Grill-GadgetsSmarter grillen: Fleischthermometer im Überblick

Perfektes Steak, saftiges Hähnchen und Pulled Pork ohne ständige Kontrollen: Smarte Gadgets können dabei helfen, das Grillgut punktgenau zu garen. Wir geben einen Überblick über verschiedene Thermometer-Varianten.
Grillen ist für viele Menschen eine echte Leidenschaft. Die Zubereitung von Fleisch und Gemüse auf der eigenen Terrasse lockt gestandene Griller bereits im April an den Gas- oder Kohlegrill. Neun von zehn Deutschen bekennen sich laut Statista zum Grill, insgesamt stehen 55 Prozent der Griller ab und zu sogar im Herbst und Winter am Rost. Kein Wunder also, dass es eine ganze Reihe smarter Gadgets gibt, die die Essenszubereitung über offener Flamme erleichtern sollen. Ganz vorn mit dabei: das Fleischthermometer. Wir zeigen fünf Varianten, die das Griller-Leben einfacher machen können.
Was bringt ein smartes Fleischthermometer?
Beim direkten Grillen dünner Steaks oder Würstchen reicht häufig ein aufmerksamer Blick auf den Rost. Anders sieht es bei dicken Fleischstücken, Geflügel oder langen Garzeiten aus. Hier entscheidet die Kerntemperatur darüber, ob das Grillgut noch roh, bereits trocken oder genau richtig gegart ist.
Zusätzlich kann auch die Temperatur im Grill relevant sein. Besonders beim indirekten Grillen, Smoken oder Garen über mehrere Stunden sollte die Hitze möglichst konstant bleiben. Smarte Thermometer übernehmen diese Kontrolle und melden, wenn Grenzwerte erreicht oder über- beziehungsweise unterschritten werden. Welche Varianten gibt es?
Kabelloser Einstieg mit App-Anbindung: Meater Original
Smarte Fleischthermometer wie das Meater Original kommen vollständig ohne Kabel aus. Eine Sonde misst gleichzeitig die Temperatur im Inneren des Grillguts und die unmittelbare Umgebungstemperatur. Die App führt dann auf dem Smartphone durch den Garvorgang, berechnet die voraussichtliche Garzeit und berücksichtigt auch die anschließende Ruhephase. Das System eignet sich vor allem für ein einzelnes größeres Fleischstück.
System: kabellose Sonde
Messung: Kern- und Umgebungstemperatur
Verbindung: Bluetooth und App
Einsatz: Steak, Braten, Fisch oder Geflügel
Die kabellose Bauweise ist besonders praktisch bei geschlossenen Grills und Drehspießen. Für mehrere Fleischstücke oder unterschiedliche Garstufen wird allerdings jeweils eine weitere Sonde oder gleich ein größeres System benötigt.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
TempPro Twin: Zwei Fleischstücke gleichzeitig überwachen
Größere Geräte wie das TempPro Twin erweitern das kabellose Prinzip um eine zweite Sonde. Dadurch lassen sich beispielsweise zwei Steaks mit unterschiedlichen Garstufen oder Fleisch und Geflügel parallel kontrollieren. Die Ladeschale besitzt zudem ein eigenes Display, sodass die wichtigsten Werte auch ohne permanenten Blick auf das Smartphone sichtbar bleiben.
System: 2 kabellose Sonden
Reichweite: laut Anbieter bis zu 150 Meter
Bedienung: App und Basisdisplay
Einsatz: 2 getrennte Grillstücke oder Garzonen
Das TempPro-System liegt genau zwischen dem einfachen Einzelthermometer und umfangreichen Mehrkanal-Lösungen. Gegenüber kabelgebundenen Modellen bleibt der Grillrost aufgeräumt, gleichzeitig steigt hier im Vergleich allerdings der Preis.
Präzise Überwachung: Mehrere Temperaturen im Grill kontrollieren
Komplexere Varianten wie das Dome-Set des Herstellers HerQs setzen nicht allein beim Grillgut an. Stattdessen gibt es auch für den Deckel des Grills ein digitales Thermometer, das die Messung des Garraums mit vier zusätzlichen Temperatursonden kombiniert. In der zugehörigen App lassen sich laut Hersteller alle Messstellen gleichzeitig überwachen und mit individuellen Alarmen versehen.
System: Dome-Thermometer mit 4 Sonden
Messbereich: Dome-Thermometer bis 350 Grad Celsius
Verbindung: Bluetooth und herQs-App
Einsatz: Kugelgrill, Kamado und Smoker
Das Set eignet sich vor allem für umfangreichere Grillvorhaben. Neben mehreren Fleischstücken können so nämlich auch unterschiedliche Bereiche des Grills bei geschlossenem Deckel kontrolliert werden. Für ein einzelnes Steak ist das System klar überdimensioniert, bei Pulled Pork, Rippchen oder größeren Grillrunden spielt es aber seine Stärken aus.
