Praktische HaushaltshelferSaugroboter-Vergleich: Diese Geräte stauben ordentlich ab

Der Hausputz ist mitunter eine lästige Angelegenheit und längst nicht jedermanns Sache. Saugroboter sollen ihren Besitzern unerfreuliche Arbeit abnehmen – autonom, unauffällig und gründlich. Doch klappt das? Tests zeigen, dass längst nicht jeder Staubschlucker überzeugt.
Saugroboter-Kauf: Was ist wichtig?
Es gibt diverse Staubsauger und Saugroboter auf dem Markt. Vor dem Kauf eines Roboters mit Saugfunktion gibt es einiges zu beachten. Hier die wichtigsten Aspekte im Überblick.
Höhe
Ob unter dem Sofa, Bett oder der Kommode – mit einem klassischen Sauger sind viele Stellen nur mit Mühe zu erreichen. Damit Saugroboter auch diese kritischen Punkte säubern, müssen sie kompakt sein. Je geringer die Bauhöhe des Helfers ausfällt, desto besser.
Akkulaufzeit
Die Saugroboter fahren nur eine bestimmte Zeit mit einer Akkuladung – die Unterschiede sind gewaltig. Während etwa Vorwerks Kobold VR300 laut Stiftung Warentest (Ausgabe 3/2019) eine Laufzeit von 37 Minuten erreicht, sind es beim Miele Scout RX2 Home Vision satte 148 Minuten. Gerade bei größeren Wohnungen oder einem Haus ist ein starker Akku von Vorteil. Denn dann muss ein Roboter seltener an die Ladestation. Dorthin fährt in der Regel automatisch, wenn die Akkuleistung dem Ende zugeht.
Saugleistung
Das Wichtigste vorweg: Einen klassischen Staubsauger ersetzen die kleinen Helfer nicht. Tierhaare auf dem Teppich beispielsweise stellen sie regelmäßig vor Herausforderungen. Doch Saugroboter sind eine praktische Ergänzung, wenn beispielsweise die Reinigung von Hartböden wie Parkett und Laminat auf dem Programm steht – und primär Staub und grober Schmutz zu entfernen sind. Doch auch bei diesen vergleichsweise leicht zu reinigenden Untergründen zeigen sich Unterschiede zwischen den kleinen Helfern.
Funktionsvielfalt
Über die Qualität eines Saugroboters entscheidet primär dessen Reinigungsleistung. Doch einige grundlegende Zusatzfunktionen sollte er ebenfalls bieten, denn sie erleichtern den Umgang mit dem Gerät. So gibt es für die meisten Roboter inzwischen Apps, mit denen sich beispielsweise Zeitpläne erstellen lassen – so kann unter anderem festgelegt werden, dass der Helfer nur tagsüber durch die Räume surrt, wenn die Bewohner bei der Arbeit sind. Praktisch auch: Einige Sauger erstellen mithilfe diverser Sensoren und Kameras selbsttätig virtuelle Karten der Räumlichkeiten. Mit der App lässt sich darauf zugreifen. Auf Wunsch definiert der Besitzer die Bereiche der Wohnung, die die Helfer nicht ansteuern sollen. Nicht ganz so smart, aber dennoch hilfreich sind Magnetbänder oder Infrarot-Plastikaufsteller, die einige Hersteller als Zonenbegrenzer beiliegen.
Wischen, saugen – oder beides?
Inzwischen gibt es neben Saugrobotern auch Modelle, die Böden wischen. Ausgestattet sind sie jeweils mit einem Wassertank sowie einem Wischtuch, das über den Boden wirbelt. Aber im Test von Stiftung Warentest (Ausgabe 1/2020) erreichte keines der Geräte ein gutes Gesamturteil. Häufig waren nach der Reinigung noch Flecken zu sehen. Auch Kombigeräte, die wischen und saugen (hier geht es zum Saug-Wisch-Roboter Vergleich), schnitten in dieser Disziplin nicht besser ab.
Geräuschpegel
Die fleißigen Helfer machen bei der Arbeit teils ordentlich Radau, der Lärm kann störend sein. In der Regel liegt der Pegel zwischen 60 und 80 Dezibel (dB). Wischroboter arbeiten mit etwa 10 dB deutlich leiser.
