, es sind Belugas. Rund 5000 dieser freundlichen Meeressäuger kommen im Juli und August in die Flussmündungen von Churchill River und Seal River, um hier ihre Jungen zur Welt zu bringen. Besucher können die verspielten Weißwale auf verschiedenste Arten beobachten: Bei einer Schiffstour lauscht man dem Gezwitscher der Belugas über Wassermikrofone. Etwas näher kommt man den freundlichen Tieren bei einer Paddeltour im Kajak.

Wer weit reist, kann die in den kanadischen Provinzen wirklich spektakuläre Natur erleben. Gerade die Tierbeobachtungen bieten einzigartige Urlaubserfahrungen.

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Quelle: n-tv.de

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