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Zeit ist Geld Luxusuhren als Geldanlage: Wie sinnvoll ist das?

Eine Rolex zählt zu den beliebtesten Luxusuhren.

Eine Rolex zählt zu den beliebtesten Luxusuhren.

(Foto: Rolex)

Sie heißen Submariner, Datejust, Nautilus oder Royal Oak: Begehrte Luxusuhren kosten nicht selten so viel wie eine Eigentumswohnung, die Marktpreise liegen deutlich über dem Listenpreis der Hersteller. Doch eignen sie sich deshalb auch als lukratives Investment?

Wer im Moment in sein Aktien-Portfolio schaut, hat meist wenig Freude: Die Inflation und die Aussicht auf steigende Zinsen drücken die Stimmung an der Börse. Als alternative Geldanlage lockt der Markt für Luxusgüter. Warum also nicht in Uhren investieren? Der Handel mit edlen Zeitmessern boomt trotz Coronakrise und Krieg in Europa. Tatsächlich gibt es Modelle, die nach kurzer Zeit bereits das Doppelte wert sind. Wie gut also sind Luxusuhren als langfristiges Anlageobjekt?

Rolex dominiert, Seiko steigt auf

Zunächst: Es heißt zwar "Zeit ist Geld", ganz so einfach ist es aber leider nicht. Wer glaubt, jede teure Uhr bringe umgehend eine saftige Rendite, liegt daneben. "Man kann es nur schätzen, aber 70 bis 80 Prozent der Uhren, selbst die hochwertigen Uhren aus der Schweiz und Glashütte, sind als Kapitalanlage ungeeignet", sagt Michael Brückner, der sich als Autor jahrelang mit Uhren und anderen Luxusgütern auseinandergesetzt hat. Die restlichen 20 bis 30 Prozent seien vor allem bestimmte Marken und Modelle, die in den vergangenen Jahren eine gute Performance erreicht haben.

Der Luxusuhren-Marktplatz Chrono24 gibt an, dass dort 2021 die Marke Rolex am meisten gesucht und gekauft worden sei, gefolgt von Omega, Seiko, Breitling und Audemars Piguet. "Diese Top 5 zeigen nicht nur, welche Marken an der Spitze liegen, sondern auch, dass Uhrenkäufer nach einem nachhaltigen Investment suchen. Vor allem Rolex, Omega und Audemars Piguet haben sich als außergewöhnlich wertstabil erwiesen. Seiko wiederum ist der Newcomer in unserer Top-5-Wertung und bietet vor allem für Uhrenfans aller Einkommensklassen hochwertige Mechanik für den Alltag - der ideale Daily Rocker also", sagt Tim Stracke, Co-CEO und Gründer von Chrono24.

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Neu in den Top 5 der stärksten Marken ist Breitling. Das überarbeitete Portfolio der Marke hat für neue Begehrlichkeiten gesorgt. "Breitling ist besonders bekannt für klassische Chronographen und hat in diesem Jahr mit interessanten Neuheiten auf sich aufmerksam gemacht", berichtet Stracke. "Die Strategie von Georges Kern als CEO von Breitling und vormals IWC macht sich sehr positiv bemerkbar. Am stärksten wurden bei uns die Modelle Chronomat - ein Klassiker - sowie die Endurance Pro und die Superocean-Linie nachgefragt."

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Es gibt keine klassischen Bewertungsmethoden

Im Vergleich zu Wertpapieren oder auch Immobilien gibt es bei Luxusuhren keine klassischen Bewertungsmethoden, die den gehandelten Wert wirtschaftlich rechtfertigen. Das Prinzip Angebot und Nachfrage bestimmt hier den Preis. Der Hype um einen Klassiker wie Rolex etwa erklärt sich laut Uhren-Youtuber Marcus Finger durch eine Mischung aus hoher Nachfrage und künstlicher Verknappung. Rolex kann als Stiftung die Produktion drosseln und braucht den Markt nicht zu sättigen. Familienunternehmen wie Patek Philippe und AP produzieren ohnehin nur sehr geringe Stückzahlen.

Dementsprechend lang ist die Wartezeit. Wer etwa einen Klassiker wie die Submariner oder Datejust von Rolex haben möchte, muss sich auf Listen setzen lassen und jahrelange Geduld mitbringen. Topmodelle wie eine Nautilus von Patek Philippe oder eine Royal Oak von Audemars Piguet sind im Handel oft auf lange Zeit ausverkauft. Natürlich können auch andere Modelle im Preis steigen. Doch das ist laut Experten eine Wette darauf, dass der Hype anhalten wird. "Bei Beratungen weisen wir immer darauf hin, dass man nicht in die Zukunft schauen kann", sagt Henri von Laufenberg von colognewatch. Es gebe natürlich Tendenzen. "Jeder, der Geld im Überfluss hat, wird immer das kaufen, was selten ist und gesellschaftlich als Gegenwert akzeptiert und somit Wertstabilität bietet." Das Pendant zur Rolex-Uhr des Mannes sei bei Frauen die Hermès-Handtasche.

Doch ob ein noch nicht etabliertes Modell sich durchsetzen wird oder nur ein vorübergehender Trend ist, lässt sich nicht absehen. "Vorauszusehen, ob aus einer Uhr etwas wird oder nicht, das schaffen nicht einmal die Vollprofis", sagt Stefan Muser, Inhaber des Auktionshauses Dr. Crott in Mannheim. Damit Uhren tatsächlich eine gute Wertanlage sind, braucht man, im wahrsten Sinne, Zeit. Oft vergehen Jahre, oder sogar Jahrzehnte, ehe eine Uhr zu einem Sammlerstück wird.

Eine Luxusuhr ist ein Statement am Handgelenk

Deshalb sollte man sich bei einer Luxusuhr nicht nur von dem Gedanken leiten lassen, ob sie irgendwann im Wert steigen wird. Sie ist auch immer ein Statement am Handgelenk, das zum jeweiligen Träger und seiner Persönlichkeit passen sollte. Hinzu kommt, dass Kratzer den Wert empfindlich schmälern. Soll die Uhr irgendwann einmal mit Gewinn weiterverkauft werden, darf sie also im Grunde überhaupt nicht getragen werden.

Wer das nicht möchte und nach etwas Besonderem sucht, kann etwa einen Blick auf die Sport Chrono Subsecond Titanium & Black von Porsche Design riskieren. Die Luxusuhr wurde 2021 mit dem begehrten Red Dot Best of the Best Designpreis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: "Mit einer souveränen Leichtigkeit gestaltet das Studio F. A. Porsche Präzisionsuhren wie die Sport Chrono Subsecond Titanium & Black und setzt konsequent das Qualitätsversprechen der Marke Porsche Design um. Die Formensprache des Zifferblatts und der Zeiger, die Fertigungsqualität des Titangehäuses, die eleganten Bandanstöße und die leicht handhabbare Faltschließe sind hervorragend ausgeführt."

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Ein Tipp zum Schluss: Ist die Entscheidung für eine neue Luxusuhr gefallen, gibt es durchaus Verhandlungsspielraum. "Ich würde niemandem empfehlen, eine Uhr zum Listenpreis zu kaufen. Wenn ich mit der Uhr aus dem Laden gehe, hat sie oft 20 bis 30 Prozent an Wert verloren", erklärt Finger. "Das ist vergleichbar mit einem Neuwagen." Der Experte rät, mit dem Konzessionär über den Preis zu sprechen, wenn es sich um Neuware handelt. "Bei freundlichem Verhandeln sollten 5 bis 15 Prozent Nachlass kein Problem sein."

Quelle: ntv.de

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