Fußball-WM 2010

Krönung im "kleinen Finale" Butt erlebt sein spätes WM-Glück

Vor sieben Jahren hatte Hans Jörg Butt sein letztes Länderspiel bestritten. Dann beschert dem 36-Jährigen die Verletzung von Rene Adler die WM-Nominierung auf den letzten Drücker, im letzten WM-Spiel rückt er durch die Verletzung der Nr. 2 Tim Wiese sogar ins DFB-Tor - und krönt dort gegen Uruguay eine famose Saison mit einer starken Leistung.

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Jörg Butt verdiente sich seine WM-Medaille mit einer starken Leistung gegen Uruguay.

(Foto: dpa)

Deutscher Meister, Pokalsieger, Champions-League-Zweiter und zum krönenden Abschluss das Spiel um Platz drei bei der WM in Südafrika: Für Torwart Hans Jörg Butt ist in Port Elizabeth eine außergewöhnliche Saison mit einem emotionalen Höhepunkt zu Ende gegangen. Bundestrainer Joachim Löw schenkte dem 36 Jahre alten Bayern-Schlussmann zum Abschied von der großen Fußball-Bühne gegen Uruguay sein viertes Länderspiel - und Butt wahrte mit dem 3:2 (1:1)-Sieg seine makellose Erfolgsbilanz. "Für mich war die WM eine tolle Erfahrung. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht", sagte der Keeper.

Sieben Jahre musste Butt warten, ehe er erstmals wieder das Tor der DFB-Elf hüten durfte. Nummer 2 Tim Wiese musste verletzt passen, Nummer 1 Manuel Neuer durfte von der Bank zusehen. Als erster Spieler betrat der Mann mit der Nummer 22 auf dem Rücken zum Aufwärmen den Rasen im Nelson Mandela Bay Stadion am Indischen Ozean. FIFA-Präsident Joseph Blatter begrüßte im Kabinengang Butt persönlich per Handschlag, DFB-Chef Theo Zwanziger wünschte "viel Glück".

Adlers Pech ist Butts WM-Glück

"Trainer und Mannschaft wissen, dass sie sich auf mich verlassen können, wenn sie mich brauchen", hatte Butt nach seiner Nominierung gesagt. Nach der Verletzung von René Adler erst im letzten Moment auf den WM-Zug aufgesprungen, bestritt der älteste Profi im deutschen WM- Kader gegen Uruguay sein erstes Länderspiel von Beginn an. Ganz in Rot gekleidet, wurde Butt 25 Minuten lang kaum geprüft.

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(Foto: AP)

Bei Rückpässen agierte er sicher, ein Freistoß von Diego Forlán (7.) segelte knapp über das Tor. Bei einem Forlán-Kopfball hatte Butt Glück, dass Per Mertesacker rettete (25.). Chancenlos war der 1,91 Meter große Keeper gegen den präzisen Flachschuss von Edinson Cavani (28.). Sofort krempelte er die Arme hoch und feuerte seine Mitspieler an, dagegenzuhalten und den Kopf nicht hängen zu lassen.

Gute Parade nach der Pause

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Nicht nur gegen Diego Forlan war Butt auf dem Posten.

(Foto: AP)

Nach der Pause zeigte Butt, warum die Bayern für die neue Saison keine neue Nummer eins gekauft haben. Beim Volleyschuss von Forlán zum 2:2 war er machtlos (51.). Gegen Cavani und Luis Suárez rettete er innerhalb weniger Sekunden zweimal hervorragend (48.). Einen Flatter-Fernschuss von Suárez (62.) wehrte er reaktionsschnell ab, gegen Forlán zeigte er am Boden liegend seine Klasse (65.).

Dreimal in seiner DFB-Karriere war Butt bislang eingewechselt worden: am 7. Juni 2000 in Freiburg beim 8:2 gegen Liechtenstein, am 27. März 2002 beim 4:2 gegen die USA in Rostock und am 1. Juni 2003 beim 4:1 gegen Kanada in Wolfsburg. Schon bei der EM 2000 und der WM 2002 füllte der Routinier klaglos seine Rolle als Nummer drei zwischen den Pfosten aus und wurde jetzt von Löw für sein vorbildliches Reservistendasein belohnt - wie Oliver Kahn 2006.

Quelle: n-tv.de, Wolfgang Müller und Jens Mende, dpa

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