Für wen lohnt sich ein Saugroboter?
Ein Saugroboter kann durchaus eine sinnvolle Ergänzung zu Hand- und Bodengeräten sein, wenn er täglich oder mehrmals in der Woche durch die Wohnung wirbelt. Auf Hartböden schluckt das flache Gerät Staub und groben Schmutz in der Regel problemlos. Die Grundreinigung mit einem klassischen Staubsauger ist somit seltener notwendig. Vor allem für ältere Menschen, die mit den teils schweren und unhandlichen Geräten nicht mehr jede Ecke der Wohnung erreichen, sind die Roboter eine Hilfe.
Für wen lohnt sich ein Saugroboter nicht?
Bei verwinkelten Räumen, vielen Hindernissen in Zimmern, kuscheligen Hochflor-Teppichen, Teppichfransen, hohen Türschwellen und Schmutz wie Katzenhaaren kapitulieren Saugroboter in der Regel. Deren Saugleistung ist deutlich geringer als die klassischer Geräte – selbst die besten Roboter entfernen laut Stiftung Warentest nur etwa die Hälfte des Staubs aus einem Teppich. Auch für preisbewusste Menschen sind die mechanischen Helfer keine Option: Die Spitzenmodelle kosten fast 1.000 Euro – also etwa dreimal so viel wie sehr gute reguläre Bodensauger.
Der Testsieger: Vorwerk Kobold VR300
Vorwerks Kobold VR300 staubte mit der Gesamtnote 2,4 ("gut") den Testsieg im Vergleich von Stiftung Warentest (Ausgabe 3/2019) ab. Vor allem auf Hartboden überzeugte er mit "sehr guten" Reinigungsergebnissen bei Grobgut, auch auf Teppichboden arbeitete er "gut". Mit einer App lassen sich unter anderem Zeitpläne und Sperrzonen erstellen – Stiftung Warentest stuft die Anwendung in Bezug auf die Datensicherheit als unkritisch ein. Feinstaub hält der Kobold laut der Tester allerdings eher schlecht zurück und mit einer Laufzeit von 37 Minuten ist er vornehmlich zum Einsatz in kleineren Räumlichkeiten geeignet. Ein Hindernis womöglich auch: Vorwerk verlangt satte 850 Euro für seinen Kobold VR300. Bis zum 10. Januar ist das Gerät aber immerhin auf 799 Euro reduziert.
Hier geht's zum Vorwerk-VR300-Angebot
Gewicht: 4,2 Kilogramm
Höhe: 9 Zentimeter
App-Steuerung
Laser-Navigation
Schallleistungspegel: 70 dB
AEG RX9-1-IBM: Gut und günstig(er)
Der AEG RX9-1-IBM ist mit einer Gesamtnote von 2,5 ("gut") kaum schlechter als Vorwerks Kobold, dabei jedoch gut 300 Euro günstiger. Er reinigt nahezu auf dem Niveau des Spitzenreiters, nur bei der Navigation hakte es im Test – der Sauger ließ Bereiche aus. Zudem lassen sich weder per App noch durch Begrenzer Sperrzonen für den Roboter einrichten. Positiv fiel hingegen die mit 0,7 Litern Fassungsvermögen vergleichsweise große Staubbox auf. Der Preis: ca. 500 Euro.
Gewicht: 2,5 Kilogramm
Höhe: 9 Zentimeter
App-Steuerung
Laser-Navigation
Schallleistungspegel: 80 dB
Miele Scout RX2 Home Vision: Das saugende Auge
Der technische Clou des Scout RX2 Home Vision von Miele: Er ist Staubschlucker und rollende Überwachungskamera in einem. Wer unterwegs sehen möchte, wo der Roboter zu Hause gerade saugt, lässt sich in Echtzeit Bilder aufs Handy schicken, die der Helfer bei seiner Arbeit aufnimmt. Auf Wunsch lässt sich der Sauger auch manuell per App gezielt in Räume schicken, um dort aus der Ferne nach dem Rechten zu schauen. Der technische Schnickschnack bessert allerdings seine durchschnittliche Saugleistung nicht auf: Auf Teppichboden erreicht der Scout RX2 Home Vision laut Stiftung Warentest zumeist "ausreichende" Ergebnisse, auf Hartboden arbeitet er in der Regel "befriedigend". Startzeiten sind per App einstellbar, Sperrzonen nicht. Letztere am besten mithilfe des mitgelieferten Magnetbandes markieren, das mit einem Meter allerdings nicht sonderlich lang ist. Alles andere als kurz fällt hingegen laut Stiftung Warentest die Akkulaufzeit aus: 148 Minuten bieten ausreichend Zeit für größere Räumlichkeiten. Für knapp 650 Euro ist der Saugroboter zu haben.
