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Auswahl-HilfeDas passende Geschäftskonto finden: Anforderungen und Auswahlkriterien

24.02.2026, 20:07 Uhr
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Ein Geschäftskonto ist nicht immer vorgeschrieben, aber bei der Verwaltung ungemein hilfreich. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn)

Ein Geschäftskonto? Für viele Gründer klingt das erst mal nach zusätzlichem Aufwand und unnötigen Kosten. Doch wer privat und beruflich Geldströme mischt, riskiert schnell Ärger mit der Bank.

In der Gründungsphase zählt oft jeder Euro. Viele Selbstständige greifen deshalb intuitiv zum privaten Girokonto – sie wollen Zeit und Gebühren sparen. Doch was als unkomplizierter Start beginnt, kann sich im Alltag schnell zu einer administrativen Hürde entwickeln. Ein dediziertes Geschäftskonto ist nämlich mehr als eine formale Notwendigkeit: Es dient als Werkzeug, um die berufliche Existenz sauber vom Privatleben zu trennen und wichtige Prozesse zu beschleunigen.

Die Rechtsform gibt den Takt vor

Wie dringend ein Unternehmen eine eigene Bankverbindung benötigt, entscheidet allerdings zunächst einmal die Rechtsform. Bei Kapitalgesellschaften wie der GmbH oder UG führt zum Beispiel kein Weg an einem Firmenkonto vorbei. Gründer benötigen den Einzahlungsbeleg des Stammkapitals für den Notartermin und den anschließenden Eintrag ins Handelsregister. Ohne ein Konto, das exakt auf den Firmennamen eröffnet wurde, bleibt das Unternehmen rechtlich im Status „in Gründung“ stecken.

Einzelunternehmer und Freiberufler bewegen sich dagegen in einer Grauzone: Gesetzlich dürfen sie zwar private Konten nutzen, doch die Praxis sieht oft anders aus. Die meisten Banken untersagen die geschäftliche Nutzung in ihren Bedingungen. Sobald die Banken typische Firmenbuchungen oder hohe Umsätze registrieren, droht dem Nutzer tatsächlich eine Kündigung. Ein solch plötzlicher Konto-Stopp würde den Geschäftsbetrieb direkt lähmen. Bei Team-Gründungen (GbR) schützt ein gemeinsames Konto zudem vor privaten Haftungsrisiken einzelner Partner.

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Automatisierung spart Zeit

Ein großer Vorteil moderner Business-Konten: Anstatt Kontobewegungen händisch erfassen zu müssen, nutzen professionelle Lösungen direkte Schnittstellen zu Buchhaltungsprogrammen oder den DATEV-Export. Diese Automatisierung ordnet dann alle Zahlungen in Echtzeit den passenden Belegen zu. Da Zeit für Unternehmer die wertvollste Ressource ist, amortisieren sich Kontogebühren hier oft schnell: Wer monatlich Stunden bei der Buchhaltung einspart, der senkt nicht nur den Eigenaufwand, sondern reduziert auch die Rechnung des Steuerberaters.

Mögliche Kostenfallen und individuelle Anforderungen

Wer nun aus den genannten Gründen auf der Suche nach einem passenden Geschäftskonto ist, sollte einen Blick in das Kleingedruckte niemals vergessen. Viele Anbieter werben zum Beispiel mit einer Grundgebühr von null Euro, verlangen dann aber für jede einzelne Buchung – egal, ob Ein- oder Ausgang – eine Gebühr. Für einen Onlineshop mit vielen Kleinst-Transaktionen kann dieses Modell deutlich teurer werden als ein Pauschalpaket.

Auch das Geschäftsmodell selbst bestimmt die Bankwahl: Wer im Handwerk oder in der Gastronomie mit Bargeld arbeitet, ist zum Beispiel eher auf eine Bank mit physischer Infrastruktur angewiesen. Reine Digitalbanken bieten nämlich oft keine wirtschaftlichen Lösungen für Einzahlungen an.

Sinnvolle Zusatzfunktionen wie virtuelle Unterkonten helfen zudem dabei, die Umsatzsteuer sofort nach Geldeingang zu separieren und so Rücklagen für das Finanzamt sicherzustellen. Es gibt inzwischen diverse Geschäftskonto-Anbieter, von der Full-Service-Filialbank bis zum spezialisierten Online-Anbieter. Der ntv-Geschäftskonto-Vergleich ist eine Möglichkeit, den passenden Anbieter zu finden.

Kreditrahmen und Schufa: Die Weichenstellung für später

Während die rein technische Eröffnung per Video-Ident heute oft nur Minuten dauert, bleibt die Prüfung im Hintergrund akribisch: Banken sind gesetzlich verpflichtet, die Identität und Bonität (KYC-Prozess) genau zu durchleuchten. Da klassische Institute fast immer eine positive Schufa-Auskunft voraussetzen, können Gründer mit „Dellen“ in der privaten Historie hier auf Hürden stoßen. In solchen Fällen bieten moderne Fintechs einen Ausweg: Sie stellen Konten auf reiner Guthabenbasis bereit, die auch schon mal ohne Schufa-Check auskommen.

Dennoch empfiehlt sich zusätzlich ein vorausschauender Blick auf eventuelle Wachstumspläne. Wer perspektivisch einen Disporahmen zur Überbrückung oder Investitionskredite für Material und Personal benötigen könnte, findet in einer Filialbank oft den stabileren Partner. Ein reines Guthabenkonto stößt bei Finanzierungswünschen nämlich schnell an seine Grenzen.

Letztlich ist das passende Geschäftskonto mehr als eine reine Geldbörse: Es ist ein strategisches Werkzeug, das über den künftigen finanziellen Spielraum des Unternehmens mitentscheiden kann.

Quelle: ntv.de