Preisdruck in der Gastronomie22 Prozent der Restaurants und Kneipen planen trotz gesenkter Mehrwertsteuer Preiserhöhungen

Trotz der zu Jahresbeginn gesenkten Mehrwertsteuer wollen laut einer Umfrage 22 Prozent der Restaurants und Kneipen ihre Preise erhöhen.
Das ergab eine Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, die dem "Handelsblatt" am Mittwoch vorab vorlag. Dehoga-Präsident Guido Zoellick sagte, die Gastronomie stehe unter "erheblichem" Druck: "Sinkende Umsätze treffen auf steigende Kosten vor allem beim Personal."
Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie zu Jahresbeginn sei ein "wichtiger Schritt zur Stärkung der Branche" gewesen, sagte Zoellick weiter. Zeitgleich sei aber der Mindestlohn um 1,08 Euro auf 13,90 Euro gestiegen. 22 Prozent der Betriebe sähen sich daher zum Stellenabbau gezwungen, berichtete der Dehoga-Chef. Ebenso viele Betriebe hätten angegeben, dass sie ihre Preise erhöhen.
Rund jeder dritte Betrieb (34,8 Prozent) gab demnach an, die geschäftliche Lage sei schlecht oder sehr schlecht. Die Zahl der Insolvenzen stieg im vergangenen Jahr um knapp 32 Prozent auf 1819 Fälle, wie die Wirtschaftsauskunftei Crif für das "Handelsblatt" berechnete. Besonders betroffen seien kleine familiengeführte Lokale.