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Solaranlagen-CheckPV-Anlage und Balkonkraftwerk: Was Einsteiger wissen sollten

16.06.2025, 16:17 Uhr
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Solaranlagen glänzen schön in der Sonne – und sie hübschen die Stromrechnung auf. (Foto: Getty Images)

Die Entscheidung zwischen einer klassischen Photovoltaikanlage (PV-Anlage) und einem Balkonkraftwerk hängt von mehreren Faktoren ab. Wir zeigen, was vor dem Kauf zu beachten ist.

Wenn die Sonne vom Himmel knallt, kommt der Gedanke unweigerlich auf: Es wird langsam Zeit für eine Solaranlage. Wer noch keine hat, darf Experten zufolge von einer sinnvollen Investition ausgehen. "Mit Solarstromanlagen können Hauseigentümer mindestens 20 Jahre lang Geld verdienen und Stromkosten sparen", schreibt die Stiftung Warentest. Natürlich hängt die Sinnhaftigkeit der Investition aber auch von bestimmten Faktoren ab – beispielsweise von der persönlichen Wohnsituation (Mieter oder Hausbesitzer), von der wiederum das Platzangebot und der Strombedarf abhängt. Letztendlich spielt zudem das individuelle Budget eine Rolle für die Investition. Wer kaum Platz oder kaum Geld zur Verfügung hat, ist mit einem Balkonkraftwerk besser bedient, im umgekehrten Fall ist eine Photovoltaikanlage die effektivere Alternative. Was es zu bedenken gibt, haben wir hier zusammengefasst.

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Für wen lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Mieter und Eigentümer ohne große Dachflächen sollten über ein Balkonkraftwerk nachdenken, denn für diese Mini-PV-Anlagen sind in der Regel keine baulichen Veränderungen nötig und die Anlage ist im Falle eines Wohnungswechsels leicht rückbaubar. Daher sind Balkonkraftwerke ideal für Mietwohnungen, Balkone, kleine Gärten oder Immobilien mit leeren Garagendächern.

Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen lohnen sich die Stecker-Solargeräte fast immer, berichtet der NDR. Je nach Standort und Nutzungsverhalten dauere es nur etwas länger, bis sich die Anschaffung bezahlt mache. "Ist es optimal ausgerichtet, liefert es etwa 200 bis 300 Kilowattstunden Strom pro Jahr, zwei Module liefern dementsprechend die doppelte Menge Strom. Bei einer Leistung von 600 Watt und einem Strompreis von 30 Cent je Kilowattstunde lassen sich so jährlich bis zu 180 Euro sparen", so der NDR.

Ein Balkonkraftwerk kann den Grundbedarf durch Standby-Geräte wie den Kühlschrank abdecken und so die Stromrechnung um bis zu 30 Prozent senken. Was ebenfalls für ein Balkonkraftwerk spricht: Seit 2024 sind die bürokratischen Hürden für die Nutzung solcher Anlagen weiter gesunken. Es ist keine Netzbetreiberanmeldung mehr nötig und die Registrierung wurde vereinfacht.

Leistung: Bis 800 Watt (Wechselrichter), 2.000 Wp Module

Anschaffungskosten: 400 bis 1.200 Euro

Amortisierung nach ca. vier bis sechs Jahren

Balkonkraftwerke gibt es meist als steckerfertige Komplett-Sets. Der Hersteller Kleines Kraftwerk bietet beispielsweise eine Variante an, die Solarmodule mit 1.000 Watt Peak (Wp) sowie einen Hoymiles-Wechselrichter mit 800 Watt Ausgangsleistung umfasst.

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Für wen lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Hausbesitzer mit ausreichend Dachfläche haben beste Bedingungen für größere PV-Anlagen, denn die benötigen Platz. Meist werden Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach oder auf einer geeigneten Freifläche installiert. Wer einen Großteil seines Strombedarfs selbst decken oder sogar Strom ins Netz einspeisen möchte, profitiert laut den Kollegen von Stern.de von der höheren Leistung einer PV-Anlage. "Unter optimalen Bedingungen lässt sich ein Großteil des Strombedarfs durch Solarenergie decken. Überschüssiger Strom wird ins Stromnetz gespeist und extra vergütet. Da können klassische Balkonkraftwerke nicht mithalten", schreibt der Stern.

Allerdings sind mit Photovoltaikanlagen defintiv auch Nachteile verbunden. Höhere Investitionskosten, längere Amortisationszeit, aufwendigere Installation und Genehmigung. Nicht zuletzt sind PV-Anlagen bei einem Umzug oder baulichen Veränderungen am Haus deutlich schwieriger abzubauen.

Leistung: Ab ca. zwei kWp bis > zehn kWp möglich

Anschaffungskosten: 7.000 bis 26.000 Euro

Amortisierung nach ca. zehn bis 15 Jahren

Auch eine Kombination von PV-Anlage und Balkonkraftwerk ist möglich

Wer trotz unserer Entscheidungshilfe weiter unsicher ist, kann übrigens auch beide Systeme kombinieren: Ein Balkonkraftwerk ist zum Einstieg in die Solarenergie ideal, eine größere PV-Anlage kann bei passenden Voraussetzungen aufgesattelt werden.

Ist dagegen bereits eine große Solaranlage auf dem Dach vorhanden, die hauptsächlich für den Eigenbedarf Strom produziert, dann ist ein Balkonkraftwerk als Ergänzung nicht unbedingt sinnvoll. In dem Fall ist eher eine gut ausgebaute und per Smart Meter geregelte Speicherlösung sinnvoll, um den erzeugten Strom auch abends oder nachts effektiv zu nutzen.

Wird bei der PV-Anlage auf Direkteinspeisung und die damit verbundene Vergütung gesetzt, kann ein zusätzliches Balkonkraftwerk zur Deckung der Grundlast im Hausnetz durchaus Sinn ergeben. Ein kostengünstiges Balkonkraftwerk reduziert spürbar den Stromverbrauch durch Standby-Geräte, Waschmaschine oder Herd, während die größere PV-Anlage ihren Ertrag vollständig ins öffentliche Stromnetz einspeist und so zusätzliche Einnahmen für den Haushalt generiert.

Quelle: ntv.de