Reflektoren, Warnweste & Co.So kommen Kinder sicherer zur Schule

Nach den Sommerferien kehren derzeit viele Schüler zurück in ihre Klassenzimmer – und für viele frische Erstklässler beginnt jetzt der Ernst des Lebens. Gerade für kleinere Kinder kann der Schulweg dabei mit einigen Gefahren aufwarten, die sich aber minimieren lassen. Wir zeigen, was hilft.
Ein Ende des Sommers ist absehbar und in Deutschland beginnt nach und nach wieder die Schule. Während dabei in einigen Bundesländern der Unterricht bereits läuft, ist der Süden gerade erst in die Ferien gestartet. Doch eines ist klar – spätestens Mitte September hat der Ernst des Lebens wieder alle Bundesländer fest im Griff.
Für viele neue ABC-Schützen und Schul-Rückkehrer bedeutet das nicht nur einen neuen Stundenplan, sondern auch einen neuen täglichen Weg. Gleichzeitig werden die Tage langsam wieder kürzer. Spätestens im Herbst kommen Dämmerung, Regen und Nebel hinzu und verschlechtern die Sichtverhältnisse auf dem Schulweg. Kinder sind dabei besonders gefährdet, weil sie aufgrund ihrer geringeren Körpergröße leichter von parkenden Autos oder anderen Hindernissen verdeckt werden. Wir zeigen, was die Sicherheit auf dem Schulweg verbessern kann.
Warum Sichtbarkeit auf dem Schulweg so wichtig ist
Gerade in der dunklen Jahreszeit spielt Sichtbarkeit eine zentrale Rolle. Nach Angaben des ADAC wird eine dunkel gekleidete Person bei schlechten Sichtverhältnissen aus nur rund 25 Metern Entfernung erkannt. Mit reflektierenden Materialien kann sich die Erkennbarkeit auf bis zu 140 Meter erhöhen. Das ist gerade bei Kindern wichtig, die weniger Übersicht und Erfahrung im Straßenverkehr haben als Erwachsene.
Dabei geht es nicht nur um möglichst helle Kleidung. Fluoreszierende Materialien fallen vor allem bei Tageslicht und in der Dämmerung auf, reflektierende Flächen werfen dagegen auftreffendes Licht zurück. Solche Elemente finden sich inzwischen auf vielen Jacken, Schuhen und Schulranzen. Auch normale Warnwesten können vorhandene Kleidung einfach ergänzen. Allerdings reflektiert nicht jede Kinderwarnweste gleich gut. Bei einer ADAC-Untersuchung von 25 Modellen schnitt mehr als die Hälfte bei der Reflexionswirkung nicht ausreichend ab.
Ein Beispiel für eine entsprechend zertifizierte Kinderweste ist die Salzmann-Kinderwarnweste mit 3M-Reflexmaterial. Sie ist nach EN 17353 Typ AB3 geprüft und in mehreren Kindergrößen erhältlich. Für den Schulweg ist vor allem praktisch, dass eine solche Weste einfach über der Jacke getragen werden kann und so die Sichtbarkeit erhöht.
Zusätzliche Reflexpunkte am Körper können die Sichtbarkeit weiter ergänzen. Prophete bietet beispielsweise LED-Reflektorbänder mit 3M-Reflexmaterial an, die an Armen oder Beinen getragen werden können. Gerade bewegte reflektierende Elemente können dabei helfen, eine Person als Fußgänger oder Radfahrer wahrzunehmen.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Mit dem Fahrrad zur Schule: Helm, Licht und Reflektoren gehören zusammen
Wird der Schulweg mit dem Fahrrad zurückgelegt, reicht sichtbare Kleidung allein nicht aus. Neben einem passenden Helm gehört vor allem auch eine funktionierende Beleuchtung zur Grundausstattung eines jeden verkehrssicheren Fahrrads. Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StvZO) schreibt für Räder unter anderem eindeutig Scheinwerfer, Schlussleuchte und Rückstrahler vor.
Fahrradhelme sind laut Deutscher Verkehrswacht das wichtigste Sicherheitselement, um Kopfverletzungen zu vermeiden. Laut einer Studie der HFC aus dem Jahr 2017 können nämlich ganze 80 Prozent der schwereren Kopfverletzungen verhindert werden, wenn einfach nur ein passender Helm getragen wird. Ein gutes Modell ist der ABUS Smiley 3.0 LED. Die kleine Größe S ist dabei für einen Kopfumfang von 45 bis 50 Zentimetern vorgesehen, laut Hersteller passen auch Zöpfe darunter. Zusätzlich besitzt der Kinderhelm ein ansteckbares Rücklicht und einen reflektierenden Sticker. Wichtig: Das Licht erhöht die generelle Sichtbarkeit, ersetzt aber selbstverständlich nicht die vorgeschriebene Beleuchtung am Fahrrad selbst.
Für diese Aufgabe eignen sich Lichter-Sets wie beispielsweise das Sigma Aura 100 / Blaze Link Set. Die Frontleuchte erreicht laut Hersteller bis zu 100 Lux, das Rücklicht verfügt unter anderem sogar über eine Bremslichtfunktion. Die Licht-Kombination ist dabei für den Einsatz nach StVZO vorgesehen. Beide Leuchten lassen sich zudem miteinander koppeln.
