Nur billig oder auch gut? Fernseher unter 300 Euro: Das haben günstige Modelle drauf

4K und Smart-TV sind kein Luxus mehr. Schon unter 300 Euro stehen einige Markenmodelle mit solider Ausstattung im Regal. Wir zeigen Vorzüge und Kompromisse bei fünf Budget-TVs.
Ein neuer Fernseher muss nicht automatisch ein großer Posten im Budget sein. Inzwischen gibt es viele Modelle unter 300 Euro, die 4K-Auflösung, ein Smart-TV-System und die wichtigsten Anschlüsse mitbringen. Für Streaming, Nachrichten und den gelegentlichen Filmabend reicht das häufig aus. Gleichzeitig zeigt sich in dieser Klasse etwas schneller als bei teureren Geräten, wo gespart wird. Wir klären, was die Geräte unter 300 Euro können und was nicht.
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Was TVs unter 300 Euro können – und was eher nicht
4k ist Standard! Auch in der unteren Preisklasse ist die scharfe Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln inzwischen weit verbreitet. Allerdings sind die Panels meist kleiner: Typisch sind Geräte ab 43 Zoll, gelegentlich auch 50 Zoll. Im Alltag sollen sie dabei vor allem eines leisten: Fernsehen, Streaming und einen unkomplizierten Betrieb. Das heißt im Umkehrschluss: Smart sind sie alle! Die wichtigsten Streaming-Apps laufen in der Regel zudem stabil, und moderne Betriebssysteme bringen die gängigen Dienste auch in der Einsteigerklasse verhältnismäßig schnell auf den Bildschirm. Auch bei den Anschlüssen sind viele Modelle alltagstauglich ausgestattet. Mehrere HDMI- und USB-Ports gehören fast immer dazu, ebenso ein Tuner für Antenne, Kabel und Satellit, sodass sich klassische TV-Nutzung und Streaming gut kombinieren lassen.
Die Grenzen zeigen sich dort, wo teurere Fernseher sichtbar mehr Aufwand betreiben. HDR wird zwar häufig unterstützt, wirkt bei günstigen Panels aber meist zurückhaltender, weil Bildhelligkeit und Kontrast eben nicht auf Premium-Niveau liegen. Der Ton ist zudem bestenfalls zweckmäßig und füllt einen Raum selten mit druckvollem Klang. Für ambitioniertes Gaming fehlen in dieser Preisklasse zudem oft die typischen Funktionen wie variable Bildwiederholraten (VRR) oder Modi mit niedriger Latenz (ALLM), die bei höheren Modellen üblich sind.
JVC LT-50VD3555: Großes Bild zum kleinen Preis
JVC positioniert dieses 50-Zoll-Modell als solide Einsteigerklasse in die 4K-Welt. Das Gerät bietet zusätzlich zu HDR10 auch Dolby Vision, allerdings bleibt die Helligkeit mit 275 cd/m² laut Datenblatt eher im niedrigen Bereich. Echte HDR-Brillanz entsteht auf diese Weise vermutlich eher nicht. Die Software-Plattform VIDAA deckt zudem die wichtigsten Smart- und Streaming-Apps ab. Für Gelegenheitsnutzer, die Wert auf eine etwas größere Bilddiagonale legen, wird der JVC-TV so zur nachvollziehbaren Wahl.
Display: 50 Zoll, 4K UHD, 3.840 x 2.160 Pixel
Bild-Features: HDR10, Dolby Vision
Betriebssystem: VIDAA mit allen gängigen Streaming-Apps
Sonstiges: mehrere HDMI-Eingänge, USB-Ports, Triple-Tuner
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Sharp 50GJ4225E: Streaming steht im Vordergrund
Sharp setzt beim Betriebssystem des 50-Zöllers 50GJ4225E auf den IP-TV-Anbieter Roku-TV. Die Software soll eine übersichtliche und schnelle Bedienung für die Nutzung der IP-TV-Angebote und Streaming-Apps ermöglichen. Gleichzeitig ist aber auch ein Triple-Tuner an Bord, um herkömmlichen Fernsehempfang zu ermöglichen. Das Gerät bringt dabei wie üblich 4K-Auflösung und auch HDR-Unterstützung samt Dolby Vision mit. Der Sharp-TV dürfte sich gerade für Streaming-Fans mit kleinerem Budget, die eine klare Menüstruktur schätzen und keine hohen Gaming-Ansprüche haben, rechnen.
