Noch ist SonnensaisonFünf Gründe, warum spätestens im August ein Balkonkraftwerk her muss

Ein Balkonkraftwerk lohnt sich nicht nur im Hochsommer. Fünf Gründe zeigen, warum der Einstieg auch im August noch sinnvoll ist – und weiteres Warten bares Geld kosten kann.
Die längsten Tage des Jahres sind zwar vorbei, die Solarsaison ist damit aber noch lange nicht beendet. Auch im August und September kann ein Balkonkraftwerk einen relevanten Teil des täglichen Stromverbrauchs abdecken. Wer die Anschaffung ohnehin plant, sollte deshalb nicht bis zum kommenden Frühjahr warten.
1. Das Balkonkraftwerk senkt sofort den Strombezug
Ein Balkonkraftwerk muss sich nicht erst über komplizierte Abrechnungen im Nachhinein bezahlt machen. Sobald die installierten Module Sonnenlicht in Strom umwandeln, versorgen sie auch direkt die laufenden Verbraucher im Haushalt. Kühlschrank, Router, Unterhaltungselektronik und andere Geräte beziehen entsprechend weniger Energie aus dem öffentlichen Netz, sobald die Sonne scheint. Die Ersparnis beginnt damit am Tag der Inbetriebnahme – und je früher man startet, desto mehr Strom wird gespart.
Kleines Kraftwerk Duo: Komplett-Set mit moderner Modultechnik
Die Variante Duo des deutschen Anbieters Kleines Kraftwerk kombiniert zwei Solarmodule mit jeweils 480 Watt Peak (Wp) mit einem Markenwechselrichter von Hoymiles (HiFlow 800 Pro). Die bifazialen Glas-Glas-Module setzen dabei auf Back-Contact-Zellen, bei denen sich die elektrischen Kontakte auf der Rückseite befinden. Dadurch entsteht eine homogene, vollschwarze Front ohne sichtbare Leiterbahnen.
Der Wechselrichter speist mit bis zu 800 Watt in das Hausnetz ein und verfügt über zwei getrennte MPP-Tracker, WLAN sowie Bluetooth. Über die S-Miles-Home-App lassen sich Erträge und Einspeisung kontrollieren. Ein fünf Meter langes Anschlusskabel mit Schutzkontaktstecker ist enthalten. Wichtig: Mit 960 Wp Solarleistung ist dabei der Anschluss nach VDE-Norm ohne abgesicherte Steckvorrichtung (z. B. Wieland-Stecker) möglich.
2 Sunpro-Module mit jeweils 480 Watt Peak
Bifazial, Glas-Glas mit Back-Contact-Zelltechnik
Hoymiles HiFlow 800 Pro mit maximal 800 Watt
WLAN, Bluetooth und App-Kontrolle
5-Meter-Anschlusskabel mit Schutzkontaktstecker
Halterungen optional (99 Euro Aufpreis)
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
2. Die ertragreiche Zeit ist noch nicht vorbei
Der August gehört in Deutschland weiterhin zu den sonnenreichen Monaten. Nach dem langjährigen Mittel des Deutschen Wetterdienstes kommen bundesweit rund 212 Sonnenstunden zusammen. Selbst der September erreicht im Durchschnitt noch knapp 157 Stunden – genug, damit ein Balkonkraftwerk weiterhin relevante Stromerträge liefern kann.
Hinzu kommt: Solarmodule benötigen dabei weder große Hitze noch einen wolkenlosen Himmel. Entscheidend ist die einfallende Sonnenstrahlung. Auch bei wechselhaftem Wetter und niedrigeren Temperaturen produziert eine Anlage weiterhin Strom. Wer es genauer wissen möchte, kann den Solar-Rechner der EU (PVGIS) nutzen, der neben Region und Monat auch Faktoren wie Winkel der Solarpanels und die Himmelsrichtung einbezieht.