Weber Connect: Der digitale Assistent für fast jeden Grill
Der Weber Connect Smart Grilling Hub kombiniert die reine Temperaturmessung mit einer ausführlichen App-Begleitung. Das Gerät informiert über den Garfortschritt und gibt Hinweise zum Wenden oder Servieren des Grillguts. Im Set enthalten sind ein Fleischfühler und ein Fühler für die Umgebungstemperatur. Insgesamt stehen vier Anschlüsse auf der Basis zur Verfügung.
System: Hub mit kabelgebundenen Fühlern
Anschlüsse: bis zu 4 Temperaturfühler
Verbindung: WLAN, Bluetooth und App
Einsatz: geführte Rezepte und längere Garzeiten
Die WLAN-Anbindung ist vor allem bei mehrstündigen Grillvorgängen interessant. Anders als bei einer reinen Bluetooth-Verbindung muss sich das Smartphone nämlich nicht dauerhaft in unmittelbarer Nähe des Grills befinden. Dafür ist das System stärker auf die App und das Weber-Ökosystem ausgerichtet, bietet aber smarte Begleitung beim Grillvergnügen.
Temperaturkontrolle ganz ohne App
Nicht jedes digitale Grillthermometer benötigt Bluetooth, WLAN oder ein Benutzerkonto. Einfachere Geräte wie das Sonoff BMT01 arbeiten mit zwei kabelgebundenen Sonden und zeigen die Messwerte direkt auf einem LC-Display an. Ganz ohne automatisierte Unterstützung bleibt der Griller aber auch hier nicht: Timer und voreingestellte Temperaturalarme decken die wichtigsten Funktionen ab.
System: 2 kabelgebundene Sonden
Bedienung: Tasten und LCD
Funktionen: Timer und Temperaturalarm
Einsatz: Grill, Smoker und Backofen
Das einfache Konzept eignet sich für gelegentliche Grillabende und eher preisbewusste Nutzer. Auf eine Fernüberwachung muss allerdings verzichtet werden. Wer sich während des Garens weiter vom Grill entfernen möchte, ist mit einem Bluetooth- oder WLAN-Modell besser bedient.
Kabel, Bluetooth oder WLAN: Welches System passt?
Kabelgebundene Thermometer
Kabelgebundene Sonden sind vergleichsweise günstig und benötigen keine eigene Funktechnik im Fühler. Sie eignen sich besonders gut für Smoker, Kugelgrills und Backöfen. Beim Öffnen des Deckels sowie bei der Reinigung können die Kabel jedoch stören.
Kabellose Sonden
Kabellose Fühler werden vollständig in das Grillgut gesteckt. Dadurch eignen sie sich auch für Drehspieße oder Situationen, in denen keine Kabel aus dem Grill geführt werden sollen. Die zulässige Umgebungstemperatur muss dabei beachtet werden. Die Sonden des Meater-Thermometers sind beispielsweise für eine Umgebungstemperatur von maximal 275 Grad Celsius ausgelegt.
Bluetooth-Thermometer
Bluetooth reicht in vielen Gärten und auf Terrassen aus, um den Grill vom Esstisch aus zu überwachen. Wände, geschlossene Metallgrills und andere Hindernisse können die tatsächliche Reichweite allerdings reduzieren. Für kurze Garzeiten und die Kontrolle aus dem angrenzenden Raum ist Bluetooth meist ausreichend.
WLAN-Thermometer
WLAN-Systeme eignen sich vor allem für Pulled Pork, Brisket und andere Gerichte mit langen Garzeiten, bei denen man nicht in der Nähe des Grills bleiben möchte. Solange Thermometer und Smartphone eine Internetverbindung haben, bleibt die Temperatur auch aus größerer Entfernung abrufbar. Einrichtung und Bedienung sind dafür im Zweifel etwas aufwendiger.
Für Nachtgriller: Burnhard-LED-Grilllicht
Wer auch in Herbst und Winter die Finger nicht von Selbstgegrilltem lassen kann, steht schnell im Dunkeln. Hier kann ein LED-Grilllicht den Durchblick sicherstellen. Die Lampe von Burnhard wird am Deckelgriff befestigt und schaltet sich über einen Neigungssensor ein, sobald der Grill geöffnet wird. Eine magnetische Halterung ermöglicht alternativ die Befestigung an einer geeigneten Metallfläche. Besonders beim Grillen am Abend bleibt so die gesamte Grillfläche sichtbar.
Fazit: Der Einsatzzweck entscheidet
Für die Auswahl eines Grillthermometers sind drei Punkte entscheidend: die Zahl der benötigten Fühler, die gewünschte Funkverbindung und die übliche Dauer des Garvorgangs. Eine Sonde genügt für einzelne Fleischstücke. Mehrere Messstellen sind sinnvoll, wenn unterschiedliche Garstufen oder die Temperatur im Garraum überwacht werden sollen. WLAN eignet sich vor allem für lange Garzeiten, während Bluetooth oder ein einfaches Display für viele Grillabende ausreichen. Kurz: Das passende System richtet sich damit weniger nach der maximalen Ausstattung als nach dem persönlichen Grillverhalten.



