Einbrecher abschreckenDiese Technik lässt das Zuhause im Urlaub bewohnt wirken

Wer längere Zeit verreist, hinterlässt sichtbare Spuren der Abwesenheit: Abends bleibt es dunkel, Rollläden bewegen sich nicht und im Haus herrscht Ruhe. Wir zeigen Geräte, die Gelegenheits-Einbrecher abschrecken können.
Während einer längeren Reise bleibt zu Hause scheinbar alles gleich. Solche Hinweise können von außen erkennen lassen, dass eine Wohnung oder ein Haus vorübergehend leer steht – etwa während einer Urlaubsreise. Das kann Verbrecher anlocken, die fette Beute und eine ungestörte Einbruchs-Chance wittern. Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnete 2025 bundesweit 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich der versuchten Taten.
Eine Anwesenheitssimulation soll genau diese sichtbaren Zeichen minimieren. Lampen werden zu unterschiedlichen Zeiten eingeschaltet, Rollläden fahren morgens hoch und abends wieder herunter. Einen vollständigen Einbruchschutz ersetzt das natürlich nicht, die Polizei stellt mechanische Sicherungen an Fenstern und Türen weiterhin an die erste Stelle. Smart-Home-Technik kann ein solches Sicherheitskonzept allerdings ergänzen und Möchtegern-Einbrecher abschrecken.
Die Zeitschaltuhr als einfachste Lösung
Die günstigste Lösung für eine lebensechte Beleuchtung in der Wohnung ist eine klassische digitale Zeitschaltuhr, wie dieses Modell von Rev. Sie wird ganz einfach zwischen Steckdose und Tisch- oder Stehlampe platziert und schaltet das Licht nach einem festgelegten Zeitplan an und aus. Bis zu 20 Schaltzeiten pro Tag stehen hier zur Verfügung. Besonders passend für eine längere Abwesenheit ist die Zufallsfunktion: Sie variiert die programmierten Schaltpunkte, sodass das Licht nicht jeden Abend auf die Minute genau demselben Ablauf folgt und einen organischen Tagesablauf suggeriert. Die Einrichtung erfolgt direkt am Gerät – eine App oder Internetverbindung ist nicht erforderlich.
Die Details:
Digitale Zeitschaltuhr für Innenräume
Bis zu 20 Schaltzeiten pro Tag
Integrierte Zufallsfunktion
Vorhandene Lampen bleiben nutzbar
Keine App und keine zusätzliche Zentrale erforderlich
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Smarte Steckdosen: Licht-Lebenszeichen mit Doppelfunktion
Mehr Möglichkeiten bietet die Fritz!Smart Energy 200 von AVM. Die Funksteckdose wird direkt mit einer kompatiblen Fritz!Box verbunden und schaltet angeschlossene Lampen automatisch oder über die Fritz!App Smart Home. Neben festen Zeitplänen unterstützt das System zufällige Schaltungen und kann sich auch an Sonnenauf- und Sonnenuntergang orientieren. Eine nachträgliche Steuerung von unterwegs ist ebenfalls möglich. Für Haushalte mit passender Fritz!Box entfällt außerdem praktischerweise eine separate Smart-Home-Zentrale.
Die Details:
Verbindung über DECT mit einer kompatiblen Fritz!Box
Zeitpläne, Zufallsschaltung und Sonnenstandssteuerung
Bedienung über die Fritz!App Smart Home, auch von unterwegs
Für angeschlossene Geräte bis 2.300 Watt
Misst zusätzlich den Stromverbrauch
Philips Hue: Smartes Licht in allen Räumen
Eine einzelne geschaltete Steh- oder Tischlampe eignet sich vielleicht als Einstieg, bildet den normalen Alltag aber nur sehr eingeschränkt ab. Mit dem Philips Hue White & Color Ambiance Starter Set geht die smarte Wohnungsbeleuchtung einen Schritt weiter. Mit dem Set lassen sich gleich zwei E27-Lampen unabhängig voneinander automatisieren. Zum Paket gehören außerdem die Hue Bridge und ein Smart-Button. Über die Bridge können die Lampen per Smartphone auch außerhalb des eigenen WLANs gesteuert sowie nach Uhrzeit oder Tageslicht automatisiert werden.