Gewicht: 3,3 Kilogramm
Höhe: 8,7 Zentimeter
Steuerung per App und Fernbedienung
Schallleistungspegel: 64 dB
Ecovacs Deebot Ozmo 950: Kombigerät mit Sieger-Genen
Der Deebot Ozmo 930 von Ecovacs saugt auf Wunsch nicht nur die Bude, er wischt sie auch – und das laut Stiftung Warentest besser als die Wettbewerber. Beim Saugen von Hart- und Teppichböden liefert er zumeist "befriedigende" Ergebnisse, beim Wischen tut er sich schwerer. Angetrockneten Senf löst der Helfer beispielsweise nicht restlos vom Boden. Mit einer Note von 3,1 belegt das Gerät in Ausgabe 01/2020 unterm Strich jedoch den Spitzenplatz bei den Kombigeräten. Der Haken: Der Deebot Ozmo 930 ist ein Auslaufmodell, von dem im Handel nur noch Restposten zu ergattern sind.
Doch im Nachfolger steckt möglicherweise ebenfalls ein Sieger-Gen: Im Test von Chip.de beispielsweise erhielt der Deebot Ozmo 950 die Wertung "1,6". Der Roboter zeigt sich im Vergleich zum Vorgänger unter anderem in seiner App-Funktionalität verbessert. So lassen sich beispielsweise Karten mehrerer Stockwerke anlegen – ein Vorteil für Hausbesitzer. Dazu passend fällt auch die Laufzeit erfreulich hoch aus: Bis zu 200 Minuten soll der Akku des Helfers laut Hersteller ohne Ladestopp durchhalten. Möglich, dass der Staubbehälter zuvor entleert werden muss, denn dessen Volumen fällt mit 0,43 Litern recht klein aus. Zudem verheddert sich der rund 600 Euro teure Deebot Ozmo 950 laut Chip.de regelmäßig in Teppichfransen.
Gewicht: 4,5 Kilogramm
Höhe: 9,3 Zentimeter
Steuerung per App
Vileda Virobi: Unschlagbar günstig – aber auch gut?
Saugroboter sind keine Schnäppchen, selbst die günstigsten Vertreter sind kaum unter 100 Euro zu haben. Anders der ultraflache Vileda Virobi, den es schon für circa 35 Euro gibt. Die vom Hersteller verbaute Technik macht ihn preiswert: Statt den Staub zu saugen, wischt der Helfer ihn mit Vliestüchern auf – und das laut Chip.de "besser als erwartet". Nach Angaben der Tester räumt er Schmutz wie Haare und Staub gut ab, allerdings bleibt nicht jeder Dreck im Vliestuch hängen. Der größte Haken jedoch: Der Virobi schrubbt aufgrund seines Funktionsprinzips ausschließlich glatte Böden wie Laminat und Fliesen. Auf einem verschmutzten Teppich beispielsweise versagt er. Zudem rollt der Roboter blind durchs Zimmer: Sensoren hat Vileda nicht verbaut. So saust der Helfer so lange geradeaus, bis er an Wand, Schrank oder Sofa anschlägt. Dann dreht sich der Virobi selbsttätig, bis er wieder freie Fahrt hat. Systematisch putzt er die Zimmer also nicht.
Gewicht: 400 Gramm
Höhe: 4,5 Zentimeter
Akkulaufzeit: circa 6 Stunden laut Hersteller
Aufgrund fehlender Sensorik stürzt der Roboter zudem an jeder Treppe ab. Dank robuster Bauweise laufen die Unfälle jedoch zumeist glimpflich ab.