3. Jede weitere Verzögerung kostet möglichen Ertrag
Ein Balkonkraftwerk spart natürlich nur dann Stromkosten, wenn es auch angeschlossen ist. Bleibt die Anschaffung bis zum nächsten Frühjahr liegen, verstreichen mehrere Monate, in denen ein Teil des Haushaltsverbrauchs bereits durch den selbst erzeugten Strom hätte gedeckt werden können. Das verschiebt zugleich die Amortisation nach hinten. Denn selbst wenn Herbst und Winter deutlich weniger Ertrag liefern, ist dieser Strom nicht wertlos. Kühlschrank, Router und andere Geräte laufen schließlich das ganze Jahr.
Balkonkraftwerk mit Jackery-Solarspeicher: Solarstrom auch am Abend
Das bei Yuma angebotene Komplett-Set mit Jackery-Stromspeicher geht einen Schritt weiter als ein einfaches Balkonkraftwerk. Zwei bifaziale Glas-Glas-Module liefern zusammen 1.000 Wp, und der erzeugte Strom fließt direkt in den Jackery SolarVault 3 Pro. Das Gerät kombiniert dabei Wechselrichter und Speicher mit 2,52 Kilowattstunden Kapazität in einem Gehäuse.
Damit lässt sich tagsüber erzeugte Energie für die Abendstunden zurückhalten, anstatt sie ungenutzt ins öffentliche Netz abzugeben. Der Speicher besitzt vier getrennte MPP-Tracker und kann später mit Zusatzakkus bei Bedarf auf bis zu 15 Kilowattstunden erweitert werden. Ebenfalls enthalten ist ein dreiphasiger Smart Meter, dessen Einbau allerdings durch eine qualifizierte Elektrofachkraft erfolgen muss.
2 bifaziale Sunpro-Glas-Glas-Module mit insgesamt 1.000 Watt Peak
2,52 Kilowattstunden Speicherkapazität, erweiterbar auf bis zu 15 Kilowattstunden
Display zur Verbrauchs- und Ertragskontrolle
Automatisches Aerosol-Brandschutzsystem
Dreiphasiger Smart Meter und 3-Meter-Anschlusskabel im Lieferumfang
Halterungen gegen Aufpreis (ab 80 Euro)
4. Installation und Anmeldung sind überschaubar
Im Vergleich zu einer großen Dachanlage benötigt ein Balkonkraftwerk wenig Platz und lässt sich häufig ohne umfangreiche Umbauarbeiten montieren. Viel Planung ist also nicht nötig. Als Standorte für ein Balkonkraftwerk kommen neben dem Balkongeländer unter anderem eine Terrasse, ein Flachdach, eine Garage oder eine geeignete Hauswand infrage. Wichtig sind eine stabile Befestigung und ein möglichst nicht verschatteter Platz. Für Steckersolargeräte mit vereinfachter Anmeldung im Marktstammdatenregister gelten dabei maximal 800 Watt Wechselrichterleistung und bis zu 2.000 Watt angeschlossene Modulleistung als gesetzlich festgelegte Grenze. Eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist dann nicht mehr erforderlich.
5. Im August lässt sich der Standort realistisch prüfen
Ein auf dem Papier geeigneter Balkon kann in der Praxis zeitweise durch Bäume, Dachüberstände oder benachbarte Gebäude verschattet werden. Im August lässt sich noch unter sommerlichen Bedingungen beobachten, wie sich Sonne und Schatten im Tagesverlauf über die Module bewegen. Das ergibt die Möglichkeit, die Position oder den Winkel der Module anzupassen. Das ist wichtig, weil bereits kleinere Schatten die Leistung eines Moduls beeinträchtigen können. Wer erst im weniger sonnigen Herbst plant, kann schwerer beurteilen, wie gut der Standort während der ertragreichsten Monate tatsächlich funktioniert.
Fazit: Besser im August starten als bis zum Frühjahr warten
Der August ist nicht die letzte Gelegenheit für ein Balkonkraftwerk. Er ist aber ein sinnvoller Zeitpunkt, um noch einen Teil der ertragreichen Saison mitzunehmen und die Stromkosten bereits im laufenden Jahr zu senken. Auch im Herbst und Winter produziert die Anlage weiter. Wer ohnehin über die Anschaffung nachdenkt, gewinnt durch weiteres Warten daher wenig – verzichtet aber auf Strom, den die Module bereits erzeugen könnten.