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Solarstrom leicht gemachtBalkonkraftwerk von Kleines Kraftwerk im Test: So gut ist der Topseller wirklich

04.05.2026, 12:25 Uhr
imageVon Matthias Schmid
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Das Balkonkraftwerk Kleines Kraftwerk Duo im Test – inklusive Halterungen für Flachdach oder Garten. (Foto: Matthias Schmid)

Der Anbieter Kleines Kraftwerk preist seine "Premium-Balkonkraftwerke" als qualitativ hochwertig und leistungsstark an, wirbt mit in Deutschland produzierten, statisch geprüften Halterungen. Wie gut die Mini-Solaranlagen wirklich sind, haben wir in einem Test überprüft.

Balkonkraftwerke gehören zu den Trendprodukten der vergangenen Jahre, schafften den Sprung vom DIY-Projekt für Bastler zum Massenmarkt. Sie versprechen einen simplen und günstigen Einstieg in die Photovoltaik – und langfristige Ersparnisse bei den Stromkosten. Doch halten die Geräte, was Hersteller und Händler versprechen? ntv.de hat das Modell Kleines Kraftwerk Duo Flachdach über mehrere Monate getestet. Im Fokus standen nicht nur Funktionalität und Verarbeitung, sondern auch, wie schnell der Aufbau wirklich klappt, was die Anleitung taugt und ob die Bedürfnisse der Käufer ernst genommen werden.

Kleines Kraftwerk: Duo-Flachdach-Komplettpaket im Test – die Zusammenfassung

  • Leistung: 880 Wp (2 Module Sunpro SPDG440-N96R12 mit je 440 Wp)

  • Gewicht der Module: je 23,8 Kilogramm

  • Wechselrichter: Hoymiles HMS-800W-2T

  • Stromanschlusskabel: wahlweise mit Schuko- oder Wieland-Stecker

  • Mögliche Kabellängen: 5, 10 oder 15 Meter

  • Aluminium-Flachdach-Halterungen inkl. Schrauben und Zubehör

  • Solarverlägerungskabel (2x 1,5 Meter)

  • Deutsche Montage- und Installationsanleitung

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Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Kurz-Fazit für alle, die es eilig haben:

Im Test konnte das Balkonkraftwerk von Kleines Kraftwerk durchweg überzeugen. Die bifazialen Solarmodule liefern gute Erträge, alle Bauteile sind sauber verarbeitet. Das System ließ sich in der Flachdach-Variante mit den wertigen und stabilen Alu-Halterungen problemlos montieren – das Versprechen eines unkomplizierten Komplettpakets für Laien wird also eingehalten. Zwar liegt der Preis des Balkonkraftwerks ein Stück über dem vieler Billigheimer am Markt, dafür gab es im gesamten Ablauf keine negativen Überraschungen: Von der Bestellung über die Lieferung bis hin zu Aufbau, Inbetriebnahme und Ertragskontrolle via App funktionierte alles zuverlässig; die sehr gute deutsche Montageanleitung verdient ein gesondertes Lob.

Balkonkraftwerk mit zwei Modulen im Test

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Die Solarmodule kommen bei der Anlieferung von Kleines Kraftwerk auf so einem Holzgestell an. (Foto: Matthias Schmid)

Mit auf 800 Watt angehobener Wechselrichterleistungsgrenze, vereinfachter Anmeldung und einem klaren Rechtsanspruch auch für Mieter haben Balkonkraftwerke derzeit Rückenwind. Die kompakten Solaranlagen sind erschwinglich, schnell montiert und speisen direkt ins Hausnetz ein – behaupten zumindest die Hersteller. Aber wie gut klappt das in der Praxis? Stimmt die Qualität der gelieferten Technik, oder ärgert man sich schon beim Zusammenschrauben? Wir haben das Modell Kleines Kraftwerk Duo getestet – von der Bestellung bis zur ersten eingespeisten Kilowattstunde. Bei unserem Testmodell waren zwei Module mit insgesamt 880 Watt Peak (Wp) Solarleistung enthalten, mittlerweile hat Kleines Kraftwerk ein Upgrade durchgeführt: Im Shop werden Duo-Sets entweder mit 960 oder 1.000 Wp angeboten.

Wissen, was bestellt wird

Vor dem Klick auf den Kauf-Button verdient sich Kleines Kraftwerk direkt das erste Lob: Der Anbieter stellt alle wichtigen Datenblätter der Komponenten zum Download bereit – so ist direkt ersichtlich, welches Solarmodul enthalten ist, und TÜV-Zertifikat, Garantiebedingungen & Co. lassen sich transparent einsehen. Auch die Montage- und Installationsanleitung ist vorab digital einsehbar – sie wird der Bestellung, wie wir später feststellen, aber auch als farbiges A4-Heft in deutscher Sprache beiliegen. Praktisch ist auch, dass Kunden nicht nur den Halterungstypen, sondern auch die Länge des Stromanschlusskabels wählen können. Fünf, zehn oder 15 Meter stehen zur Auswahl, wahlweise mit Schuko- oder Wieland-Stecker. Die längeren Varianten und die Wieland-Ausführung kosten natürlich extra, trotzdem schön, dass es die Auswahl gibt.