So kann beispielsweise zuerst das Licht im Wohnzimmer und später eine Lampe im Schlafzimmer eingeschaltet werden. Unterschiedliche Helligkeiten und wechselnde Uhrzeiten wirken dabei weniger statisch als eine einzelne Lampe mit starrem Zeitplan. Die enthaltenen Color-Leuchtmittel bieten darüber hinaus verschiedene Weiß- und Farbtöne. Wichtig: Abläufe sollten vor der Abreise vollständig eingerichtet und getestet werden.
Die Details:
2 E27-Lampen mit jeweils bis zu 1.100 Lumen
Hue Bridge im Lieferumfang
Zeitpläne und Automatisierungen per App
Getrennte Steuerung mehrerer Räume
Fernzugriff über die Bridge
Später um weitere Lampen und Sensoren erweiterbar
Schellenberg RolloDrive 45 bringt Bewegung in Außen-Rollläden
Bleiben Rollläden während eines zweiwöchigen Urlaubs ununterbrochen geschlossen, ist die Abwesenheit auch tagsüber immer sichtbar. Der Schellenberg RolloDrive 55 ersetzt den bisherigen manuellen Gurtwickler und bewegt den Rollladen automatisch zu festgelegten Uhrzeiten. Jeweils eine Zeit zum Öffnen und Schließen lässt sich direkt am Gerät programmieren. So fahren die Rollläden morgens hoch und abends wieder herunter, obwohl niemand zu Hause ist.
Die Nachrüstung erfolgt als Aufputzmontage auf der Wand oder in der Fensterlaibung. Der Rollladenkasten muss dafür nicht geöffnet werden, was den Antrieb auch für Mietwohnungen und Häuser interessant macht. Vor dem Kauf sind dennoch Gurtbreite, Rollladenfläche und Zuglast zu prüfen. Das Modell eignet sich laut Hersteller für 14 und 23 Millimeter breite Gurte sowie für Kunststoffrollläden mit einer Fläche von bis zu fünf Quadratmetern. Bei einem Hindernis oder einer Blockade stoppt der Antrieb automatisch.
Die Details:
Aufputzmontage an Wand oder Fensterlaibung
Für Gurte mit 14 oder 23 Millimetern Breite
Hebt Kunststoffrollläden bis fünf Quadratmeter
Jeweils eine Öffnungs- und Schließzeit programmierbar
Automatische Hindernis- und Blockiererkennung
Stromversorgung über Netzstecker
Fazit: Glaubwürdige Anwesenheits-Simulation durch verschiedene Elemente
Bereits eine Zeitschaltuhr kann verhindern, dass eine Wohnung jeden Abend vollständig dunkel bleibt. Smarte Steckdosen und Lampen ermöglichen abwechslungsreichere Abläufe, während ein elektrischer Gurtwickler auch tagsüber sichtbare Bewegung an den Fenstern erzeugt. Am überzeugendsten wirkt die Kombination mehrerer Elemente, die nicht jeden Tag vollkommen identisch geschaltet werden.
Grundsätzlich gilt aber: Technik allein genügt dennoch nicht. Türen und Fenster müssen geschlossen und zuverlässig gesichert sein. Eine vertraute Person kann zusätzlich den Briefkasten leeren, Pflanzen versorgen und nach dem Rechten sehen. Hinweise auf die Reise gehören während der Abwesenheit zudem nicht in frei zugängliche soziale Netzwerke. So ergänzt die Anwesenheitssimulation grundlegende Sicherheitsmaßnahmen, ohne ein falsches Schutzversprechen zu erzeugen.



