Warum das übel enden kannGrill mit Drahtbürste reinigen? Besser nicht!

Die Grillsaison ist in vollem Gange, überall raucht und brutzelt es. Bei der Reinigung des Rosts greifen viele zur Drahtbürste. Das ist allerdings keine gute Idee.
Grillen gehört im Sommer laut Statista zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Knapp 40 Prozent der Menschen schmeißen den Grill alle zwei Wochen an, berichtete das Portal Ende 2024. Deutlich kleiner dürfte die Freude über anschließende Reinigung ausfallen, wenn Fett und verkrustete Essensreste am Grillrost kleben.
Auf der Suche nach geeigneten Reinigungsutensilien landet man über kurz oder lang bei Drahtbürsten. Ein bisschen schrubben, schon ist der Grillrost bereit für die nächste Runde – doch dabei kann einem der Bissen im wahrsten Sinne im Halse stecken bleiben. Wie die Ärztezeitung schon 2016 berichtete, kann es vorkommen, dass sich Drahtborsten lösen und unbemerkt im Rost verhaken. Beim nächsten Barbecue können sie im Grillgut landen und ahnungslose Esser erheblich verletzen.
Frau war 28 Tage ohne Stimme
Die Konsequenzen bekam die US-Amerikanerin Jessica Doster zu spüren. Laut Daily Mail dachte sie zunächst, ein Stück Essen sei in ihrer Kehle steckengeblieben. Eine Röntgenaufnahme zeigte allerdings, dass sich eine Drahtborste in ihren Hals gebohrt hatte. Die Ärzte entschieden sich zunächst gegen eine Operation, weil die damit verbundenen Risiken zu groß gewesen seien. Dem Bericht zufolge lebte die Frau neun Monate mit dem Draht im Hals, der durch ihre Speiseröhre gestochen hatte. Die Borste wanderte in ihrem Hals und beschädigte ihre Stimmbänder. Erst als sie schließlich dramatisch an Gewicht verlor und 28 Tage lang keine Stimme mehr hatte, sollen sich die Ärzte zur Operation entschlossen haben.
Laut Bericht der Ärzte Zeitung zeigte eine Untersuchung einer HNO-Chirurgin an der University of Missouri in Columbia, dass derartige Vorfälle gar nicht so selten sind. Aus der ermittelten Stichprobe von 43 Fällen für die Jahre 2002 bis 2014 errechneten die Forscher, dass es in diesem Zeitraum rund 1.700 Borstenverletzungen in den Vereinigten Staaten gab. Es sei aber damit zu rechnen, dass die Dunkelziffer höher sei, da Fälle, die außerhalb eines Krankenhauses behandelt wurden, durchs Raster fielen. Auch Verletzungen, die erst später oder gar nicht versorgt wurden, wurden nicht erfasst.
Welche Alternativen zur Drahtbürste gibt es?
Wer das Risiko lieber vermeiden möchte, kann zu einer Grillbürste ohne Drahtborsten greifen. Der Grillversand Grillfürst hat beispielsweise ein Modell mit Nylonborsten im Programm. Sie garantieren laut Hersteller "bei normaler Benutzung eine hohe Lebensdauer, da sie weder verbiegen noch abbrechen".
Grillfürst verspricht ein angenehmes Handling durch einen optimalen Reinigungswinkel und einen ergonomischen Griff. Die Bürste ist laut Beschreibung zur Kaltreinigung von nahezu allen Grillrostarten geeignet.
Auch Bimsstein ist eine Alternative, die ohne Chemie auskommt. "Das Produkt ist geruchlos, nimmt keine Schmutzpartikel auf, die es entfernt, und hinterlässt keine Metallsplitter oder -borsten (im Unterschied zur Grillreinigungsbürste)", heißt es in der Beschreibung.
Auch Apfelessig eignet sich laut Ökotest hervorragend, um den Grillrost wieder sauber zu bekommen. Dazu 200 Milliliter mit zwei Esslöffeln Zucker mischen und die Mischung auf den noch heißen Grill sprühen. Nach einer Einwirkzeit von einer Stunde lassen sich die meisten Schmutzreste leicht entfernen.
Eine andere Möglichkeit ist der Backpulver-Trick. Das Mittel besteht aus Natriumcarbonat, das Fett quellen lässt und dabei hilft, es vom Grillrost abzulösen. Dazu einfach eine geeignete Wanne mit Wasser füllen, zwei Päckchen Backpulver hineingeben und verteilen und den Rost über Nacht einweichen lassen.
Falls doch zu einer Drahtbürste gegriffen wird, empfehlen sich folgende Vorsichtsmaßnahmen:
Testen, ob die Borsten festsitzen und nicht mit den Fingern herausgezogen werden können
Regelmäßig die Bürste kontrollieren und bei losen Borsten sofort ausmustern
Nach der Reinigung Grill und Rost nach Borsten absuchen
Das Grillgut vor dem Essen genau checken
Besitzer eines Gasgrills haben es besonders einfach. Sie können den Grillrost direkt nach der Barbecue-Session noch mal bei hohen Temperaturen beheizen und mithilfe der Pyrolyse sämtliche Fett-, Marinaden- und Lebensmittelreste zu Asche verbrennen.