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Lieferzeit und Versand bei Kleines Kraftwerk

Bei der Bestellung des Test-Exemplars hatten wir Glück, die Lieferzeit betrug laut Website nur zwei bis fünf Tage – aktuell sind es acht bis 15. Nach der Bestätigungsmail folgte am nächsten Tag eine Terminvereinbarung durch die Spedition, und tatsächlich wurde das Balkonkraftwerk am fünften Tag nach der Bestellung per Hubwagen zur Haustür gebracht. Kleines Kraftwerk verschickt die Solarmodule nicht als großes Paket, sondern in aufgestellter, leicht schräger Form auf einer Europalette. Um die zusätzlich mit Schutz-Ecken und einer Pappe geschützten Module beim Transport zu sichern, sind sie mit straff gewickelter Folie mehrfach umhüllt und so an ein Holzgestell fixiert. Zwischen den Modulen lag ein Karton mit dem Wechselrichter, dazu die beiden Flachdach-Halterungen, Kabel und weiteres Zubehör.

Bei der getesteten Halterungsvariante für Flachdach oder Garten braucht es zur Montage nur zwei Ringmaulschlüssel – alles andere inklusive Schrauben und Anleitung liegt bei. Letztere ist überraschend ausführlich, zeigt die einzelnen Schritte mit farbigen Bildern und deutschen Texten. Und macht nicht nach dem Zusammenschrauben Halt – auch das Anschließen des Wechselrichters sowie dessen Einrichtung ins WLAN via App wird erklärt. Wer trotzdem auf Probleme stößt, findet auf der ersten Seite der Anleitung eine E-Mail-Adresse sowie die Telefonnummer der Hotline.

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Fertig aufgebaut und an einem sonnigen Ort platziert - so steht das Kleine Kraftwerk gut. (Foto: Matthias Schmid)

Halterung verschrauben, Module montieren, Wechselrichter dran

Nach dem Auspacken geht das Montieren der Flachdach-Halterung sehr fix, hier müssen pro Modul lediglich zweimal zwei Aluminium-Teile verschraubt werden, damit das Gerüst steht – daran werden dann die Module geschraubt. Der Aufbau-Prozess inklusive Anbringen des Wechselrichters gelingt innerhalb einer Stunde. Das meiste davon geht allein problemlos von der Hand, beim abschließenden Umdrehen auf die richtige Seite sind aber zwei helfende Hände willkommen – schließlich wiegt so ein Modul mit angeschraubter Halterung knapp 25 Kilogramm.

Den Wechselrichter befestigen wir ebenfalls mit Hilfe von Schrauben an einer der beiden Halterungen – im Normalfall an der, die näher an einer Außensteckdose steht. Die Verkabelung ist simpel: Zuerst kommt das Stromanschlusskabel des Wechselrichters in eine Schuko-Steckdose, danach werden die Solarkabel mit ihren sogenannten MC4-Steckern, die hinten aus dem Modul kommen, mit dem Wechselrichter verbunden.

Das mitgelieferte Hoymiles-Gerät verfügt über vier passende MC4-Eingänge, die Kabel rasten mit einem sauberen Klicken ein. Fehler beim Verkabeln sind aufgrund der Unverwechselbarkeit der Stecker quasi ausgeschlossen. Kurz danach beginnt der Wechselrichter, grün zu blinken – das bedeutet, dass alles klappt und der Sonnenstrom über den Wechselrichter ins Hausnetz gelangt. Probleme bis zu dieser Stelle? Fehlanzeige.

Wechselrichter von Hoymiles – was kann der?

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Der Wechselrichter wird an die Halterung geschraubt – das geht mit wenigen Handgriffen. (Foto: Matthias Schmid)

Zuerst einmal natürlich Gleichstrom, der von den Solarmodulen erzeugt wird, in Wechselstrom umwandeln, den wir im Hausnetz nutzen können. Das macht er tadellos, mit hohem Wirkungsgrad, flüsterleise und sicher – der vorgeschriebene NA-Schutz, der das Balkonkraftwerk im Falle einer sehr unwahrscheinlichen Spannungsschwankung blitzschnell vom Netz trennt, ist natürlich an Bord. Das Gerät ist wertig verarbeitet, staub- und wasserdicht, kann also ganzjährig im Außenbereich betrieben werden. Vor dem Anschrauben des Wechselrichters empfiehlt es sich, ein Foto der Geräte-Rückseite zu machen – um Seriennummer und Initial-Passwort jederzeit griffbereit zu haben und bei der App-Einrichtung nicht unter das Balkonkraftwerk kriechen zu müssen.

