Strom erzeugenBalkonkraftwerk: Drei Anfängerfehler, die wirklich viele Nutzer machen

Beim Kauf des ersten Balkonkraftwerks schleichen sich schnell typische Fehler ein. Wir zeigen, welche Stolperfallen besonders häufig auftreten und wie sich die Mini-PV-Anlage richtig planen, installieren und effizient nutzen lässt.
Die Anschaffung des ersten Balkonkraftwerks geht nicht selten mit vielen Unsicherheiten einher. Das ist zwar normal, kann aber gerade in diesem Fall teuer werden, wenn zum Beispiel das Potenzial der Anlage nicht voll genutzt wird. Was sind die gängigsten Anfängerfehler, wie können wir diese bei der Installation des ersten Balkonkraftwerks vermeiden und den Energiegewinn maximieren? Wir klären auf.
1. Fehler: Der falsche Standort fürs Balkonkraftwerk
Solarmodule sollten, wenn möglich, nicht in einem Bereich installiert werden, auf den im Verlauf des Tages Schatten fallen könnte. Auch wenn durch kleine Verschattungen nur ein paar der Solarzellen ausfallen, reduziert sich die Stromspannung des gesamten Solarmoduls dennoch. Bei modernen Panels mit sogenannten Bypass-Dioden, die verschattete Zellen umgehen können, fällt bis zu einem Drittel der Leistung aus.
Verschattungen bremsen dabei bei modernen Balkonkraftwerken nicht mehr immer den gesamten Stromfluss der Anlage. Aktuelle Wechselrichter besitzen meist mehrere MPPT-Regler, an denen die Solarmodule einzeln angeschlossen werden. Wird ein Modul verschattet, liefern die anderen weiterhin ihre Nennleistung.
Zusätzliche Erträge bei diffusem oder reflektiertem Licht können bifaziale Solarmodule liefern. Sie nutzen nicht nur die Vorderseite, sondern nehmen auch über die Rückseite Licht auf. Kleines Kraftwerk setzt beim Duo-Set beispielsweise auf zwei bifaziale Full-Black-Module mit insgesamt 960 Wp. Voraussetzung für einen nennenswerten Mehrertrag ist jedoch, dass auch die Modulrückseite ausreichend Licht erreicht.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
2. Die richtige Anzahl an Modulen: Entscheidungshilfe fürs erste Balkonkraftwerk
Wer mehr Platz zur Verfügung hat, überlegt gegebenenfalls, sich eine größere Anlage anzuschaffen. Klar ist: Je mehr Solarmodule die Anlage besitzt, desto höher fallen auch die Anschaffungskosten aus. Doch besonders bei Balkonen und Terrassen mit nicht optimaler Ausrichtung kann sich die Installation mehrerer Module langfristig lohnen. Der Hintergrund: Selbst wenn nicht alle Module maximal ausgelastet sind, liegt trotzdem genug Leistung an, um den Wechselrichter auszulasten. Bei Yuma gibt es beispielsweise derzeit ein 2.000-Watt-Balkonkraftwerk für unter 600 Euro – zuzüglich der Halterungen für Balkon oder Flachdach.
3. Balkonkraftwerk-Fehler bei Anfängern: Die Regeln nicht kennen
Wer sich sein erstes Balkonkraftwerk bestellt, sollte zuvor die per Gesetz festgelegten Regeln studieren, um das richtige Gerät zu kaufen. Als Steckersolargerät gilt dabei jede Anlage, die maximal 2.000 Wp Solarleistung bringt und über einen Wechselrichter ans Netz angeschlossen ist, der nicht mehr als 800 Watt einspeisen kann. Nur dann gilt die vereinfachte Anmeldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Wird eine Anlage mit mehr als 800 Watt Einspeiseleistung gewünscht, wird diese von einem Elektrofachbetrieb angeschlossen und in Betrieb genommen. Die Netzbetreiber-Anmeldung übernimmt üblicherweise ebenfalls der Installateur.
Doch es gibt noch mehr Regeln: Um ein Balkonkraftwerk normgerecht anzuschließen, muss auf den richtigen Stecker geachtet werden. Laut Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (VDE) dürfen nur Steckersolargeräte mit einer maximalen Solarleistung von 960 Watt per Schuko-Stecker ans Netz angeschlossen werden. Bei mehr Watt Peak wird eine abgesicherte Steckverbindung wie zum Beispiel ein Wieland-Stecker benötigt. Diese VDE-Norm ist zwar kein Gesetz, kann aber im Schadensfall für Versicherungen, Vermieter und Co. relevant werden.
Fazit: Was sollten Anfänger beim ersten Balkonkraftwerk beachten?
Wer mit der Anschaffung eines Balkonkraftwerks liebäugelt, sollte einige Dinge beachten. Neben dem richtigen Standort und der richtigen Ausrichtung ist auch die Anzahl der Module entscheidend. Sind die Lichtverhältnisse nicht die besten, sind bifaziale Solarmodule eine Überlegung wert. Außerdem ist es zwingend erforderlich, das Balkonkraftwerk direkt im Marktstammdatenregister anzumelden – ansonsten können Geldstrafen drohen. Mit der korrekten Ausrüstung steht der eigenen Stromerzeugung nichts mehr im Wege.