AuftragsfertigungMade-to-order: Individualisierbare Mode für Nachhaltigkeit

Überproduktion zählt zu den größten Problemen der Mode-Industrie. Bei "Made-to-order" wird die Kleidung erst auf Bestellung hin angefertigt. Lohnt sich das nachhaltige Shopping-Konzept?
Mode auf Bestellung ist nichts Neues – doch ist die klassische Auftragsfertigung bei vielen in Vergessenheit geraten. Dank des aufstrebenden Umweltbewusstseins und einem allgemeinen Wunsch nach mehr Individualität kommt "Made-to-order" nach und nach wieder in Mode. Wie funktioniert das Shopping-Prinzip der Zukunft?
Made-to-order: Das steckt dahinter
Was nicht verkauft wird, landet oft im Abfall. Laut Welt am Sonntag haben Hochrechnungen des Marktforschungsinstituts Euromonitor International ergeben, dass 230 Millionen Textilien pro Jahr in Deutschland nicht verkauft werden. Diese landen im Müll oder gelangen als Billigware ins Ausland. Das Shopping-Prinzip "Made-to-order" soll Überproduktion verringern, indem Kleidung erst auf Bestellung hin gefertigt wird.
Konzept: Kleidungsfertigung nach Bestellung
Vorteil: Weniger Überproduktion, personalisierte Einzelstücke
Nachteil: Lange Wartezeiten, hohe Preise
Ein Beispiel im Check: Made-to-order-Poloshirts
Ralph Lauren setzt der Suche nach dem perfekten Poloshirt ein Ende – stattdessen entwirft man sein Hemd online ganz einfach selbst. Kaum eine Marke ist so stark mit dem Polohemd verbunden wie Ralph Lauren. Obwohl das Freizeit-Hemd schon längst zu den Kult-Kleidungsstücken zählt, wird der Modeklassiker immer wieder neu erfunden. Das "Made-to-order"-Programm bringt Kreativität ins Spiel: Mit den personalisierbaren Shirts erhalten Kunden nicht nur ihr eigenes Lieblingsstück, sondern reduzieren auch den Materialabfall.
Zur Auswahl stehen sechs Designs und 24 Farbkombinationen.
Kragen und Ärmel sind ebenfalls individuell anpassbar.
Personalisierungen mit Initialen verwandeln das klassische Polohemd in ein Unikat.
Einziger Nachteil: Die On-Demand-Poloshirts haben eine Lieferzeit von rund fünf Wochen und kosten knapp 200 Euro. Wer das nachhaltige Prinzip fördern möchte, der kann sich aber über ein personalisiertes Polohemd freuen.
Fazit: Lohnt sich die Investition in Made-to-order-Mode?
Auftragsfertigung beansprucht Zeit und kostet meist deutlich mehr als die Kleidung von der Stange. Grundsätzlich gilt: Die Kaufentscheidung ist natürlich jedem selbst überlassen. Wir sehen in Made-to-order die Chance, ein nachhaltigeres Verhältnis zur Kleidung zu entwickeln. Der Grund für die lange Wartezeit ist nicht nur Müllvermeidung. Im Endeffekt erhält man oft sogar ein Einzelstück, das extra nach den eigenen Vorstellungen angefertigt wurde.