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Nach Wahl in ArmenienAnkara ruft Eriwan zu "mutigeren Schritten für den Frieden" auf

08.06.2026, 18:15 Uhr
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(Foto: dpa)

Einen Tag nach der Parlamentswahl in Armenien hat die Regierung des Nachbarlandes Türkei Eriwan zu "mutigeren Schritten für den Frieden" aufgerufen.

Es sei zu hoffen, dass Armenien sich für eine "Normalisierung in der Region" einsetzen werde, erklärte das Außenministerium in Ankara am Montag. Gleichzeitig begrüßte das Ministerium das "friedliche und geordnete Klima", in dem der Urnengang stattgefunden habe.

Bei der Wahl am Sonntag hatte die Zivilvertrags-Partei des seit 2018 amtierenden pro-europäischen Regierungschefs Nikol Paschinjan einen klaren Sieg errungen. Die Armenier hätten für "regionalen Wohlstand und Kooperation" gestimmt, sagte Paschinjan nach der Wahl. Er hoffe auf eine "positive Antwort" der Nachbarländer Türkei und Aserbaidschan, fügte er hinzu.

Das Verhältnis zwischen Armenien und der Türkei ist historisch belastet. Ankara weist die Bezeichnung Völkermord für die Massaker an etwa 1,5 Millionen Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs zurück. Diese werden von rund 30 Staaten als Völkermord anerkannt, darunter Deutschland und Frankreich. Die Türkei spricht dagegen von einem Bürgerkrieg, in dessen Verlauf auf beiden Seiten hunderttausende Menschen ihr Leben verloren hätten.

Die Nachbarländer Türkei und Armenien unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Die gemeinsame Landesgrenze, die Anfang der 1990er-Jahre kurzzeitig geöffnet wurde, ist geschlossen. Ende 2021 nahmen beide Länder allerdings über Sondergesandte ihre Kontakte wieder auf. Im Zuge ihrer Annäherung unterhalten die Türkei und Armenien zudem nach türkischen Angaben seit Mitte Mai wieder indirekte Handelsbeziehungen.

Quelle: ntv.de, AFP

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