Display: 50 Zoll, 4K UHD, 3.840 x 2.160 Pixel
Bild-Features: HDR, Dolby Vision
Betriebssystem: Roku TV mit allen gängigen Smart- und Streaming-Apps
Sonstiges: HDMI 2.1 inkl. eARC, USB-Anschlüsse, Triple-Tuner, Steuerung per Smartphone-App
Hisense 43A6K: Viel TV für 270 Euro
Der Hisense 43A6K ist ein typischer Einstiegsfernseher, der sich vor allem für kleinere Räume oder als Zweitgerät eignet. Hisense kombiniert hier eine 4K-Auflösung mit dem Betriebssystem VIDAA U6. Das bedeutet: Alle wichtigen Smart-Funktionen sind an Bord. Schön ist die Display-Ausleuchtung: Hisense setzt auf eine Full-Array-Anordnung, bei der LEDs das Panel von hinten beleuchten. Das Ziel der Technologie: präzisere Helligkeitsspitzen und bessere Kontrastwerte. Typische HDR-Formate, darunter auch Dolby Vision, werden außerdem unterstützt. Die sichtbare Wirkung bleibt hier aber laut dem Test von hifi.de erkennbar hinter Spitzenmodellen zurück, da die maximale Helligkeit des Panels mit 200 cd/m² nicht auf dem Niveau teurerer Geräte liegt.
Immerhin: mit VRR und ALLM sind wichtige Gaming-Features vorhanden, auch wenn das Gerät nur HDMI-2.0-Anschlüsse besitzt und das Panel maximal 60 Hz darstellen kann. Für rund 270 Euro gibt es hier laut hifi.de erstaunlich viel TV fürs Geld.
Display: 43 Zoll, 3.840 x 2.160 Pixel
Bild-Features: Dolby Vision, HDR10
Betriebssystem: VIDAA U6 mit allen gängigen Streaming- und Smart-Apps
Sonstiges: 3 x HDMI 2.0 (mit ALLM und VRR ), USB-Anschlüsse, Triple-Tuner
Philips 43PUS7800: QLED-Farben auf 43 Zoll
Philips setzt schon bei der Einsteigerklasse 43PUS7800 auf Quantum-Dot-Panels. Diese sollen in Verbindung mit einem herkömmlichen LCD-Display eine kräftigere Farbdarstellung sowie bessere Kontraste darstellen können. Das hauseigene Betriebssystem Titan OS fungiert als Smart-Plattform und unterstützt natürlich alle gängigen Streaming- und Smart-Apps. Nachteil: Auch wenn Philips draufsteht, ist für rund 270 Euro natürlich noch kein Ambilight drin. Dazu gibt es keine Gaming-Features wie ALLM oder VRR.
Display: 43 Zoll, 4K UHD, 3.840 x 2.160 Pixel, QLED (Quantum Dot LED)
Bild-Features: HDR10, HDR10+
Smart-Funktionen: Titan OS mit allen gängigen Smart- und Streaming-Apps
Sonstiges: 3 x HDMI, 2 x USB, Triple-Tuner
Toshiba 43UV2363DG: Solide TV-Einsteigerklasse ohne Extras
Der Toshiba 43UV2363DG ist ein derzeit besonders günstiges TV-Modell der Einsteigerklasse – und vor allem dann interessant, wenn neben Streaming auch klassisches Fernsehen und eine unkomplizierte Anbindung von Zuspielern zählen. Der integrierte Triple-Tuner deckt Antenne, Kabel und Satellit ab, und mit HDMI-ARC lässt sich eine Soundbar ohne große Probleme einbinden. Das Betriebssystem VIDAA bringt die gängigen Streaming-Apps auf den Bildschirm und ist zugleich eher aufs Wesentliche konzentriert. Das ergibt ein insgesamt solides Gerät, das im Alltag eher mit Bedienbarkeit und kompletter Basis-Ausstattung als mit Gaming-Features oder großen Helligkeitswerten punktet.
Display: 43 Zoll, 4K UHD, LED-Hintergrundbeleuchtung
Bild-Features: HDR10
Betriebssystem: VIDAA mit allen gängingen Streaming- und Smart-Apps
Sonstiges: HDMI- und USB-Anschlüsse, Triple-Tuner
Fazit: Auch unter 300 Euro gibt es solide Fernseher
Fakt ist: Fernseher unter 300 Euro bieten heute eine Grundausstattung, die vor wenigen Jahren noch deutlich teurer war. 4K-Auflösung, Smart-TV-Plattformen und Triple-Tuner gehören immer zum Standard. Wer realistische Erwartungen an Bild und Ton mitbringt, also weiß, dass Helligkeit, Tonqualität und Bewegungsdarstellung im Vergleich zur Oberklasse eher begrenzt bleiben, findet solide Einstiegsmodelle, die sich besonders für die Gelegenheitsnutzung oder als Zweitgerät eignen.
Entscheidend ist, vor dem Kauf die eigenen Prioritäten zu klären: Wer viel streamt, profitiert von flüssigen Betriebssystemen; wer auf große Bilddiagonale Wert legt, nimmt Kompromisse bei Helligkeit in Kauf; wer gelegentlich spielt, sollte zumindest einen Game-Mode erwarten. Schon einfache Soundbars verbessern den Klang der Geräte zudem spürbar. Kurz: In dieser Preisklasse zählt weniger das perfekte Gesamtpaket, sondern die passende Balance zwischen Budget und Anforderungen.


