Stecker, Sprays & Co.Was hilft wirklich gegen Mücken?

Im Sommer versprechen zahlreiche Produkte schnelle Hilfe gegen Mücken. Doch nicht jedes Mittel schützt zuverlässig. Wir verraten, welche Lösungen sinnvoll sind.
Surren am Ohr, juckende Stiche und eine schlaflose Nacht: Kaum steht das Schlafzimmerfenster am Abend offen, sind die ersten Mücken im Raum. Vom günstigen Fliegengitter über Elektroverdampfer bis hin zur leuchtenden Insektenfalle versprechen viele Produkte Abhilfe. Optionen gegen Mücken, Fliegen und andere Insekten gibt es also viele – doch welche sind am effektivsten?
Fliegengitter und Moskitonetze: Ungebetene Gäste bleiben draußen
Besonders zuverlässig ist die einfachste Lösung: Fliegengitter verhindern, dass die Tierchen überhaupt ins Haus gelangen. Mücken, Spinnen, Käfer und Co. machen so direkt am Fenster wieder kehrt. Für jedes Fenster- und Türformat gibt es inzwischen passende Modelle. Besonders flexibel sind solche, die mit Klett oder Magneten am Fensterrahmen befestigt werden, weil sie sich individuell zuschneiden und platzieren lassen.
Bei Amazon beliebt sind die Produkte von Tesa (mit Klettverschluss) und Easymaxx (mit Magneten):
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Etwas stabiler sind Fliegengitter mit festem Rahmen. Easymaxx bietet auch hierfür eine flexible Option, bei der sich der Rahmen ausziehen und somit an das Fenster anpassen lässt:
Mückensprays: Wirksam bei richtiger Anwendung
Mücken reagieren auf Wärme, feuchte Luft, ausgeatmetes Kohlenstoffdioxid und Körpergeruch. Daher setzen viele Anti-Insekten-Mittel auf Duftstoffe, die den Orientierungssinn der Mücken stören.
Im Freien bieten Repellentien zum Auftragen auf die Haut den zuverlässigsten persönlichen Schutz. Die synthetischen Wirkstoffe wie DEET, Icaridin oder IR3535 stören die Geruchswahrnehmung der Mücken, sodass sie Atem und Schweiß schlechter orten können. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gilt DEET als besonders wirksam, während Icaridin und IR3535 ähnlich wirken, aber häufig besser verträglich sind und Kunststoffe nicht angreifen. Das bekannte Autan-Spray beispielsweise setzt auf Icaridin als Wirkstoff.
Solche Sprays sollten lückenlos auf alle freien Hautstellen aufgetragen werden. Schweiß, hohe Temperaturen und Feuchtigkeit können die Schutzdauer verkürzen. Bei Kindern müssen die Altersangaben genau beachtet werden: Das BfR rät von DEET- und Icaridin-Produkten bei Kindern unter zwei Jahren ab.
Pflanzliche Wirkstoffe halten Mücken meist weniger zuverlässig und kürzer fern, schreibt das BfR. Wem natürliche Stoffe lieber sind, etwa wegen der besseren Hautverträglichkeit, kann zum Spray von Incognito greifen. Der Wirkstoff ist 100 Prozent pflanzlich.
Helfen ätherische Öle gegen Mücken?
Auch ätherische Öle wie Citronella, Lavendel oder Zitroneneukalyptus werden zur Mückenabwehr eingesetzt – etwa in Kerzen, Sprays oder speziellen Räucherspiralen. Ihre Wirkung fällt jedoch meist schwächer aus und hält kürzer an als bei geprüften Repellentien. Zudem kann sich der Duft im Freien schnell verflüchtigen.
