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Eskaliert der Konflikt?Äthiopien wirft Eritrea Unterstützung von Fano-Rebellen vor

15.01.2026, 15:24 Uhr
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(Foto: picture alliance / imageBROKER)

Der Konflikt zwischen den ostafrikanischen Ländern Äthiopien und Eritrea droht zu eskalieren. Die äthiopische Bundespolizei beschuldigte die Regierung in Asmara, Munition an die Fano-Rebellen in der nordwestlichen Region Amhara geliefert zu haben.

Eritrea wies dies umgehend zurück. Informationsminister Yemane Gebremeskel sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Regierung des äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed suche lediglich einen Vorwand für einen Angriff. "Das PP-Regime streut falsche Informationen, um den Krieg zu rechtfertigen, den es seit zwei langen Jahren vom Zaun brechen will", sagte er mit Blick auf Abiys Wohlstandspartei (PP).

Die Polizei hatte nach eigenen Angaben am späten Mittwochabend 56.000 Schuss Munition beschlagnahmt und zwei Verdächtige festgenommen. Die Ermittlungen hätten bestätigt, dass die Lieferung von der "Shabiya-Regierung" stamme, hieß es in der Mitteilung unter Verwendung der Bezeichnung für die eritreische Regierungspartei. Eritreas Präsident Isaias Afwerki hatte Abiy bereits Anfang der Woche in einem Interview vorgeworfen, seinem Land den Krieg erklärt zu haben. Eritrea wolle keinen Krieg, fügte er hinzu. "Wir wissen aber, wie wir unsere Nation verteidigen müssen."

Das Verhältnis der beiden Staaten am Horn von Afrika hat sich zuletzt drastisch verschlechtert. Zwar hatten Abiy und Isaias 2018 ein historisches Friedensabkommen geschlossen, für das der äthiopische Regierungschef den Friedensnobelpreis erhielt. Auch im Bürgerkrieg in der äthiopischen Region Tigray kämpften Truppen beider Länder bis 2022 Seite an Seite.

Seit dem Ende dieses Konflikts haben sich die Beziehungen jedoch abgekühlt. Für Spannungen sorgen insbesondere Äußerungen Abiys, das Binnenland Äthiopien habe ein Recht auf einen Zugang zum Meer. Dies wird in Eritrea, das am Roten Meer liegt, als Drohung mit militärischer Gewalt aufgefasst.

Quelle: ntv.de, rts

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