Eine weitere Schwachstelle ist die seitliche Sichtbarkeit von fahrradfahrenden Kindern. Gerade an Einmündungen oder Kreuzungen wird ein Fahrrad eben nicht immer frontal angestrahlt. Die Büchel-Speichenreflektoren Sekuclip lassen sich an den Speichen befestigen und ergänzen die seitliche Reflexion. Ein Muss für jedes verkehrssichere Fahrrad, das in der dunklen Jahreszeit auf Schulwegen unterwegs ist.
Tracking und Notfall-Kontakt auf dem Schulweg: Telefon-Uhr für Kinder
Mit zunehmender Selbstständigkeit der Schüler stellt sich für viele Familien eine weitere Frage: Wie lässt sich feststellen, ob das Kind sicher angekommen ist, ohne dafür gleich ein Smartphone mitzugeben?
Eine Kinder-Smartwatch kann hier eine Zwischenlösung sein. Geräte wie die Kinder-Smartwatch imoo Z3 kombinieren Mobilfunk, GPS-Ortung und Kommunikation am Kinder-Handgelenk. So sind etwa Videoanrufe über die Uhr möglich. Auch ein Klassenmodus ist an Bord, der Kommunikationsfunktionen einschränkt, um den Schulalltag nicht zu stören. Die ebenfalls vorhandene SOS-Taste bleibt laut Hersteller jedoch aktiv. Wichtig: Eine GPS-Uhr verhindert natürlich keine Unfälle, sie kann aber Erreichbarkeit schaffen und im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme durch das Kind ermöglichen.
Ortung: GPS, GLONASS, WLAN und QZSS
Kommunikation: 4G, Sprach- und Videoanrufe
Sicherheit: Notruffunktion und Sperre unbekannter Anrufer
Alltag: Klassenmodus, 740-mAh-Akku, wasserdicht bis 20 Meter
Allerdings gehört auch der Datenschutz zur Entscheidung für oder gegen die Uhr. Kinder-Smartwatches verarbeiten sensible Standortdaten häufig über Cloud-Dienste. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz empfiehlt deshalb unter anderem, Datenübertragung und Datenschutzerklärung genau zu prüfen und Bewegungsverläufe nur dann speichern zu lassen, wenn dies tatsächlich auch erforderlich ist. So kann ein Bewegungsprofil des eigenen Kindes Hackern nicht in die Hände fallen.
AirTag im Schulranzen? Tracker ist nicht gleich Tracker
Kleine Tracking-Geräte wie ein Apple AirTag oder Samsung Galaxy SmartTag2 erfüllen einen anderen Zweck als die GPS-Uhr. Beide Geräte sind nämlich in erster Linie Gegenstandstracker. So nennt Apple etwa ausdrücklich persönliche Gegenstände wie Schlüssel oder Rucksäcke als Einsatzgebiet. Der AirTag übermittelt seinen Standort über Apples "Wo ist?"-Netzwerk, wenn sich kompatible Apple-Geräte in der Nähe befinden, kann also nicht lückenlos den GPS-Standort darstellen. Trotzdem sind die Tracker praktisch: Kleinen Schulstartern kommen immerhin durchaus mal Ranzen, Turnbeutel und Co. abhanden. Hier können die Geräte helfen, Totalverluste zu vermeiden.
Auch Samsung positioniert seinen Galaxy SmartTag2 vor allem für Gegenstände wie Schlüssel und Taschen. Die Ortung erfolgt über SmartThings Find und setzt ein kompatibles Galaxy-Gerät voraus.
Was technische Helfer auf dem Schulweg nicht ersetzen können
So sinnvoll Warnweste, Helm oder GPS-Uhr sein können, die wichtigste Vorbereitung auf den Straßenverkehr findet ohne Technik statt. Der Schulweg sollte bereits vor dem ersten Schultag gemeinsam abgegangen werden. Dabei sollte der Fokus auf schwierigen Stellen wie Kreuzungen, Ampeln oder schlecht einsehbaren Ausfahrten liegen. Der sicherste Weg muss dabei nicht immer der kürzeste sein. Auch der ADAC stellt Schulwegtraining und die selbstständige Verkehrsteilnahme in den Mittelpunkt seiner Empfehlungen für ABC-Schützen.
Hinzu kommt, dass technische Helfer selbst neue Ablenkungen schaffen können. Eine Smartwatch mit Schulmodus kann beispielsweise sinnvoller sein als ein vollwertiges Smartphone, wenn lediglich Erreichbarkeit und eine Notfallfunktion gewünscht sind. Helm, Reflektoren und Beleuchtung wiederum funktionieren nur zuverlässig, wenn sie richtig angebracht, nicht verdeckt und tatsächlich genutzt werden.
Fazit: Sicherheit auf dem Schulweg besteht aus mehreren Bausteinen
Einen einzelnen Gegenstand, der den Schulweg sicher macht, gibt es nicht. Bei Kindern, die zu Fuß unterwegs sind, stehen eine eingeübte Route und gute Sichtbarkeit im Vordergrund. Warnwesten und zusätzliche Reflektoren können insbesondere morgens und in der dunklen Jahreszeit helfen.
Beim Fahrrad kommen Helm, vorgeschriebene Beleuchtung und seitliche Reflexelemente hinzu. Wird der Schulweg erstmals allein zurückgelegt, kann eine GPS-Smartwatch zusätzlich Erreichbarkeit schaffen. AirTag und SmartTag sind dagegen eher für den Schulranzen als für die Ortung eines Kindes gedacht.






