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Platinum-Card-Inhaber aufgepasstAmerican Express und Lufthansa beenden Kooperation – welche Lounge-Optionen bleiben?

29.04.2026, 11:37 Uhr
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Die Lounge-Vorteile fallen für Inhaber der Platinum-Karte künftig anders aus. (Foto: IMAGO / Westend61)

Für viele Vielreisende kommt diese Entwicklung unerwartet: Zu Ende September endet die Partnerschaft zwischen American Express und Lufthansa. Damit entfällt für Inhaber der Platinum Card ab dem 1. Oktober 2026 der Zugang zu den Lufthansa-Lounges an den Airports.

Die beiden Unternehmen konnten sich nicht auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit einigen. In der Folge richtet der Kreditkartenanbieter seinen Fokus stärker auf unabhängige Lounge-Netzwerke. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Priority-Pass-Programm, das bereits Bestandteil der Platinum Card ist.

Welche Auswirkungen hat das für Reisende?

Auch ohne Lufthansa-Lounges müssen Platinum-Kunden nicht auf Komfort am Flughafen verzichten. Rückzugsorte zum Entspannen, Arbeiten oder Essen bleiben an den meisten großen Airports verfügbar. Allerdings kann sich das Niveau je nach Lounge unterscheiden. An Standorten wie Leipzig/Halle oder Köln/Bonn waren alternative Angebote ohnehin schon die einzige Option, da es dort keine Lufthansa-Lounges gibt.

Neben dem weltweiten Lounge-Zugang zu exklusiven Lounges und denen weiterer Airlines bietet die Platinum Card noch weitere Services. Auf einen Blick:

  • Zugang zu folgenden Airport-Lounges: The Centurion Lounge und Escape Lounges, Delta Sky Club, Airspace Lounge und Plaza Premium Lounge (gilt für Haupt- und Zusatzkarteninhaber, teilweise auch Zutritt für Begleitpersonen)

  • Priority Pass: Zugang zu mehr als 1.400 weiteren Airport-Lounges weltweit (gilt für Haupt- und Zusatzkarteninhaber + jeweils einen Gast) im Wert von über 1.800 Euro (bei voller Nutzung für vier Personen) jährlich

  • Willkommensbonus: bis zu 85.000 Punkte für Neukunden

  • Membership Rewards Programm: ein Punkt pro Euro Kartenumsatz, der sich gegen Prämien und Meilen eintauschen lässt

  • Weitere Leistungen: Reise-Versicherungspaket, Schutz bei Online-Einkäufen, Status-Upgrades bei Hotel- und Mietwagenpartnern, jährliche Guthaben (Gesamtwert 650 Euro) für Hotels, Flüge, SIXT ride, Shopping und Restaurants

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Hinweis: Die Konditionen von Finanzprodukten können sich schnell ändern. Sollten sich die Konditionen von den hier angegebenen unterscheiden, hat der Anbieter sie nach Veröffentlichung des Artikels angepasst.

Alternative Lounges an ausgewählten deutschen Flughäfen

Mit dem Auslaufen der Kooperation verlagert sich das Angebot auf unabhängige Lounges, die über Programme wie Priority Pass zugänglich sind. Eine Priority-Pass-Mitgliedschaft müssen Inhaber einer American Express Platinum Card beantragen, sie ist allerdings kostenlos. Ein Überblick über ausgewählte deutsche Flughäfen zeigt, welche Optionen mit der American Express Platinum Card ab dem 1. Oktober 2026 weiterhin bestehen:

Frankfurt am Main:

  • LuxxLounge (Terminal 1)

  • Air France Lounge (Terminal 2, Concourse D)

  • Primeclass Lounge und Priority Lounge (Terminal 2, Concourse E)

Hamburg

  • Airport Lounge (zwischen Terminal 1 und 2)

München

  • Airport Lounge Europe und Airport Lounge World (Terminal 1)

Berlin-Brandenburg

  • Lounge Tegel (Terminal 1)

Düsseldorf

  • DUS Rhein Lounge (Terminal B)

  • DUS Open Sky Lounge (Terminal C)

Köln/Bonn

  • The Lounge Köln-Bonn (Terminal 1 und 2)

Leipzig/Halle

  • The Lounge Leipzig/Halle (Terminal B)

Nürnberg

  • Dürer Lounge (Terminal 1)

Je nach Flughafen fällt die Umstellung unterschiedlich ins Gewicht. Während etwa in Hamburg zentrale Alternativen gut erreichbar sind, kann es zum Beispiel in Düsseldorf oder München längere Wege zwischen den Terminals geben. In Frankfurt steht Reisenden im Terminal 1 künftig noch die LuxxLounge zur Verfügung. Sie liegt allerdings vor den Sicherheitskontrollen, der Entspannungsfaktor kann für Reisende daher mitunter geringer ausfallen als bei den dortigen Lufthansa-Lounges.

Wie lässt sich der Zugang zu Lufthansa-Lounges weiterhin sichern?

Leider bieten auch andere Premium-Kreditkarten wie Visa Infinite oder Mastercard World Elite keinen Zugang zu Lufthansa-Lounges. Wer auch künftig die Lounges der größten deutschen Fluggesellschaft nutzen möchte, hat daher im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:

Über die Reiseklasse: Passagiere mit First-Class- oder Business-Class-Tickets erhalten je nach Buchung Zugang zu entsprechenden Lounges. First-Class-Gäste, die mit Lufthansa bzw. einer Airline der Star Alliance fliegen, können dabei auch Senator- und First-Class-Lounges nutzen, wohingegen Business-Class-Reisende auf die Business-Lounges beschränkt sind.

Vielfliegerstatus: Alternativ ermöglicht ein entsprechender Status in Vielfliegerprogrammen den Zutritt. Besonders relevant sind:

  • HON Circle Member: Exklusivster Vielfliegerstatus der Miles & More bietet Zugang zu Lufthansa First-Class-Lounges sowie ausgewählten Partnerlounges.

  • Senator Status: Zweiter Vielfliegerstatus der Miles & More gewährt Zugang zu Lufthansa Senator Lounges oder Star Alliance Gold Lounges.

  • Star Alliance Gold Status: Vielflieger mit Gold-Status innerhalb der Star Alliance können Lufthansa Senator Lounges und Star Alliance Gold Lounges nutzen.

Diese Statusstufen setzen jeweils eine bestimmte Anzahl gesammelter Punkte voraus, für die ein sehr hohes jährliches Reiseaufkommen notwendig ist.

Eine Option, am Vielfliegerprogramm von Miles & More teilzunehmen und somit eine Chance auf den Vielfliegerstatus zu haben, ist die Eurowings Kreditkarte Premium von Easybank (ehemals Barclays):

  • Teilnahme bei Miles & More (1 Meile je 2 Euro Umsatz)

  • Meilengültigkeit: 36 Monate

  • Kostenlose Sitzplatzreservierung, Fast-Lane an 20 deutschen Flughäfen, kostenloses Sportgepäck, Priority Check-in

  • 5.000 Willkommensmeilen zum Start

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Fazit: Flugreisende müssen sich auf Alternativen einstellen

Mit dem Ende der Kooperation zwischen American Express und Lufthansa verändert sich das Lounge-Angebot für Platinum-Karteninhaber deutlich. Der Zugang zu Lufthansa-Lounges entfällt, doch dank Alternativen bleibt komfortables Reisen weiterhin möglich, wenn auch mit leichten Abstrichen bei Exklusivität und gewohnten Standards.

Quelle: ntv.de