Mückenstecker: Nur gezielt einsetzen
Elektroverdampfer, auch als Mückenstecker bekannt, erhitzen einen Wirkstoff und geben ihn kontinuierlich an die Raumluft ab. Das kann gegen Mücken helfen, ist für den regelmäßigen Einsatz jedoch nicht die beste Wahl. Das Umweltbundesamt rät insbesondere vom Dauerbetrieb und von der Verwendung in schlecht belüfteten Räumen ab, weil die enthaltenen Biozide eingeatmet werden können.
Ein Stecker wie der Bestseller bei Amazon von Raid eignet sich daher eher für einzelne, besonders mückenreiche Nächte. Die Gebrauchsanweisung, die empfohlene Raumgröße und Hinweise zum Lüften sollten unbedingt eingehalten werden. In Schlafräumen von Kindern, bei empfindlichen Personen oder Haustieren ist besondere Vorsicht geboten.
Das Mückenschutz-Gerät von Thermacell funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip und eignet sich besonders dort, wo keine Steckdose in der Nähe ist, zum Beispiel im Garten, beim Camping oder beim Angeln. Die enthaltene Kartusche erhitzt die Wirkstoffplättchen, sodass sich der Wirkstoff in der Luft verteilt. Die Gaskartusche reicht laut Hersteller für bis zu zwölf Stunden Mückenschutz aus. Das Gerät hat erst wenige Amazon-Bewertungen – diese sind immerhin positiv und berichten, dass das Konzept funktioniert.
Keine gute Wahl: Elektrische UV-Insektenvernichter
Wer im Internet nach Insektenschutz sucht, stößt schnell auf spezielle Mückenlampen, die die kleinen Plagegeister mit UV-Licht anlocken und bei Kontakt mit einem Stromstoß töten. Wichtig zu wissen: Solche Fallen sind für den Innenbereich zulässig, für den Außenbereich – also auch Terrasse, Balkon oder Garten – jedoch nicht erlaubt. Sie locken nämlich nicht nur surrende Mücken an, sondern auch geschützte Tierarten wie Schmetterlinge, Hornissen oder Wespen, deren Anlocken, Fangen und Töten nach BArtSchV §4 Absatz 1 Nr. 4 und 5 verboten ist. Das Umweltbundesamt schreibt: "Somit dürfen diese Fallentypen nach geltendem Recht nicht im Außenbereich verwendet werden, auch wenn vor allem bei Onlinehändlern zum Teil explizit mit einer Verwendung im Freien geworben wird."
Drei weitere Anti-Mücken-Tipps für drinnen und draußen
Stehendes Wasser beseitigen: Untersetzer, Eimer, Gießkannen, Vogeltränken und Planschbecken sollten mindestens einmal pro Woche vollständig geleert und möglichst auch gereinigt werden. Regentonnen lassen sich mit einem dicht schließenden Deckel oder Netz sichern. So entstehen weniger Brutstätten direkt am Haus.
Einen Ventilator aufstellen: Mücken und andere Insekten meiden stärkere Luftbewegungen. Laut Umweltbundesamt kann bereits ein Ventilator mit einer Luftgeschwindigkeit von mindestens einem Meter pro Sekunde verhindern, dass die Tiere sicher fliegen und stechen. Besonders praktisch ist das beispielsweise im Schlafzimmer.
Helle, lockere Kleidung tragen: Lange Ärmel und Hosen bedecken möglichst viel Haut, sodass Insekten hier weniger Chancen haben. Helle Kleidung ist zusätzlich sinnvoll, weil Stechmücken dunkle Farben bevorzugt anfliegen.
Fazit: Was hilft am besten gegen Mücken?
Am effektivsten ist es, Mücken und andere Insekten direkt am Fenster oder der Tür abzufangen. Am besten geht das mit einem Fliegengitter. Für den Garten oder den Campingplatz können auch Mückenstecker oder ätherische Öle zum Einsatz kommen, sie sollten aber sparsam verwendet werden. Unterwegs schützen Repellentien mit geprüften Wirkstoffen sowie helle, lange Kleidung am besten vor Stichen.