Dank eingebautem WLAN-Modul lässt sich der Mikrowechselrichter mit dem persönlichen Heimnetzwerk verbinden – dazu ist nur die passende Gratis-App des Herstellers für iOS- oder Android-Geräte herunterzuladen. Dort richtet man dann das neuerworbene Balkonkraftwerk mit seinen Leistungsdaten ein und kann künftig jederzeit den Stromertrag überwachen. Die App ist gut aufgebaut, hat saubere deutsche Texte und zeigt Langzeitdaten an, an welchen Tagen bzw. in welchen Monaten wie viel Strom erzeugt und welche Summen gespart wurden.

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Die hochwertigen Alu-Halterungen für Flachdach oder Garten werden an die Rückseite der Module geschraubt. Mit einer Ratsche geht das noch schneller. (Foto: Matthias Schmid)

Bestnoten gibt es für die Ertrags-Überwachung via Hoymiles-App aber nicht: Es kann nämlich schon mal passieren, dass von einem Tag auf den anderen keine Verbindung zum Wechselrichter aufgebaut werden kann. Das Balkonkraftwerk wird dann tagsüber trotz Sonnenschein als offline in der App angezeigt. Das Problem behob sich in der Testphase innerhalb weniger Stunden meist von selbst, alternativ bietet sich ein Router-Neustart an. Optimal ist es trotzdem nicht, wenn die eigentlich komfortable Ertragsüberwachung aus der Ferne plötzlich streikt. Die Stromerzeugung beeinträchtigt das natürlich zu keinem Zeitpunkt.

Bifaziale Module: So viel Strom erzeugt das kleine Kraftwerk

Die Solarmodule des chinesischen Herstellers Sunpro zeichnen sich durch ihre dunkle Vorderseite, hochwertig verarbeitete Alukanten und eine verglaste Rückseite aus. Stichwort: Bifazialität. Das bedeutet, dass die PV-Module auch mit der Rückseite Sonnenlicht einfangen können. Das verdoppelt den Ertrag natürlich nicht, auch ein Plus von bis zu 30 Prozent, das manche Hersteller in Aussicht stellen, ist unrealistisch. Trotzdem kann durch reflektiertes Sonnenlicht, etwa bei einer Montage auf einem Flachdach, die Gesamtleistung um ein paar Prozent steigen.

Zur-Montage-der-Halterung-wird-das-Solarmodul-mit-der-Vorderseite-nach-unten-auf-den-Boden-gelegt-Auf-einer-rauhen-harten-Oberflaeche-bietet-sich-eine-Decke-oder-Pappe-als-Unterlage-an
Zur Montage der Halterung wird das Solarmodul mit der Vorderseite nach unten auf den Boden gelegt. Auf einer rauhen, harten Oberfläche bietet sich eine Decke oder Pappe als Unterlage an. (Foto: Matthias Schmid)

Der Wirkungsgrad des getesteten 440-Watt-Moduls liegt bei 22,52 Prozent, was im Bereich moderner, monokristalliner Solarmodule richtig gut ist. Im Langzeit-Test – durchgeführt in Schleswig-Holstein – erzielte das System mit seinen zwei Modulen in den besten Sommermonaten Werte von über vier Kilowattstunden (kWh) pro Tag – dies entspricht einer sehr respektablen kWh/kWp-Quote von über 4,4. Bei diesem Wert wird der Stromertrag von PV-Anlagen (in Kilowattstunden) mit der installierten Wattleistung der Module (in Kilowattpeak) in Relation gesetzt. Auch die noch stärkeren Module, die ab sofort beim Modell Kleines Kraftwerk Duo enthalten sind kommen auf einen Wirkungsgrad von 22,5 Prozent (500-Wp-Modul) bzw. sogar 23,5 Prozent (480-Wp-Modul).

Testfazit des Balkonkraftwerks Kleines Kraftwerk Duo

Selbst kritische Photovoltaik-Kenner dürften an diesem Balkonkraftwerk nicht viel auszusetzen haben: Die Halterungen sind sehr wertig, haben keine scharfen Kanten und ließen sich fix zusammenschrauben. Auch die Komponenten überzeugen: Die Stecker rasten gut ein, der Wechselrichter ist ein sicheres Markengerät, und die Module überzeugen mit hohem Wirkungsgrad und moderner Technologie. Lediglich die Stabilität der WLAN-Verbindung des Hoymiles-Wechselrichters könnte besser sein. Dafür punktet Kleines Kraftwerk bei Service und Garantie: Der Hersteller zeigt das Produkt schon in seinem Shop, so wie es auch beim Kunden ankommt, liefert eine vorbildliche Anleitung mit und gibt eine Garantiezusage von 25 Jahren auf die Module und sogar von 30 Jahren auf die in Deutschland gefertigten Halterungen.

Quelle: ntv.de